DWS Deutschland LC-Fonds: 01/2020-Bericht, positive Beiträge aus Übergewicht in Informationstechnologie


04.03.20 09:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Der enttäuschende ifo-Index, der fallende ISM-Index, die Tötung des iranischen Generals Soleimani durch die USA und die weltweite Ausbreitung des Coronavirus aus China hätten im Januar den Aufwärtstrend der Aktienmärkte gebremst. Die Unterzeichnung des Phase-Eins-Handelsabkommens, sehr gute PMIs des Verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone, solide US-Arbeitsmarktdaten, die Senkung des Mindestreservesatzes (RRR) durch die People's Bank of China (PBoC), die Erholung der Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze in China und der solide Start in die US-Gewinnsaison mit einem sehr guten Bericht von Apple hätten die Aktienmärkte im Januar unterstützt.

Der DAX, der im Januar mit 13.640 Indexpunkten an einem Tag ein neues Allzeithoch markiert habe, habe 2,0% verloren, der MDAX 1,2% und der SDAX 2,1%. Der TecDAX sei dagegen um 1,6% gestiegen. Auch wenn die Wirtschaftsdaten in Deutschland schwach geblieben seien, hätten sich einige "weiche" Daten verbessert. Das BIP-Wachstum habe 2019 0,6% betragen und sei damit das schwächste Wachstum seit 2013. Der ifo-Index habe mit einem unerwarteten Rückgang auf 95,9 von 96,3 enttäuscht.

Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie seien im November im Monatsvergleich um 1,3% und im Jahresvergleich um 6,5% zurückgegangen, und die deutschen Exporte seien im Monatsvergleich um 2,3% gefallen. Der vorläufige PMI der Produktion für China sei von 46,3 auf 47,8 gestiegen. Der PMI für den Dienstleistungssektor sei von 52,9 auf 54,2 gestiegen. Der ZEW-Index habe mit einem Anstieg auf 26,7 von 10,7 ein Vierjahreshoch erreicht. Die deutsche Industrieproduktion sei im November um 1,1% im Monatsvergleich gestiegen, habe aber immer noch 2,6% unter dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Der negative Trend im deutschen Verarbeitenden Gewerbe dauert zwar noch an, aber weitere Abwärtsrisiken scheinen begrenzt, sodass für das Jahr 2020 keine ernsthafte Rezession erwartet wird, so die Experten der DWS. Mit Blick auf die zweite Hälfte des Jahres gebe es vorsichtigen Optimismus für eine Stabilisierung oder sogar erste Anzeichen einer kleinen Erholung. Nach einem guten Start in das Jahr 2020 habe das Coronavirus im Januar für Verluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt, aber das starke M1-Geldmengenwachstum signalisiere, dass die Verbraucherausgaben in der Eurozone auch im Jahr 2020 ein stetiges Wachstum verzeichnen sollten - was eine wichtige Stütze des DAX sei. Bei den Sektoren habe es keine wesentlichen Veränderungen an den Positionen der Experten gegeben. Nach wie vor würden die Experten "Growth" gegenüber "Value" bevorzugen. Ihr Engagement in Nebenwerten sei bei einem Portfolioanteil von etwa 29% geblieben.

Der Fonds sei im Verlauf des Januars um 0,56% gestiegen und habe damit die Benchmark CDAX um 2,39% übertroffen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Übergewicht in Informationstechnologie als auch dem Untergewicht in zyklischem Konsum gestammt. Ein Übergewicht in Finanzwerten sowie ein Untergewicht in Immobilien habe negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Auf Einzeltitelebene habe sich das Übergewicht in Wirecard AG und HelloFresh SE sowie das Untergewicht in Daimler AG und Continental AG positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Übergewicht in Kion Group AG und K+S AG habe negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen.

Investoren würden ihre Fonds entsprechend des aktuellen Marktgeschehens immer wieder neu positionieren. Folge man dieser Auffassung, so seien die Erwartungen für die wichtigsten Parameter äußerst stabil und moderat: Keine Rezession, aber auch keine nennenswerte Beschleunigung; weder die EZB noch die FED würden in den nächsten 12 bis 24 Monaten Maßnahmen ergreifen; die Volatilität des Wechselkurses sei nahe eines historischen Tiefstands, sodass EUR/USD nahe 1,11 liege; die US-10-Jahres-Renditen würden "ewig" niedrig bleiben; Aktienanleger würden sich weiterhin in stabilen, defensiven Aktien hoher Qualität verstecken, was das Gesamtmarktniveau erhöhe, da sie in anderen Anlageklassen kaum Alternativen finden würden.

Normalerweise sollte die Unsicherheit steigen, wenn sich der Anlagehorizont erweitere. Investoren würden in der Regel höhere Abschläge und einen Laufzeitaufschlag für weiter entfernte Einkommensströme verlangen. Seit September 2019 jedoch hätten das Vertrauen in einen verlängerten Konjunkturzyklus und niedrige Zinsen die Anleger veranlasst, ihren Prognosehorizont zu erweitern und immer längere Zeiträume wirtschaftlichen Gewinnwachstum zu berücksichtigen. Infolgedessen schrumpfe die erforderliche Prämie für den Zeitraum und die 12-Monats-PE-Multiples würden auf neue Höchstwerte steigen. Das verbleibende Wachstum der Einkommensströme werde mit immer höheren Prämien bewertet.

Dieser erweiterte Anlagehorizont komme vor allem Wachstumstiteln und defensiven Bond Proxies zugute. Bei zyklischen Value-Aktien hingegen bleibe die erwartete wirtschaftliche Erholung zu schwach, um ein höheres Gewinnpotenzial zu bieten. Die meisten zyklischen Value-Aktien würden zwar ebenfalls nach oben mitgezogen, aber sie würden sich weiterhin unterdurchschnittlich entwickeln. Kurzfristig entwickele sich die aktuelle Situation in Bezug auf das Wuhan-Virus weiter und könnte den Märkten eine gute Entschuldigung liefern, eine Atempause einzulegen. Daher würden die Experten an ihrem DAX-Index-Ziel für Dezember 2020 von 14.000 festhalten. Die Experten würden kein Ende der Präferenz der Investoren für "Wachstum" sehen. (Stand vom 31.01.2020) (04.03.2020/fc/a/f)






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