Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: 09/2021-Bericht, Wertrückgang von 4,3% - Fondsanalyse


04.11.21 13:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit min. 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Management-Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Small und Mid Caps hätten den Berichtsmonat 4,2% schwächer beendet, womit sie schlechter als die breiteren Indices abgeschlossen hätten (SXXR -3,3%). Zunächst hätten die Sorgen der möglichen Insolvenz des chinesischen Immobilienriesen Evergrande, später den Inflationsrisiken und einer strafferen Haltung der FED und den rasch steigenden Zinsen gegolten. Auch die Rohstoffpreise hätten angezogen. Rohöl habe bei USD 79 pro Barrel und damit über Vorkrisenniveau notiert. Der PMI Composite für die Eurozone sei im September auf 56,1 Zähler nach 59.0 Punkten im August gesunken, wobei sowohl der Dienstleistungssektor (56,3) als auch die Industrie (55,6) ggü. dem Vormonat nachgegeben hätten, aber weiterhin deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle lägen.

Auf Sektorebene hätten Zykliker und Value-Titel besser als defensive Aktien und Wachstumswerte abgeschnitten, die negativer auf steigende Zinsen reagieren würden. Energie (+9,5%), Kommunikationsdienstleistungen (+1,4%) und Finanzwerte (+0,6%) hätten die beste Performance geboten, während Immobilien (-9,2%), Technologie (-7,9%) und Grundstoffe (-6,2%) die Schlusslichter gebildet hätten.

Vor diesem Hintergrund habe der Fonds 4,3% (EUR/ B-Anteile) nachgegeben und seine Benchmark um 8 Bp verfehlt.

Die größten Verlustbringer im Berichtsmonat seien Wartsila (-13,0%), Dürr (-10,7%) und Alten (-8,9%) gewesen. Wartsila, der finnische Hersteller von Schiffsmotoren und Stromaggregaten, habe nach einer starken Kursentwicklung unter Gewinnmitnahmen gelitten. Die Auftragsbücher für Servicing seien gut gefüllt, aber die Nachfrage nach neuer Ausrüstung erhole sich nur langsam und der neue CEO lasse Visibilität vermissen. Die Experten der Bellevue Asset Management AG würden auf dem anstehenden Kapitalmarkttag im November ausführlichere Informationen erwarten. Dürr hätten vom Sentiment her neben den anhaltenden Schwierigkeiten des Automobilsektors Lieferengpässe und steigende Inputkosten belastet.

Alten, der französische F&E-Outsourcing-Spezialist, habe H1-Zahlen veröffentlicht, die eine schneller als erwartete Rentabilität infolge einer hohen Auslastungsrate gekennzeichnet habe. In jüngsten Gesprächen hätten Unternehmensvertreter ein weiterhin sehr hohes Aktivitätsniveau ohne indirekte Auswirkungen von Lieferkettenproblemen bestätigt. Altens größte Challenge würden die Rekrutierung und die Kontrolle der Lohnkosten bleiben, obwohl steigende Löhne zumeist an Kunden weitergegeben würden. Nach einer starken Entwicklung habe die Aktie konsolidiert.

Als größte Gewinnbringer hätten sich im Berichtsmonat Subsea 7 (+16,7%), Unicaja (+15,3%) und Flughafen Zürich (+9,8%) erwiesen. Subsea7, der norwegische Energiedienstleister, habe dank steigender Ölpreise kräftig zugelegt und sich guter Geschäfte erfreut, wie die Bekanntgabe des gewonnenen EPCI-Vertrag über USD 750 Mio. zum Monatsende gezeigt habe. In einem günstigeren Zinsumfeld habe die spanische Bank Unicaja bewertungstechnisch weiter zu ihren Peers aufschließen können, da der Fusionsprozess mit Liberbank voranschreite. Dies und Kostensynergien in Höhe von EUR 150 Mio. dürften einen positiven Gewinnausblick stützen. Flughafen Zürich habe fester geschlossen wie auch die meisten Reise- und Freizeittiteln. Die Statistiken zum Luftverkehrsaufkommen seien positiv ausgefallen. Die Experten der Bellevue Asset Management AG rechnen damit, dass dieser Trend über die Herbstferien und die Weihnachtssaison hinaus anhält. Um ihre Start- und Landerechte nicht zu verlieren, bestehe für Fluggesellschaften ab November eine 50%ige Nutzungspflicht der Slots. Die Flugbranche habe zudem von höheren Impfquoten und positiven Newsflow zu Mercks Corona-Wirkstoffkandidat profitiert.

Die Einkaufsmanagerindices würden sich abschwächen und die Inflation steige, beides bedingt durch Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage und Lieferkettenunterbrechungen. Das System sei in den letzten 18 Monaten mehr oder weniger auf Eis gelegt worden und müsse sich auf das neue Nachfrageniveau einstellen. JIT-Lieferketten seien nicht darauf ausgelegt, diesen Kickstart zu bewältigen. Die Spot-Inflation werde sich mit der Zeit normalisieren, auch wenn das absolute Niveau über dem vor der Pandemie liegen dürfte. Die Experten der Bellevue Asset Management AG gehen nicht von einem Stagflationsszenario aus und rechnen mit einer Wachstumsrückkehr, begünstigt durch den starken Nachholbedarf infolge der Eindämmung von COVID-19 und der Beseitigung von Engpässen. Die Schaffung eines EU-Aufbaufonds und die jüngsten Wahlen in Deutschland dürften sich positiv auf die Ausgaben- und Investitionsbereitschaft auswirken.

Im September eröffneten die Experten der Bellevue Asset Management AG eine neue Position in BE Semiconductor (BESI), dem niederländischen Hersteller von Ausrüstung für die Waferproduktion mit Spezialisierung auf Die-Attach- und Die-Packaging-Anwendungen. Die EBIT-Marge von 41% im H1 2021 unterstreiche die ausgezeichnete Rentabilität des Unternehmens, das zudem eine Netto-Cash-Position in der Bilanz ausweise. Mit einem derzeitigen EV/EBIT 2022 von 13,5x, dem tiefsten Wert binnen drei Jahren, sei BESI ein attraktiv bewertetes Unternehmen im Halbleitersektor. (Stand vom 30.09.2021) (04.11.2021/fc/a/f)





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