Continental European Equity Fund: Steigende Unternehmensgewinne in Europa - Fondsanalyse


01.11.17 11:38
T. Rowe Price

Baltimore (www.fondscheck.de) - Die voraussichtlich weiterhin positive Entwicklung der Unternehmensgewinne in Europa ist für Investoren mit Fokus auf europäischen Aktien von nicht zu überschätzender Bedeutung: Nach Jahren mit enttäuschendem Ergebniswachstum und Rating-Herabstufungen, markiert die Aussicht auf eine Rückkehr zu Gewinnzuwächsen im zweistelligen Bereich in diesem Jahr einen wichtigen Wendepunkt. Dean Tenerelli, Portfoliomanager des Continental European Equity Fund (ISIN LU0285832068 / WKN A0MNMY) von T. Rowe Price, nennt vier Dinge, die bei europäischen Aktieninvestments zu beachten sind.

1. Europas jüngste Gewinnhistorie sei enttäuschend gewesen

Werfe man einen Blick zurück auf den Zeitraum von 2012 bis 2016, so felle auf, dass jedes Jahr mit einer großen Einigkeit darüber begonnen habe, dass die Gewinnerwartungen zu hoch seien und einen übermäßig optimistischen Blick auf die Aussichten europäischer Unternehmen reflektieren würden. "Das führte soweit, dass die Ertragserwartungen im ersten Quartal bedeutend herabgestuft wurden, weil Unternehmen zwangsläufig enttäuschten und von Jahr zu Jahr immer schwächer wurden. Infolgedessen konnte auch die gesamte Entwicklung der europäischen Erträge über einen längeren Zeitraum hinweg nicht überzeugen", sage Tenerelli. Im Ergebnis habe dies dazu geführt, dass sie sich heute nach wie vor deutlich unterhalb jener Levels befänden, die vor 10 Jahren erreicht worden seien. Im Vergleich dazu hätten sich die Erträge in den Vereinigten Staaten im selben Zeitraum deutlich erholt und die Hochs übertroffen, die es im Vorfeld der Finanzkrise gegeben habe.

2. Erwartungen seien neu abgesteckt worden - mit positiver Wirkung

Zum ersten Mal in vielen Jahren hätten sich die Gewinnerwartungen für 2017 am Anfang des Jahres auf einem rationaleren Level befunden. Einige würden sogar nahe legen, dass die Analysten zu konservativ in ihren Einschätzungen gewesen sein könnten. "Tatsächlich boten europäische Unternehmen während des ersten Quartals das stärkste Gewinnwachstum innerhalb von sieben Jahren. Die Zahlen des zweiten Quartals waren weniger eindrucksvoll, wobei auch der steigende Eurokurs eine Rolle spielte. Dennoch haben die europäischen Unternehmen ein weiteres Mal solide, positive Ergebnisse geliefert", so der Experte. Von den STOXX-600-Unternehmen, die ihre Q2-Ergebnisse veröffentlicht hätten, hätten 59,8 Prozent die Erwartungen entweder erfüllt oder übertroffen. Mit zwei starken Quartalen im Rücken befänden sich die Konsensschätzungen für das Wachstum europäischer Gewinnerwartungen 2017 auf einem gesunden Level von 15,7 Prozent. "Im Vergleich dazu wird das Ertragswachstum für US-amerikanische Unternehmen für das Gesamtjahr bei 9,7 Prozent erwartet", so Tenerelli.

3. Verbesserungen im Finanzsektor seien eine wichtige Einflussgröße

Verbesserungen im europäischen Finanzsektor hätten spürbaren Einfluss auf die verbesserten Aussichten für das Ertragswachstum gehabt. Ein beständiger Gegenwind über das letzte Jahrzehnt hinweg sei in der strukturellen Abnahme der Erträge des Finanzsektors zu finden gewesen. Der Sektor sei verschiedenen großen Herausforderungen begegnet, darunter stärkerer Regulierung, Disruptionen von Geschäftsmodellen und sehr niedrigen Zinsen. Nichtsdestotrotz sehe es so aus, als würden sich insbesondere die Erträge des Bankensektors wieder erholen. Dieses Erholungsmuster spiegele sich auch in unserem Continental European Equity Fund wider. Die Banken hätten damit begonnen, deutliche Verbesserungen zu zeigen. 2017 hätten sie die Ertragserwartungen bisher in den meisten Fällen erfüllen oder schlagen können.

"Wir haben mit einem größeren Engagement bei ausgewählten Banken begonnen, wobei wir uns auf liquide, gut kapitalisierte Geschäfte mit starken Franchises fokussiert haben. In Spanien etwa haben wir bestimmte Holdings aufgenommen, bei denen wir erwarten, dass sie gegebenenfalls von Konsolidierungs-/M&A-Möglichkeiten profitieren werden", sage Tenerelli.

4. Das makroökonomische und politische Umfeld wirke unterstützend

Werfe man einen Blick in die Zukunft, so dürfte der Brexit-Prozess auch weiterhin ein ungewisser Einflussfaktor für Europa sein, genauso wie geopolitische Faktoren, darunter die anhaltenden Spannungen mit Nordkorea. Während der Verlauf des Konjunkturzyklus eine Risikoquelle darstellt, scheinen sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in Europa zu verbessern, so die Experten von T. Rowe Price. So würden es belastbare Daten und Umfragen, wie etwa der ISM-Einkaufsmanagerindex, nahe legen. Das Umfeld mit geringem Wachstum und niedriger Inflation wirke unterstützend, während das stabilere politische Umfeld in Europa zu deutlich mehr Selbstvertrauen geführt habe. Wenn in diesem Jahr und darüber hinaus ein Ertragswachstum realisiert werden sollte, dürfte das Investoren größeres Vertrauen in die Möglichkeiten relativer Bewertung geben, die bei europäischen Aktien existieren würden. (01.11.2017/fc/a/f)





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