Comgest Growth China-Fonds: Anlageklima in China unverändert günstig - Fondsanalyse


06.09.18 12:00
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - David Raper und Baijing Yu, Portfoliomanager des Comgest Growth China bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, sind der Ansicht, dass sich das Anlageklima in China bei einer gezielten Titelauswahl trotz des Handelskonfliktes bezahlt machen wird.

Der lange Schlagabtausch zwischen China und den USA sei offiziell erst vor Kurzem in einen Handelskrieg gemündet. Die USA hätten Zölle in Höhe von 25% auf chinesische Waren verhängt, worauf China mit ebenso hohen Vergeltungszöllen reagiert habe. In der Öffentlichkeit würden sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping fest entschlossen zeigen, die Interessen ihrer Länder zu wahren, würden aber auch Verhandlungsbereitschaft signalisieren. So hätten die USA ihre Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE aufgehoben und auf schärfere Vorschriften für chinesische Investoren verzichtet. China beschleunige unterdessen die Öffnung einiger Finanzbereiche wie Wertpapierhandel, Vermögensverwaltung und Versicherungen und beseitige Hemmnisse für Unternehmen im Automobil-/Agrarsektor. Die Abhängigkeit Chinas vom Welthandel sei in den letzten Jahren zwar stetig gesunken, aber noch schärfere Beschränkungen für Investitionen und Technologietransfers könnten die wirtschaftliche Neuausrichtung bremsen.

Die Wirtschaft wachse insgesamt nach wie vor solide, dennoch wehe inzwischen bei Investitionen und Übernahmen zwischen den USA und China ein eisiger Wind. Die USA würden die Kontrolle ausländischer Investitionen verschärfen, um den Transfer von Technologie- und Industrie-Know-how durch die Hintertür zu verhindern. Damit hätten sie Chinas Ambitionen durchkreuzen wollen, die globale Technologieführerschaft zu übernehmen.

Eine stabile Binnenwirtschaft sei für Reformen und Schuldenabbau vor allem angesichts der wachsenden Handelsspannungen von zunehmender Bedeutung. Das chinesische Politbüro habe diese Einschätzung auf seiner Sitzung im Juli geteilt und Lockerungsmaßnahmen angekündigt. Dementsprechend sei für die kommenden Monate mit einer Belebung des Liquiditäts- und Kreditwachstums zu rechnen. Langfristig sei das Hauptziel der chinesischen Regierung jedoch der Schuldenabbau. Dank Konsum, Investitionen in Forschung & Entwicklung (F&E) und Reformen sei das Klima für eine gezielte Titelauswahl in China unverändert günstig.

SoftBank habe im Juli am stärksten zum positiven Ergebnis des Comgest Growth China beigesteuert. Acht Beteiligungsunternehmen des Konzerns hätten auf der Konferenz SoftBank World 2018 ihre Ergebnisse präsentiert. Anlegern sei dabei bewusst geworden, dass SoftBank, gemessen an seinen Vermögenswerten, unterbewertet sei. Das Zwischenergebnis des Halbleiterunternehmens TSMC habe die Einschätzung der Experten bestätigt, wonach das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorsprung außerhalb des Mobilfunksektors ausbaut und neue Chancen wahrnehme.

Zu den Verlustbringern des Fonds habe unter anderem Yutong Bus gezählt. Das Unternehmen habe einen schwachen Juni-Umsatz gemeldet, bevor die Subventionen für Elektrobusse erneut gekürzt worden seien. Angesichts der geringen Marktdurchdringung würden die Experten dennoch mit einem langfristigen Anstieg der Busumsätze um 8% rechnen. Ihnen gefalle die nach wie vor attraktiv bewertete Aktie mit ihrer soliden Dividendenrendite. Der chinesische Hersteller von Kinder- und Babyartikeln Goodbaby sei in den Sog der Abwicklung von Toys’R‘Us und dem daraus resultierenden Bestandsabbau bei seinen Premiummarken geraten. Die Experten würden die Branding-Strategie in China unverändert optimistisch beurteilen und davon ausgehen, dass das Land langfristig zum Wachstumstreiber avancieren werde. (06.09.2018/fc/a/f)






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