DWS Deutschland-Fonds: Deutsche Aktien deutlich günstiger als US-Titel - Fondsanalyse


14.09.18 13:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Neuneinhalb Jahre ist es her, dass die Börse nach der Finanzkrise Anlauf nahm und wieder durchstartete, so die Experten der DWS im Kommentar zum DWS Investa, DWS Deutschland und zum DWS Aktien Strategie Deutschland.

DAX, Dow Jones und andere wichtige Indices stünden heute zwei- bis dreimal so hoch wie Anfang 2009. Wie lange könne dieser Aufschwung noch weitergehen?

Die Nervosität unter den Anlegern sei zumindest spürbar gestiegen. Nachdem die Aktienmärkte schon zu Beginn des Jahres unter Druck gekommen seien, sich dann aber wieder erholt hätten, zeichne sich derzeit eine neue Belastungsprobe ab. Vor allem die angeblich hohen Aktienbewertungen würden Fragen aufwerfen.

Doch hier lohne sich ein genauerer Blick. Der deutsche Leitindex DAX sei ein besonderer Index. Als sogenannter Performance-Index würden bei ihm die Dividenden in den Indexstand eingerechnet. Bei den meisten anderen Aktienindices, wie beispielsweise dem Dow Jones- oder dem S&P-500-Index, sei dies anders. Die beiden US-Indices würden als sogenannte Kurs-Indices allein auf Basis der Aktienkurse berechnet. Dividenden würden nicht berücksichtigt.

Diese unterschiedliche Konstruktion könne zu Fehlinterpretationen führen. Vergleiche man die Entwicklung des DAX mit dem Dow Jones in letzten zehn Jahren, zeige sich eine ähnliche Entwicklung. Seit Anfang 2009 habe der DAX um 150 Prozent zugelegt, der Dow Jones um 175 Prozent. Doch dieser Vergleich hinke. Denn ohne die Einrechnung von Dividenden liege der DAX gerade einmal rund 80 Prozent höher als Anfang 2009.

Das zeige zweierlei. Erstens: Dividendenerträge seien für die Entwicklung des DAX entscheidend - ebenso wie für den langfristigen Anlageerfolg. Zweitens: Der DAX habe nicht annähernd so einen Höhenflug hinter sich wie der Dow Jones.

Die gute Nachricht: Deutsche Aktiengesellschaften würden sich so großzügig wie noch nie zeigen. 29 von 30 DAX-Mitgliedern hätten im Jahr 2018 insgesamt eine Rekordsumme von 35,8 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet und ihre eigene Bestmarke aus dem Vorjahr um 11,6 Prozent übertroffen. Und dies, obwohl die Ausschüttungsquote von 42 Prozent des deutschen Aktienmarktes im internationalen Vergleich weit unten rangiere.

Ein weiterer Pluspunkt: Deutsche Aktien seien immer noch verhältnismäßig günstig zu erwerben. Während der marktbreite US-Index S&P 500 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16,8 aufweise und damit deutlich über seinem 15-Jahres-Durchschnitt von 14,5 liege, rangiere das KGV des DAX mit 12,1 nur knapp über dem historischen Mittel von 11,8.

Ein wesentlicher Grund für die nach wie vor moderate Bewertung der deutschen Aktien seien die steigenden Gewinne der deutschen Unternehmen. In den letzten Jahren hätten viele Konzerne mit soliden Bilanzen und beeindruckendem Gewinnwachstum gepunktet. Die kumulierten Gewinne der DAX-Unternehmen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Trotz Trump und drohenden Handelskriegen habe sich an der Stärke deutscher Unternehmen bislang wenig geändert. Erst kürzlich habe das Münchner ifo Institut bilanziert: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Sommerhoch." Und die Kapitalmarktstrategen der DWS würden erwarten, dass die Gewinne der DAX-Unternehmen bis nächstes Jahr um sieben Prozent zulegen würden.

Das Kursziel der DWS für den DAX im Juni 2019 liege bei 13.500 Punkten. Das entspreche einem Kursgewinnpotenzial von mehr als zehn Prozent. Auch in punkto Dividende dürften deutsche Aktien einiges zu bieten haben: Die DWS prognostiziere eine attraktiven Dividendenrendite von 3,3 Prozent. (Ausgabe vom 13.09.2018) (14.09.2018/fc/a/f)





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