Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe-Fonds: 03/2020-Bericht, Performanceminus von 17,4% - Fondsanalyse


04.05.20 09:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB Entrepreneur Europe (Lux)-Fonds (ISIN LU0415391860 / WKN A0RPSJ, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in Europa ergeben würden.

Der Fonds investiere in börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit mindestens 20% der Stimmrechtsanteile kontrolliert würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sie würden sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Managementteam identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit mittlerer als auch großer Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Aktien hätten den März gemessen am SXXR 14,5% schwächer infolge der schnellen Ausbreitung von Covid-19 beendet. Während Regierungen eine weitreichende Eindämmung des Virus angeordnet hätten, habe es erste Anzeichen für ernsthafte negative Auswirkungen auf die Wirtschaft gegeben. In der Eurozone sei der Composite PMI im März auf ein Allzeittief von 31,4 Punkten gesunken. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA seien auf 3,2 Mio. gestiegen, was der bei weitem höchste gemessene wöchentliche Anstieg in der Geschichte sei. Regierungen und Notenbanken hätten darauf zügig mit einem noch nie da gewesenen Paket an fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen reagiert, die für eine Marktberuhigung gesorgt hätten.

Die Rendite von US-Treasuries habe um 48 Bp auf 0,67% nachgegeben. Der Ölpreis sei um 55% auf USD 23 pro Fass abgestürzt, was ebenfalls zur Marktvolatilität beigetragen habe. Alle Sektoren hätten an Wert eingebüßt. Defensive Sektoren hätten zum dritten Monat in Folge überdurchschnittlich abgeschnitten, wobei Gesundheit (-2,8%), Nahrungsmittel (-7,9%) und Einzelhandel (-9,2%) die beste Wertentwicklung geboten hätten, während Banken (-29,5%), Reisen & Freizeit( 29,0%) und Auto & Bauteile (-24,3%) am schlechtesten performt hätten.

In diesem Umfeld habe der Fonds 17,4% (EUR/B-Anteile) schwächer geschlossen und seine Benchmark um 290 Bp verfehlt. Die größten Verlustbringer im März seien Sopra Steria (-31%), Subsea7 (-45,8%) und Alten (-34,6%) gewesen. Nachdem Sopra Steria die Portfolioperformance im Februar angesichts starker Jahreszahlen 2019 beflügelt habe, habe die Aktie deutlich ins Minus gedreht und schwächer als der Tech-Sektor geschlossen. IT-Dienstleister würden allgemein als zyklisch gelten, jedoch betrage Sopra's Anteil an wiederkehrenden Umsätzen 50%. Die strategische Natur der langfristigen Projekte und die Fähigkeit, Dienstleistungen aus der Ferne zu erbringen, dürften die Auswirkungen eines durch die Coronakrise verursachten Abschwungs mildern, während die flexible Kostenstruktur Gewinneinbußen abfedern sollte. Mittelfristig halten die Experten der Bellevue Asset Management AG die Wachstumsaussichten für intakt, da eine funktionierende IT-Infrastruktur für Unternehmen wichtiger denn je ist.

Der norwegische Offshore-Dienstleister Subsea7 sei dem dramatisch schwachen Ölpreis zum Opfer gefallen. Auf Sektorebene sind die Experten der Bellevue Asset Management AG im Energiebereich unterdurchschnittlich engagiert, halten aber kleinere Positionen auch als Absicherung gegen eine Ölpreiserholung. Alten, der F&E-Outsourcingspezialist aus Frankreich, habe unter seinem Automobil- und Luftfahrtsektor-Exposure gelitten. Die Experten seien der Ansicht, dass der diversifizierte Mix, die effiziente gemeinsame Nutzung von Ingenieursressourcen sowie die erstklassige Personalkostenverwaltung dem Unternehmen helfen sollte, die aktuell anspruchsvolle Zeit zu meistern. Derweil sollte die Netto-Cash-Position von EUR 75 Mio. eine Fortsetzung der historisch pragmatischen Akquisitionsstrategie ermöglichen.

Die größten Beiträge zur Fondsperformance hätten Logitech (+13%), Roche (+4,5%) und Novo Nordisk (+5%) geleistet. Logitech habe sich in der Krise wie erwartet als sehr widerstandsfähig erwiesen, da es vom akuten Bedarf an Homeoffice-Arbeitsplätzen profitiert habe. Videokonferenzsysteme und PC-Zubehör, aber auch die Spiele-Ausrüstung des Unternehmens würden sich derzeit einer steigenden Nachfrage erfreuen. Nachdem Logitech seine Fertigung in China im Zuge der sino-amerikanischen Handelsspannungen deutlich reduziert habe, verfüge es zudem über eine hohe Produktionsagilität, die zur Begrenzung von Lieferkettenstörungen beitragen dürfte.

Der Gesundheitssektor sei seiner defensiven Rolle in der Krise mit einer relativen Performance von 15% seit Jahresbeginn gerecht geworden. Aus fundamentaler Hinsicht steche Roche dank einer Reihe neuer Produktlancierungen hervor, durch die es das inhärente Biosimilarrisiko ausgleiche. Der Pharmariese profitiere zudem unmittelbar von Covid19-Tests und dadurch eingeleiteten symptomatischen Maßnahmen. Auch Novo Nordisk habe seine Umsatzwachstumsprognose für 2020 von 3 bis 6% bestätigt, wobei dies eine weitestgehend störungsfreie Versorgungskette und die erwartete Rückkehr der Patientenströme im H2 voraussetze.

Top-down-Fragen sowie V- oder U-förmige Erholungsszenarien würden weitgehend die Diskussionen bestimmen. Sell-Side-Analysten hätten begonnen, ihre Prognosen zu senken, und die EPS-Schätzungen für 2020 seien bislang auf -10% revidiert worden. Die Zukunft sei voller Herausforderungen und die Ankündigungen von Dividendenkürzungen seien an der Tagesordnung. Es würden die Unternehmen überleben und als relative Gewinner aus der Krise hervorgehen, die über eine starke Bilanz verfügen würden. Mit einem unterdurchschnittlichen ND/EBITDA von 1,1x dürfte die Auswahl der Experten an eigentümergeführten Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil besitzen - angesichts der allgemeinen Schuldenverdopplung seit 2008. Auch kleiner kapitalisierte Unternehmen seien im Schnitt diesbezüglich konservativer orientiert.

Die Experten der Bellevue Asset Management AG intensivieren ihre ausführlichen Managementgespräche und aktualisieren ihre Modelle, um Risiken und Chancen einzelner Aktien im Auge zu behalten. So hätten sie mit Jerónimo Martins und Carrefour neue Engagements im Lebensmitteleinzelhandel initiiert. Darüber hinaus hätten die Experten eine neue Position in GN Store Nord eröffnet. Ihnen gefalle das dynamische Audiogeschäfts (Jabra etc.) und sie würden beim Abflauen der Krise mit einer Erholung des Wachstums rechnen. Die Experten der Bellevue Asset Management AG halten an ihrer Übergewichtung des Tech-Sektors fest und nutzten die Schwächephase, um ihre Positionen in Worldline und ASM Int. aufzustocken. (Stand vom 31.03.2020) (04.05.2020/fc/a/f)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
310,02 € 310,02 € -   € 0,00% 04.06./15:40
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0415391860 A0RPSJ 365,60 € 231,68 €