Comgest Growth Europe-Fonds: Europa bietet starke Wachstumsunternehmen


05.08.19 14:15
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - Franz Weis, Portfoliomanager des Comgest Growth Europe bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, ist der Ansicht, dass trotz der konjunkturellen Abschwächung die Anlagechancen in europäische Stock Picks noch längst nicht ausgeschöpft sind.

Im bisherigen Jahresverlauf seien die Märkte nach dem Kursrutsch des letzten Jahres kräftig auf den letztjährigen Höchststand zurückgefedert. Der positiven Entwicklung des Aktienmarkts stehe jedoch die weiterhin schleppende Weltkonjunktur gegenüber. Die OECD-Prognosen würden zwar für dieses Jahr ein weltweites Wachstum von 3,2% und für die Eurozone einen Rückgang des Wachstums auf 1,2% voraussagen. Doch die Kombination aus Handelsstreitigkeiten, politischer Unsicherheit, Populismus und Brexit würden die Märkte weiterhin belasten. Selbst die USA, die bisher weitgehend der globalen konjunkturellen Abschwächung getrotzt hätten, würden erste Anzeichen einer Belastung aufweisen.

Mit Blick auf die eher unkonventionellen Notenbankaktivitäten nach der globalen Finanzkrise ab 2007 sei es zwar gelungen, das wirtschaftliche Wachstum, vor allem in den USA, wieder anzufachen. Doch diese Entwicklung habe abrupt geendet, als die FED nach Signalen der Straffung zuletzt Zinssenkungen in Aussicht gestellt habe. Aber auch die EZB habe jüngst wieder expansivere Töne angeschlagen und mitgeteilt, die Zeit, in der die Zinsen nicht steigen sollten, von Ende 2019 auf das erste Halbjahr 2020 zu verlängern. Das möge zunächst nach kleinen Änderungen aussehen, aber dass solche Bedeutungsnuancen die Kursbewegungen an der Börse dominieren würden, zeige, wie fragil die aktuelle Marktstimmung sei. Am Ende habe die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik das Tauziehen gegen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gewonnen und den MSCI Europe in Euro seit Jahresbeginn um 16,2% in die Höhe getrieben.

Obwohl es für den Anlagestil, den die Experten beim Comgest Growth Europe verfolgen würden, eher untypisch sei, hätten sie in einem steigenden Markt outperformt. Das habe an den anhaltend guten Fundamentaldaten der in dem Portfolio der Experten gehaltenen Unternehmen gelegen, die mit steigenden Bewertungskennzahlen einhergegangen seien. Zum anderen hätten die Experten wieder dort Gewinne mitgenommen, wo sie überzogene Bewertungen gesehen hätten, und diese Gewinne dort investiert, wo sie weiterhin starke Aussicht auf gute Renditen-Chancen sehen würden.

Hinsichtlich der im Portfolio von den Experten gehaltenen Unternehmen habe sich das starke Momentum von 2018 auch in diesem Jahr fortgesetzt. Dabei würden sich die Experten bei ihrer streng selektiven Auswahl auch weiterhin am gesunden organischen Umsatzwachstum orientieren, das als Wachstum ohne die Auswirkungen von Übernahmen/Veräußerungen und Währungseinflüssen definiert sei. Gemessen daran habe das Portfolio 2018 ein astronomisches Wachstum von 9% abgeliefert, während die Experten für das erste Quartal 2019 das organische Wachstum auf 7,5% schätzen würden, also mehr als das langfristige Ziel von 7%. Folglich seien die Aktien der von den Experten gehaltenen Unternehmen auf breiter Front angestiegen.

LVMH beispielsweise habe im ersten Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 11% gemeldet, wobei die Kernsparte Mode und Lederwaren dank der Nachfrage aus Asien noch schneller gewachsen sei. In ähnlicher Weise habe das organische Wachstum von L'Oréal mit 8% das obere Ende seiner historischen Spanne erreicht, wobei auch hier die Luxusgütersparte fast doppelt so schnell gewachsen sei. Straumann, Weltmarktführer bei Zahnimplantaten, habe ein sowohl geografisches als auch nach Geschäftsbereichen breit gegründetes, sehr kräftiges organisches Wachstum von 17% gemeldet, das sich wiederum in deutlich wachsenden Marktanteilen niedergeschlagen habe. Die Strategie des Unternehmens, sein Angebot auf einfache Implantate, Kieferorthopädie und Biomaterialien auszuweiten, habe den Absatzmarkt des Unternehmens wesentlich erweitert.

Nachteilig auf die Performance des Fonds habe sich dagegen der Zahlungsdienstleister Wirecard ausgewirkt, dessen Aktienkurs unter einer Reihe von Artikeln in der Financial Times gelitten habe, in denen dem Konzern irreguläre Bilanzierungspraktiken seiner asiatischen Gesellschaften vorgeworfen worden seien. Die Experten hätten trotzdem beschlossen, aus der Position auszusteigen. Ihrer Meinung nach unterstreiche diese Episode die mit Wirecards übernahmeorientiertem Wachstumsprofil verbundenen Risiken und die Arbeit, die das Unternehmen leisten müsse, um sein internationales Risikomanagement zu verbessern.

Auch Ambu habe die Performance des Fonds herabgezogen, nachdem sein CEO überraschend ausgeschieden sei und der neue CEO danach die Wachstumserwartungen gesenkt habe. Zwar habe es die Experten enttäuscht, wie der Verwaltungsrat mit dem Wechsel umgegangen sei, jedoch würden die Experten die Argumente dafür verstehen, das Unternehmen auf seine nächste Wachstumsphase vorzubereiten, und seien nach wie vor begeistert von seinem Sortiment an Einweg-Bronchoskopen.

Die aktuelle geopolitische Lage hinterlasse den Aktienmarkt in einer schwierigen Position. Einerseits werde ein konjunktureller Abschwung befürchtet, andererseits würden Aktienrenditen im aktuellen Niedrigzinsumfeld geschätzt. In letzter Zeit sei deshalb vermehrt wieder Geld in die Unternehmen gepumpt worden, die die Experten hinsichtlich ihrer Qualitätswachstumsraten schätzen würden. Unter diesem Gesichtspunkt würden sich die Experten weiterhin auf Bottom-up-Stock-Picking konzentrieren, wobei sie sorgfältig die langfristigen Gewinner auswählen würden.

Dies erkläre unter anderem auch, weshalb die Experten in einem Umfeld gebremsten Wirtschaftswachstums weiterhin starke Wachstumsaussichten sehen würden und weshalb sie in jüngster Zeit Ergebniskorrekturen nach oben erlebt hätten, während der Markt Korrekturen nach unten erlitten habe. Dort, wo die Experten Überbewertungen sehen würden, würden sie Gewinne mitnehmen und den Erlös dort investieren, wo sie langfristige Rendite-Chancen sehen würden. Insgesamt würden die Experten weiterhin damit rechnen, dass die von ihhnen verfolgte Strategie langfristig überdurchschnittliche Renditen bei unterdurchschnittlichem Risiko liefere. (05.08.2019/fc/a/f)





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