DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable: BRIC-Staaten könnten 2018 positiv überraschen - Fondsanalyse


05.02.18 16:00
Degroof Petercam

Brüssel (www.fondscheck.de) - Nach dem anfänglichen Hype um die sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China ist es lange Zeit ruhig geworden um die weltweit bedeutendsten Schwellenländer so Michaël Vander Elst, Co-Manager des DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable-Fonds.

Dabei habe es Anfang des Jahrtausends gut angefangen. Über Jahre habe das Akronym BRIC für hohes Wirtschaftswachstum und überdurchschnittliche Renditen gestanden. Dann aber hätten Brasilien und Russland in einer Rezession gesteckt, China habe einen kreditfinanzierten Wirtschaftskurs eingeschlagen, und in Indien habe man lange vergeblich auf den großen Reformwurf gewartet. Die Misere habe sich auch an den Börsen der BRIC-Länder widergespiegelt, die ihren langjährigen Einbahnstraßenmodus verlassen hätten.

"Die Probleme der BRIC-Staaten führten dazu, dass sich viele Investoren aus diesen Märkten zurückzogen. Eine solide wirtschaftliche Erholung in 2017 und vielerorts strukturelle Fortschritte haben das Blatt nun gewendet. Sollte sich der positive Trend fortsetzen, könnten die BRIC-Staaten zu den Gewinnern in 2018 werden und bei Anlegern wieder deutlich beliebter werden", habe Michiel Vanstrepen, Ökonom bei Degroof Petercam AM, gesagt.

Nach wie vor würden die BRIC-Staaten den größten Beitrag zur weltweiten Bruttowertschöpfung liefern. Außerdem seien sie der wichtigste Indikator für die Verfassung der Schwellenländer insgesamt. Aufgrund ihrer hohen Bedeutung im globalen Wirtschaftsgefüge und in 2018 anstehenden Wahlen in allen vier BRIC-Staaten lohne sich eine genauere Analyse. Die Einschätzungen und Aussichten von Michiel Vanstrepen seien folgendermaßen:

Brasilien lasse gerade die Rezession hinter sich. Nach 2 Prozent Wachstum in 2017 sollten in den kommenden Jahren sogar 3 Prozent jährlich möglich sein. Getragen werde die positive wirtschaftliche Entwicklung zum größten Teil vom privaten Verbrauch. Die Einzelhandelsumsätze seien 2017 um 8 Prozent gestiegen. Umfragen würden darauf hindeuten, dass die Konsumnachfrage in 2018 noch steigen werde. Sinkende Arbeitslosenzahlen - die Rate liege wieder deutlich unter 13 Prozent - würden diesen Trend stützen. Dies stärke die Disinflation in Brasilien - die Kerninflation habe 2017 die 4-Prozent-Marke unterschritten.

Die Fiskalpolitik stehe derweil vor einem Dilemma. Einerseits festige der lockere Notenbank-Kurs den Erholungspfad der Wirtschaft. Andererseits könnte dieser nicht nachhaltig werden, wenn zu schnell zu viel gewollt werde. Hier eine Balance zu finden, werde auch ein großes Thema bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst sein.

Auch Russland befreie sich langsam aus seiner tiefen Rezession. Schlüsselfaktor hierbei sei die immer geringer werdende Abhängigkeit vom Öl. Der Rohstoffgigant habe 2017 bereits die Hälfte seines Sozialproduktes, das um ca. 2,5 Prozent gestiegen sei, aus Öl unabhängigen Sektoren generieren können. Der starke Binnenkonsum trage ebenfalls zur wirtschaftlichen Trendwende in Russland bei. Dennoch würden Löhne und Lebensmittelpreise niedrig bleiben. Die Inflation liege weiterhin unterhalb der Zielmarke von 4 Prozent. Somit sollte der unterstützende Kurs der russischen Notenbank vorerst anhalten.

Mit einem Wachstum von gut 6 Prozent habe die indische Wirtschaft 2017 ihre Erholung fortgesetzt. Wie in Brasilien und Russland sei auch in Indien mehrheitlich der private Konsum die treibende Kraft gewesen. Aber auch die Industrieproduktion und die Nettoexporte, die längere Zeit unter den niedrigen Rohstoffpreisen gelitten hätten, würden sich weiter erholen. Durch die konsequente Umsetzung von Reformen, zum Beispiel auf der Steuerseite, sowie die eingeleitete Demonetisierung zur Bekämpfung von Korruption und Schattenwirtschaft seien die Investmentaktivitäten 2016 stark eingebrochen. Seit 2017 sei hier wieder ein Aufwärtstrend zu erkennen.

Aufgrund von Basiseffekten sowie steigenden Lebensmittelpreisen habe die Inflation zuletzt etwas angezogen. In diesem Umfeld dürfte die indische Notenbank weiterhin achtsam bleiben und für mögliche Straffungsmaßnahmen bereitstehen. Insgesamt sei der Ausblick für die Fiskalpolitik und das langfristige Wirtschaftswachstum in Indien positiv, nicht zuletzt aufgrund der ambitionierten Umsetzung von Reformen.

Chinas Wirtschaftswachstum sei 2017 mit ca. 7 Prozent wieder einmal dynamisch gewesen. Jedoch könnte dem Reich der Mitte eine Abkühlung bevorstehen, da stimulierende Effekte langsam auslaufen würden und die Politik der chinesischen Notenbank straff bleiben dürfte. Ohnehin bleibe die Herausforderung für China, hohe Wachstumsziele mit einem stabilen Finanzsystem zu vereinbaren.

Obwohl die Kreditausweitung bei Staatsbetrieben deutlich zurückgegangen sei, bleibe der große Anteil an Fremdfinanzierungen (Leverage) ein wesentliches Risiko. Auch könnten notleidende Kredite wieder zu einem ernsten Thema werden - vor allem, wenn sich die Konjunktur abkühle. Bei den chinesischen Banken würde dies den Druck auf die Profitabilität noch erhöhen. Belastend für den Bankensektor wirke zudem die steigende Zahl von "Schattenkrediten" an Unternehmen.

Der langfristige wirtschaftliche Ausblick bleibe ungewiss, weil die Bevölkerung Chinas zusehends älter werde und die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Exportbereich kontinuierlich schwächer werde. Vor diesem Hintergrund sollte die Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds für China für das laufende Jahr mit 6,5 Prozent zu optimistisch sein.

Im Portfolio des überwiegend in Lokalwährungs-Staatsanleihen der Schwellenländer investierenden DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable würden sich indes keine Staatspapiere aus China und Russland finden - trotz ihrer grundsätzlich hohen Bedeutung im Schwellenländeruniversum. Der Grund resultiere aus dem nachhaltigen Investmentansatz des Fonds, der konsequent unfreie, autoritär geführte Staaten ausschließe.

"Sowohl China als auch Russland erfüllen nicht einmal ein Mindestmaß an demokratischen Werten. Da Transparenz und demokratische Werte in unserer Schwellenländer-Nachhaltigkeitsanalyse insgesamt ein Drittel ausmachen, finden chinesische und russische Staatsanleihen keinen Zugang in das Fondsportfolio", erkläre Michaël Vander Elst.

Der Senior Portfoliomanager Emerging Markets Debt bei Degroof Petercam AM verweise zudem darauf, dass Anleger ihren Blick aus Diversifikations- und Performancegründen verstärkt auch auf kleinere Schwellenländer und Frontiermärkte richten sollten. Im DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable hätten Staatsanleihen dieser Märkte das Jahresergebnis 2017 entscheidend positiv beeinflusst. Während der Fonds in Euro gerechnet um 3,3 Prozent habe zulegen können, seien es auf Dollarbasis 18 Prozent gewesen. Entscheidende Performancetreiber seien Staatsanleihen aus Polen und Sambia gewesen.

Mit Blick nach vorne richte Michaël Vander Elst seinen Fokus auch auf Papiere staatlicher Emittenten aus südamerikanischen Ländern. "Trotz politischer Risiken in Südamerika sind die Bewertungen in der Region attraktiv, vor allem aufgrund eines verbesserten Verhältnisses von Importen und Exporten. Auch Staatsanleihen aus Südafrika sind vielversprechend. Das womöglich frühzeitige Ende der Zuma-Regierung könnte die so dringend benötigten strukturellen Reformen vorantreiben." (05.02.2018/fc/a/f)






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