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Carmignac's Anlagestrategie: Aktienexposure leicht zurückgegangen - Zinsstrategie unverändert - Fondsanalyse


07.09.17 11:00
Carmignac Gestion

Luxemburg (www.fondscheck.de) - Nachdem sie im Juli eine Pause eingelegt hatte, nahm die Volatilität an den Aktienmärkten im August angesichts geopolitischer Sorgen wieder zu, so Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees und Managing Director bei Carmignac.

Der US-Aktienmarkt habe im Monatsverlauf eine ausgesprochene Korrektur verzeichnet, während sich die Märkte der Schwellenländer gut gehalten und am Ende deutlich im Plus gelegen hätten. Insbesondere Brasilien habe um über 5 Prozent zugelegt.

Aufgrund der politischen Instabilität in den USA bestünden Zweifel daran, ob Präsident Trump ein Infrastrukturinvestitions- und Steuersenkungsprogramm auf die Beine stellen könne, das den absteigenden Konjunkturzyklus stützen könnte. Dies veranlasste die Experten von Carmignac, eine allmähliche Verringerung ihrer zyklischen Werte innerhalb ihrer Aktienstrategie einzuleiten.

Folglich verringerten die Experten von Carmignac ihre Positionen in US-Fluggesellschaften, trennten sich von ihren Positionen in japanischen Finanzwerten und nahmen einen hohen Teil der Gewinne auf ihre europäischen Bankwerte mit. Da im Gegenzug keine Anlagen getätigt worden seien, sei das Aktienexposure der Gesamtstrategie leicht zurückgegangen.

Während die Kreditspreads den Sommer über insgesamt stabil geblieben seien, seien die Renditen von Staatsanleihen der Kernländer gegenüber ihrem Höchststand Ende Juni zurückgegangen. Davon seien vor allem deutsche Bundesanleihen betroffen gewesen, deren Bewertung sich immer mehr von den Fundamentaldaten abkopple.

In diesem Umfeld blieb die Zinsstrategie der Experten von Carmignac insgesamt unverändert. Die Experten würden weiterhin selektiv nach Rendite suchen in Segmenten wie z.B. Schwellenländeranleihen in Lokalwährung, vor allem Brasiliens und Russlands, oder italienischen Staatsanleihen, deren Renditespread gegenüber deutschen Papieren im ersten Halbjahr 2017 seinen höchsten Stand seit drei Jahren erreicht habe. Im Übrigen würden die Experten weiterhin darauf achten, dass ihre Unternehmensanleihen liquide seien, und würden den Anteil der erstklassigen Papiere und der kurzen Laufzeiten ausbauen.

Dies diene zur Vorsorge gegen Rückschläge, die aufgrund der allmählichen Normalisierung der Geldpolitik der EZB auftreten könnten. Das moderate Inflationsniveau verleite Anleger in der Tat zu einer gewissen Selbstzufriedenheit in Bezug auf die Beibehaltung von akkommodierenden Geldpolitiken, obwohl die weltweiten Zentralbanken immer mehr gezwungen sein würden, ihre Politiken zu normalisieren. Ferner würden die Experten den möglichen Schock absichern, den ein heftiger Anstieg der deutschen Zinsen verursachen könnte, indem sie an ihren Verkaufspositionen in deutschen Bundesanleihen festhalten würden.

Der ununterbrochene Anstieg des Euro seit dem Ende des ersten Quartals habe sich auch im August fortgesetzt. Diese Entwicklung spiegele vor allem die Schwäche des US-Dollar wider, der sogar seinen Status als sicherer Hafen verliere, wie der immer schnellere Anstieg der europäischen Einheitswährung im Zuge der geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit Nordkorea zeige.

In der Währungsstrategie der Experten von Carmignac ist folglich der Euro nach wie vor übergewichtet, während weiterhin eine Verkaufsposition im Britischen Pfund besteht. Diese habe angesichts des beschleunigten Rückgangs der britischen Währung im Juli und August einen erheblichen Beitrag zur Performance der Währungen in den Fonds der Experten geleistet. (Ausgabe September 2017) (07.09.2017/fc/a/f)