Candriam SRI Bond Emerging Markets-Fonds: SRI-Seriensieger Schweden, Absteiger Türkei - Fondsanalyse


05.10.17 12:40
Candriam

Brüssel (www.fondscheck.de) - Schweden top, Simbabwe flop - die Candriam Investors Group veröffentlicht heute seinen "ESG Country Report 2017", der die Nachhaltigkeitsfähigkeit von weltweit 123 Ländern analysiert und beurteilt, so die Experten von Candriam im Kommentar zum Candriam SRI Bond Emerging Markets (ISIN LU1434519762 / WKN A2DGHJ).

Demnach würden Schweden, Norwegen und die Schweiz am besten abschneiden, wenn es um Faktoren wie Arbeitskraft, Soziales, Umwelt und Wirtschaft gehe. Deutschland lande auf dem zehnten Platz. Länder wie die Türkei (Platz 76), China (79) oder Russland (94) würden jedoch in Teilbereichen erhebliche Defizite aufweisen und nicht den SRI-Richtlinien des europäischen Multi-Assetmanagers von New York Life Investment Management (NYLIM) entsprechen.

Der ESG-Länderreport von Candriam nehme insgesamt 123 Länder unter die Lupe, darunter 35 Industrienationen. Nach Analyse von Candriam seien davon 34 Länder für Investments geeignet, die ESG-Richtlinien entsprechen würden; einzig Griechenland erfülle hier die Standards derzeit nicht. Von den 88 getesteten Emerging und Frontier Markets würden 40 die Kriterien einer Anlage nach SRI-Standards erfüllen.

Der SRI-Filter ermögliche es Candriam, in Länder zu investieren, die sich durch Nachhaltigkeit in den Bereichen Humankapitalmanagement, Ressourcen- und Umweltmanagement, Sozialkapitalmanagement sowie Geld- und Fiskalpolitik auszeichnen würden. Emittenten mit einer schwachen Beurteilung würden aus dem Anlageuniversum der SRI-Fonds ausgeschlossen. So investiere etwa der Anleihenfonds Candriam SRI Bond Emerging Markets nur in Schwellenländer, die den im Report definierten Anforderungen entsprechen würden. Mit diesem Ansatz verleihe Candriam seiner Überzeugung Nachdruck, dass nachhaltig wirtschaftende Länder die besten Aussichten auf eine stabile Entwicklung hätten.

Im diesjährigen Bericht stehe Schweden nicht nur auf Platz 1, sondern habe auch eine höhere Punktzahl erhalten als 2016. Das gelte auch für die übrigen Top-5-Nationen Norwegen, die Schweiz, Island und Luxemburg, die in allen vier Bereichen hohe Punktzahlen erreichen würden. Norwegen schneide nur deshalb etwas schlechter als Schweden ab, weil seine Wirtschaft stark von der Ölindustrie abhänge. Das ESG-Engagement des Staatsfonds mache diesen Nachteil aber zum Teil wieder wett. Die drittplatzierte Schweiz schneide in allen Bereichen gut ab, liege aber bei Finanztransparenz und Verantwortung etwas zurück. Deutschland lande mit einer hohen Bewertung im Bereich Soziales auf dem zehnten Platz.

Viele Schwellenländer würden 2017 höhere Punktzahlen im Bereich Wirtschaft erzielen, darunter Polen (Platz 29), Indonesien (44), Elfenbeinküste (62), Mexiko (63) oder Indien (72). Indien und Polen hätten allerdings in anderen Bereichen gegenüber dem Vorjahr nachgelassen. In der Gruppe der größten Schwellenländer sei in China und Indien eine Neuorientierung hin zu einem grüneren Wachstum zu beobachten gewesen. Sie würden, im Gegensatz etwa zu Russland und Brasilien (Platz 50), ambitionierte Programme für erneuerbare Energie umsetzen. Die Bewertung der Türkei habe sich aufgrund des zunehmend autokratischen Kurses der Regierung Erdogan verschlechtert. Der Faktor Autokratie sei auch die Ursache für die schlechtere Gesamtwertung vieler asiatischer Länder gewesen, die in den Bereichen Humankapital und Wirtschaft hingegen in der Regel gut abschneiden würden.

Wim Van Hyfte, Global Head of Responsible Investment and Research bei Candriam: "Die Nachhaltigkeits-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen formulieren eindeutig die Notwendigkeit, nicht nur wirtschaftliche Rahmendaten der Ländern zu berücksichtigen, sondern insbesondere eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Diesen Zielen versuchen wir mit unserer Analyse gerecht zu werden. Unsere ESG-Länderanalyse umfasst eine ganzheitliche Länderbewertung, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Chancen und -Risiken berücksichtigt. In unseren Augen sind das ganz wesentliche Faktoren für die langfristige Wertschöpfung von Staatsanleihen. Eine Strategie, die diese ESG-Kriterien systematisch integriert, bildet auch aus Risiko-Rendite-Perspektive eine gute Basis für bessere Investitionsentscheidungen. Eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen beeinflusst auf lange Sicht direkt die Kreditwürdigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstumspotenzial der Länder."

Candriam zähle weltweit zu den Pionieren im Bereich nachhaltige und verantwortungsbewusste Anlagen (SRI) und berücksichtige entsprechende ESG-Kriterien bereits seit mehr als 20 Jahren in vielen Investmentprozessen. Zurzeit würden 26 Prozent des verwalteten Vermögens auf Grundlage eines SRI-Screening-Prozesses gemanagt. Ende 2016 seien es 21 Prozent gewesen. Die Nettomittelzuflüsse in SRI-Strategien hätten allein im ersten Halbjahr 2017 2,8 Milliarden Euro betragen. Demnächst solle zudem eine neue SRI-High-Yield-Strategie aufgelegt werden. (05.10.2017/fc/a/f)





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