BB African Opportunities (Lux)-Fonds: 06/2020-Bericht, Performanceminus von 3,9% - Fondsanalyse


29.07.20 10:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB African Opportunities (Lux)-Fonds (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D, EUR B) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in Aktien in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollten. Der Fonds weise die für Schwellenländer-Aktien typischen Anlagerisiken auf.

Der Fonds investiere vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es seien insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und hohen Rohstoffvorkommen profitieren würden. Der Fonds investiere aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländerspezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen würden, würden auf profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen fokussieren, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren würden. Mittels eines fundamentalen Bottom-up und Top-down-Ansatzes würden die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen auswählen und aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konstruieren.

Die Gesamtzahl aktiver COVID-19-Fälle in Afrika habe im Juni die Marke von 170.000 nach 75.000 im Vormonat überstiegen. Davon würden 75.000 aktive Fälle auf Südafrika entfallen, das damit von Ägypten (46 000) die traurige Rolle als Hotspot des Kontinents übernehme. Ungeachtet steigender Infektionsraten seien afrikanische Länder bei der vorsichtigen Aufhebung von Ausgangsbeschränkungen dem Beispiel der Industrienationen gefolgt. Positiv zu erwähnen seien in diesem Zusammenhang Marokko und Mauritius, die zu den wenigen Staaten in der Region zählen würden, deren Zahl aktiver Fälle rückläufig sei.

Ägypten habe sich USD 5,2 Mrd. vom IWF im Rahmen einer Bereitschaftskreditvereinbarung gesichert, die die sofortige Auszahlung von USD 2,0 Mrd. ermögliche, während der Rest im Rahmen von zwei Überprüfungen im Verlauf der einjährigen Laufzeit dieser Vereinbarung bereitgestellt werde. Letzteres trage nicht nur dazu bei, Ägyptens Zahlungsbilanzbedarf im Auge zu behalten, sondern unterstreiche auch die Reformbereitschaft des Landes, da die Vereinbarung an Reformziele gebunden sei, deren Umsetzung vom IWF überwacht werde. Die Headline-Inflation sei im Mai auf 4,7% (YOY) gegenüber 5,9% (YOY) im April gefallen, derweil die Kerninflation mit 1,5% (YOY) auf den tiefsten je verzeichneten Stand gesunken sei. Der jüngste Rückgang der Inflationsrate habe der Notenbank nicht ausreichend Spielraum für eine Senkung ihrer Leitzinsen verschafft. Auch während ihrer dritten Sitzung seit der letzten Senkung des Leitzinses um 3% im März habe die CBE ihn daher unverändert gelassen. Die Regierung habe die schrittweise Lockerung der Ausgangsbeschränkungen vorangetrieben, indem sie die nächtliche Ausgangssperre gelockert habe. Aktien hätten 5,2% (MOM) zugelegt und das EGP (Ägyptisches Pfund) habe 2% auf den USD verloren.

In Südafrika hätten aktualisierte Daten zum Nothaushalt die rapide Verschlechterung des Haushaltssaldos des Landes bestätigt. Schätzungen zufolge belaufe sich das Haushaltsdefizit für FY 2020/21 neuerdings auf 15,7% des BIP, im Februar sei noch von 6,8% ausgegangen worden. Auch die Schuldenprognosen hätten sich verschlechtert, da der Finanzminister für das FY 2020/21 einen Anstieg der Staatsverschuldung von bisher 65,6% auf 81,8% des BIP erwarte. Diese negativen Entwicklungen seien vermutlich niedrigeren Steuereinnahmen und coronabedingten Mehrausgaben geschuldet. Mangelnde Einzelheiten zu künftigen Ausgabenkürzungen und das Fehlen eines Plans zur Beseitigung finanzwirtschaftlicher Risiken staatlicher Unternehmen würden zusätzliche Sorgen hinsichtlich der weiteren Schuldenentwicklung schüren.

Zudem dürfte Südafrika mehrere Jahre benötigen, um sich von dem für das FY 2020/21 prognostizierten BIP-Rückgang in Höhe von 7,2% zu erholen, der erneut den dringenden Reformbedarf des Landes unterstreiche. Der ZAR (Südafrikanischer Rand) habe im Mai und Juni 6,3% gegenüber dem USD gutmachen können und der Aktienmarkt habe im Berichtsmonat 7,8% (MOM) zugelegt, beflügelt durch die Auswirkungen der weltweiten Risikobereitschaft.

Nigerias Leistungsbilanzposition, die im Q1 2019 ins Negative gedreht habe, habe sich weiter verschlechtert und im Q1 2020 bei 5,1% (annualisiert) des BIP gelegen. Dieser Trend und die Umkehr der Portfolioströme seit Jahresbeginn hätten die Zahlungsbilanz des Landes belastet und die USD-Knappheit verschärft. Tatsächlich hätten lokale Medien für Juni einen Devisenbedarf von insgesamt USD 7,0 Mrd. nach USD 1,0 Mrd. im April gemeldet.

Das Management einer Tier-1-Bank teilte den Experten der Bellevue Asset Management AG mit, dass im aktuellen Umfeld nur ein begrenztes Interesse bestünde, Kredite zu vergeben, da es nur wenige Finanzierungsprojekte mit attraktiven Risikoprofilen gäbe. Außerdem seien die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Bank nicht günstig genug, als dass sich der Einsatz ihrer Liquidität lohnen würde. Daher parke sie einen Großteil ihrer Einlagen als Mindestreserven bei der Zentralbank. Devisenknappheit und die fehlende Bereitschaft zur Kreditvergabe seitens der Banken seien nur zwei der zahlreichen Folgen, welche die unorthodoxe Politik der Notenbank, schmerzhafte, aber notwendige Entscheidungen zu vermeiden, nach sich ziehe. Nigerianische Aktien hätten 3,1% (MOM) eingebüßt.

Kenianische Exporte hätten sich von Januar bis Mai trotz kurzfristiger coronabedingter Belastungen mit einem Plus von 4,1% (YOY) widerstandsfähig präsentiert, was vor allem den Ausfuhren von Tee und Pflanzen zu verdanken sei, die im Mai um 15,2% bzw. 22,7% (YOY) angezogen hätten. Auch Geldüberweisungen von Migranten an ihre in der Heimat zurückgebliebenen Familienangehörigen hätten sich erholt, was gemeinsam mit rückläufigen Importen den Rückgang der Tourismuseinnahmen kompensieren und für eine stabile Leistungsbilanz 2020 sorgen dürfte. Aktien seien mit einem Plus von 0,4% (MOM) mehr oder weniger auf der Stelle getreten und der Schilling habe sich infolge eines nachlassenden Verkaufsdrucks bei 106 bis 107 ggü. dem USD stabilisiert.

Die marokkanische Notenbank habe ihren Leitzins um 50 Bp auf 1,5% gesenkt, womit sich ihre Senkungen seit März auf insgesamt 75 Bp summieren würden. Sie habe darüber hinaus ihren Mindestreservesatz von bisher 2,0% auf 0% verringert, um die Liquidität der Banken zu stärken, damit diese weiterhin Unternehmen und Privathaushalte unterstützen würden. Marokkos Börse habe 3,2% (MOM) zugelegt.

Im Juni stockten die Experten der Bellevue Asset Management AG ihr Engagement in Südafrika auf, indem sie Barmittel zur taktischen Verwaltung der kurzfristigen Volatilität in den entsprechenden Märkten einsetzten, vor allem wegen der anhaltenden Risikobereitschaft. Die Experten hätten den Goldminensektor und Verbrauchertitel mit solider Bilanz und starker Wettbewerbsfähigkeit favorisiert. (Stand vom 30.06.2020) (29.07.2020/fc/a/f)






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