Comgest Growth Japan Fonds: Japan gewinnt deutlich an Attraktivität - Fondsanalyse


12.08.19 12:41
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - Richard Kaye, Portfoliomanager des Comgest Growth Japan bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, sieht mit Blick auf die anhaltenden strukturellen Veränderungen bei japanischen Unternehmen attraktive Anlagechancen.

An Japans Wirtschaft würden sich seit Jahrzehnten die Geister scheiden: Für die einen stehe das Land der aufgehenden Sonne durch Überalterung, Verschuldung und weitgehend abgeschottete Strukturen praktisch durchgängig vor dem Kollaps. Für die anderen sei der fernöstliche Inselstaat eine wieder aufstrebende Wirtschaftsmacht, deren jüngere konjunkturelle Entwicklung vor allem von ihren exportstarken und innovativen Unternehmen getragen werde.

Trotz der geopolitischen Rahmenbedingungen, deren weitere Entwicklung nach wie vor ungewiss bleibe, da der Handelsstreit zwischen den USA und China jüngst wieder an Dynamik gewonnen habe, habe der Flaggschiff Comgest Growth Japan zu einer recht stabilen Outperformance zurückkehren können. Aus Sicht der Experten von Comgest spiegele sich darin die wachsende Vorliebe des Marktes für Qualität wider, wie sich an der zunehmenden Zahl japanischer institutioneller Anleger ablesen lasse, die mit Fokus auf Qualitätswachstum (Kapitalrendite und Aktionärsbeteiligung) an den heimischen Aktienmarkt zurückkehren würden. Hinzu komme die zunehmende Markteffizienz, in der sich die guten Fundamentaldaten auf Unternehmensebene widerspiegeln würden.

Viele Marktteilnehmer hätten bereits vergessen, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Japan unter den Industriemärkten einzigartig gewesen sei. Nur hier hätten heimische institutionelle Anleger im großen Stil Japan-Aktien im Zuge der Auflösung von Überkreuzbeteiligungen durch Banken und der Entflechtung von Konglomeraten verkauft. Pensionsfonds hätten deshalb eine besondere Vorliebe für Rentenpapiere entwickelt. Da jedoch die Rentner, deren Anzahl in Japan rapide steige, reale Renditen verlangen würden, sähen sich Pensionsfonds gezwungen, mehr Risiko einzugehen. Gerade rechtzeitig würden die Gewinne japanischer Unternehmen wieder wachsen, die zudem mehr auf die Interessen ihrer Aktionäre achten würden.

Es sei bekannt, dass Japan hochwertige Wachstumsunternehmen aus High-Tech-Segmenten wie etwa Robotik und Sensorik biete, zu denen Fanuc und Keyence gehören würden. Neu sei hingegen, dass asiatische Konsumenten Japan immer öfter als Heimat von Lifestyle-Marken wahrnähmen, die gerade Anlegern mit Fokus auf Qualitätswachstum attraktive Chancen bieten würden.

Hierzu zähle beispielsweise der japanische Kosmetikhersteller Kose, der erst jüngst für Südkorea eine Umsatzprognose von plus 20% bis 30% herausgegeben habe, während das weitere Wachstum in Japan bei rund 3% gegenüber 6% zwischen 2016 bis 2017 liege. Mit der Marke Decorte, deren Markt sich bisher überwiegend auf Asien konzentriere, möchte das Unternehmen seine Präsenz in Nordamerika und Europa ausbauen. Die Marke Tarte werde dagegen bereits in 50 Läden in Frankreich zum Verkauf angeboten, wo 250 der 340 Filialen der Kosmetikkette Sephora langfristig als Verkaufsstellen anvisiert würden. Zudem sei Tarte seit März eine der meistverkauften Marken der französischen Kosmetikkette.

Weiterhin bestätigte uns M3, ein führendes Unternehmen im Bereich der medizinischen Information, das weitere Wachstum seiner Produktpalette, so die Experten von Comgest. In Asien wachse der Umsatz um 40% bis 50% bei einem Wachstum im Bereich Evidence Solution von weiterhin 7%. Die Projektdynamik bleibe stark, und M3 wolle sein Arzt- und Krankenhausnetzwerk besser nutzen, indem es elektronische Krankenaktendienste aufbaue. Im überlaufenen IT-Sektor Japans falle dagegen der Business-Software-Anbieter Obic durch seine steigenden Bewertungskennzahlen auf. Darin komme die Wachstumsbeschleunigung zum Ausdruck, da seine Kunden ihre Arbeitsabläufe neu ordnen und ihre Vertragsgestaltung verschärfen würden.

Japan profitiere von einem politischen Umfeld, das stabiler sei als in vielen anderen Industrieländern. Europa etwa müsse sich mit Fragen zu seiner Zukunft auseinandersetzen, während in Amerika der nächste Präsidentschaftswahlkampf bevorstehe. Ganz gleich, ob alle Maßnahmen der Abenomics-Reform unter dem japanischen Premierminister Shinzo Abe umgesetzt würden: Inhaber japanischer Aktien würden zumindest wissen, dass die politische Führung auf ihrer Seite sei. Selbst wenn das Führungspersonal des Landes wechseln sollte, scheine die Richtung Japans vorgegeben, weil es einen breiten Konsens über den aktuellen politischen Kurs gebe.

Daten aus rund zwanzig Jahren würden belegen: Die Aufschläge seien durch im Vergleich zum Markt bzw. Branchendurchschnitt höhere Gewinne und Kapitalrenditen gerechtfertigt. Der Gewinnausblick für die nächsten fünf Jahre stimme die Experten von Comgest zuversichtlich, dass das überdurchschnittliche Wachstum anhalte.

Mit Japans spezieller Marktstruktur würden besondere Chancen für das Portfolio einhergehen. Erstens mangele es an fundiertem Research. Zweitens hätten japanische Anleger heimische Aktien jahrelang gemieden und würden erst jetzt allmählich an den Markt zurückkehren. Drittens hätten Firmen zum Überleben mangels Ressourcen und angesichts der chaotischen Politik der Vergangenheit zwangsläufig einzigartige Geschäftsmodelle entwickeln müssen. Das kommt uns gelegen, denn wir verfügen unter den ausländischen Vermögensverwaltern über eine der längsten Erfahrungen an Japans Aktienmarkt, so die Experten von Comgest. Die auf langfristige Erträge bedachtenden, zurückkehrenden japanischen Anleger würden in gewissem Maße ähnliche Anlagekriterien wie die Experten von Comgest bevorzugen. Und viele japanische Unternehmen würden inzwischen diese von den Experten vorausgesetzten Qualitätswachstumskriterien erfüllen. (12.08.2019/fc/a/f)






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