DNB SICAV High Yield: Nordic High Yield - Eine Assetklasse wird erwachsen - Fondsanalyse


02.08.18 12:00
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Welche strukturellen sowie kurzfristigen Entwicklungen im nordischen High Yield Segment zu beobachten sind und worauf das Fondsmanagement des DNB SICAV High Yield in diesem Markt besonders genau achtet, konnte "e-fundresearch.com" in einem Interview mit Senior Client Portfolio Manager Hagen-Holger Apel erfahren.

e-fundresearch.com: Mit Blick auf das Anlageuniversum der DNB SICAV High Yield Strategie (DNB SICAV High Yield Inst A NOK (ISIN LU1303786500 / WKN A2AESD): Welches Resümee ziehen Sie und Ihre Fondsmanagementkollegen aus den bisherigen Marktentwicklungen 2018?

Hagen-Holger Apel: 2018 war für den nordischen High Yield Markt bisher gesehen ein gutes Jahr. Es lassen sich insbesondere zwei Gründe anführen, um diese Aussage zu untermauern. Der nordische Markt hat sich im Vergleich zum europäischen und amerikanischen High Yield-Markt besser entwickelt. Während europäische und US-amerikanische Indizes zur Jahresmitte im Minus liegen, hat sich der skandinavische Markt positiv entwickelt und lag per Ende Juni ca. 2% im Plus.

Ein zweiter und wichtiger Grund ist die Entwicklung des Marktes an sich. Aus der Entwicklung des emittierten Volumens von inzwischen über 40 Mrd. EUR und der damit einhergehenden Marktbreite lässt sich ein "Erwachsenwerden" des Marktes ableiten. Insbesondere Schwedische Emittenten sind hier hervorzuheben, da diese dem Gesamtmarkt noch einen Schub verliehen haben.

e-fundresearch.com: Von Handelskriegen, dem Ölpreisanstieg bis hin zum weiter gestiegenen Zinsniveau in den USA: Ist es im Zuge des veränderten Kapitalmarktumfelds zu nennenswerten Portfolioanpassungen gekommen? Wo hat das DNB-Team in den vergangenen sechs Monaten am signifikantesten eingegriffen?

Hagen-Holger Apel: Der Ölpreisanstieg war grundsätzlich gut für die Norwegische Volkswirtschaft da die viele Sektoren direkt oder indirekt von der Ölindustrie profitieren. Wir haben schon frühzeitig begonnen unseren Anteil an Energietiteln im Portfolio zu reduzieren und ein Gesamtexposure weit unter der Benchmark gehalten. Die Konzentration auf die Sektoren die unabhängig vom Ölpreis profitieren, also zum Beispiel Betreiber von Pipelines, hat sich für uns ausgezahlt.

Das ansteigende Zinsniveau spielt aktuell noch keine große Rolle für den Markt, da dieser zu mehr als 75% aus variabel verzinsten Papieren besteht, die Portfolioduration liegt um 1.

e-fundresearch.com: Welche Positionierungen haben sich in diesem Zeitraum als erfreulichste Performancetreiber herausgestellt? Wo haben sich Allokationen eher als belastend erwiesen?

Hagen-Holger Apel: Eine erfreuliche Entwicklung haben wir bei den exportlastigen und energieintensiven Titeln gesehen. Reedereien und andere exportierende Unternehmen konnten enorm von der Abschwächung der Norwegischen Krone profitieren. Der bereits erwähnt Anstieg des Ölpreises hat Dienstleister rund um das Ölgeschäft begünstigt, zusätzlich haben die großen Förderunternehmen wieder begonnen zu investieren.

e-fundresearch.com: Welche Teilbereiche Ihres Investmentuniversums empfinden Sie im derzeitigen Umfeld als besonders vielversprechend und um welche Segmente machen Sie derzeit ganz bewusst einen "großen Bogen"?

Hagen-Holger Apel: Unser Portfolio ist sehr gut diversifiziert. Wir decken im Grunde den skandinavischen High Yield-Markt sehr gut ab, setzen aber bestimmte Schwerpunkte. So sind die Top-10-Holdings sehrt gute Schuldner, die schon sehr lange am Markt aktiv sind und immer wieder Anleihen emittieren. Dies sind in der Regel Emittenten aus Sektoren wie Seefahrt, Energiedienstleister oder Holding-Gesellschaften. Das restliche Portfolio setzt sich aus dem breiten Markt zusammen, denn im Laufe der Zeit kommt es immer mal wieder zu Ausfällen und Restrukturierungen eines Schuldners. Mögliche Ausfälle im niedrigen Prozentbereich haben dann eine geringe Auswirkung auf die Fondsperformance.

Was langweilig klingt ist es jedoch nicht, denn auch bei der Auswahl der Holdings wird die Bilanzqualität der Schuldner sowie das wirtschaftliche Umfeld eines Unternehmens berücksichtigt. Daher meiden wir aktuell die schwedischen Projektentwickler im Immobiliensegment, bevorzugen aber Unternehmen mit Bestandsimmobilien und guten Cash-Flows.

e-fundresearch.com: Wir befinden uns in einem fortgeschrittenen Stadium des Wirtschaftszyklus: Welche Rolle spielt der Schutz beziehungsweise die Limitierung der Downside im Portfoliomanagementansatz des DNB SICAV High Yield? Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Portfolio auch in Abwärtsphasen relative Outperformance gegenüber Ihrer Peer-Group und Benchmark generieren kann?

Hagen-Holger Apel: Wichtig ist, dass man auch im Markt für Hochzinsanleihen das Risiko im Griff hat. Grundsätzlich achten wir bei der Analyse auf die Bilanzqualität und die zukünftigen Cash Flows eines Schuldners. Eine hohe Expertise sowie eine genaue Kenntnis des Marktes helfen, gute Unternehmen zu finden. Viele Unternehmen verfügen über solide Cash Flows und können auch wirtschaftliche Abschwünge gut überstehen, so zum Beispiel Dienstleister aus dem Öl- und Flüssiggas-Transportgeschäft. Wie auf allen Märkten kommt es manchmal zu irrationalen Fehlbewertungen, wir sind dann eher auf der Käuferseite zu finden. Um die Benchmark und die Peer-Group zu schlagen bedarf es manchmal eines opportunistischen Anlagestils im Hinblick auf die Gewichtung einzelner Sektoren. Allerdings sollten die eingegangenen Positionen hinsichtlich des Risikos vertretbar sein.

e-fundresearch.com: Was sollte Fondsselektoren vor einem quantitativen Fondsvergleich und einer Analyse Ihres Track-Records bewusst sein? Worin bestehen die Einzigartigkeiten des DNB SICAV High Yield?

Hagen-Holger Apel: Unser Portfolio besteht ungefähr zu 75% aus skandinavischen Bonds aus einem breit diversifizierten nordischen High Yield Markt. Von der Währungsseite her investiert ein Anleger hauptsächlich in einen ausgewogenen Mix aus Norwegischer Krone, Schwedischer Krone, Euro sowie US Dollar. Daher lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen, denn ein rein quantitativer Vergleich zu einer US Dollar- oder Euro-Benchmark zeigt nicht das echte Bild. Die Spreads vieler nordischer Anleihen sind aktuell noch größer als in den europäischen oder US-amerikanischen Indices.

e-fundresearch.com: Chancen & Risiken: Welche Entwicklungen und Events sollten Investoren mit Blick auf Ihre Assetklasse im weiteren Jahresverlauf besonders genau im Fokus behalten?

Hagen-Holger Apel: Die größte Gefahr für den nordischen HY-Markt ist aktuell nicht mehr der Ölpreis. Die Restrukturierungen sind abgeschlossen und die norwegische Ölindustrie hat die Krise hinter sich gelassen. Investoren sollten die Aktienmärkte im Blick behalten, denn ein massiver Abverkauf dort wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Hochzinsmärkte unter Druck bringen. Das Zinsänderungsrisiko ist, abgesehen von einem massiven Zinsanstieg, aktuell sehr gering. Auch wenn Zinserhöhungen angekündigt sind, so werden diese moderat ausfallen. Ein Portfolio bestehend aus 75% Floating Rate Notes mit einer Duration von 1 wird in diesem Szenario wenig Auswirkungen verspüren.

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Apel! (02.08.2018/fc/a/f)





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