BB Adamant-Fonds: Experten erwarten schnelle Erholung des Healthcare-Sektors


18.03.20 14:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Gesundheitssektor hat die Ausverkaufswelle an den Aktienmärkten vergleichsweise gut überstanden, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

In fundamentaler Hinsicht biete die Branche von konjunkturellen Abschwüngen unabhängige Wachstumschancen und sei bestens positioniert von einer Aktienmarkterholung zu profitieren. Die Portfoliomanager von Bellevue Asset Management würden ein aktuelles Update mit einem ersten Ausblick geben.

Der Kurseinbruch an den Börsen infolge der Coronavirus-Pandemie versetze die Finanzmärkte in Schockstarre. Wegen der aktuell eingeschränkten Informationslage würden sich die globalen wirtschaftlichen Konsequenzen der Viruserkrankung Covid-19 noch schwer einschätzen lassen. Ob sich die Aktienmärkte kurzfristig stabilisieren würden, hänge weitgehend davon ab, wie der Infektionsverlauf dahingehend beeinflusst werden könne, dass es zu keinen gravierenden Engpässen in der Patientenversorgung komme. Dies betreffe vor allem auch die USA.

Die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte habe aber auch gezeigt, dass sich der Gesundheitssektor in Phasen mit starken Korrekturen an den Börsen besser entwickelt und schneller erholt habe. Diese Kurserholung setze bei Medizintechnikfirmen und Gesundheitsdienstleistern dann ein, wenn sich nach einer ersten Schockphase die fundamentale Verfassung der Firmen einschätzen lasse, erläutere Stefan Blum, Lead Portfolio Manager des BB Adamant Medtech & Services. Die Nachfrage sei wenig abhängig von konjunkturellen Einflüssen, nur geringe Einbußen bei der Ertragskraft, solide Bilanzen mit geringer Verschuldung und hohem Cashflow, zahle sich gerade in Krisenzeiten aus.

Sein Fondsportfolio sehe der Experte dafür sehr gut positioniert. Großkapitalisierte Unternehmenswerte seien mit über 80% im Portfolio gewichtet und würden für einen defensiven Charakter und höchste Liquidität des Portfolios sorgen. Wachstumsmärkte wie digitale Gesundheit, die zu 30% des Portfolios abbilden würden, seien kaum von konjunkturellen Zyklen beeinflusst. Viele dieser Portfoliounternehmen würden abonnementbasierte Erträge erwirtschaften und einige würden sogar von der Coronakrise profitieren. Blum nenne die Telemedizinanbieter Teladoc, Ping An Healthcare Technology und One Medical (1Life Healthcare) aufgrund der Möglichkeiten, Patienten virtuell behandeln zu können.

Für Christian Lach, Lead Portfolio Manager der BB Adamant Biotech Fonds (ISIN LU0415392249 / WKN A0X8YU), rücke die Coronakrise wieder stärker die Entwickler von antiviralen Therapien in den Blickpunkt der Investoren. Besonders Innovatoren sollten profitieren können. Allerdings könnten sich unter den Medikamentenfirmen anhaltende Verzögerungen in der Lieferkette negativ auf diejenigen auswirken, die ihre Wirkstoffe in China und Indien produzieren lassen würden. Davon seien in erster Linie westliche Spezialpharmaunternehmen betroffen, vor allem wenn sie aktuell auf Refinanzierungen angewiesen seien.

Ganz anders zeige sich das Bild in Asien, wo der Höhepunkt der Pandemie überschritten scheine. Dort würden die Gesundheitsfirmen vor Ort produzieren und hätten zudem Erfahrung in der Bewältigung von Epidemien, meine Oliver Kubli, Schwellenländerexperte des Healthcareteams und Portfoliomanager des BB Adamant Healthcare Asia Pacific: "Gerade durch die Erfahrungen mit der SARS-Krise, etwa beim Anlegen von Notfallprotokollen, waren diese Länder besser auf eine Corona-Pandemie vorbereitet."

Die Produktionsanlagen in China, wo viele Zwischenstoffe für Arzneien produziert würden, seien Kubli zufolge bereits Ende Februar wieder 80% bis 90% ausgelastet gewesen. Zugleich, so sei Kubli überzeugt, habe die Coronakrise die politische Führung in Peking darin bestärkt, in der Gesundheitsversorgung den "Made in China"-Ansatz zu priorisieren. Die eigene Forschung und Entwicklung, vor allem in der Biotechindustrie und bei Technologieplattformen, solle weitgehend unabhängig von ausländischem Knowhow forciert werden. Die langfristigen, strukturellen Trends, wie z.B. die Modernisierung des chinesischen Gesundheitswesens, seien vollständig intakt.

Die größten Profiteure dieser Krise seien Internet Healthcare-Firmen wie Alibaba Healthcare und Ping An Healthcare, die in den letzten zehn Jahren erfolgreich ganze Gesundheits-Ökosysteme aufgebaut hätten. Neue regulatorische Maßnahmen würden mittlerweile ermöglichen Rezepte online für Medikamente auszustellen und diese auch online zu versenden. Der BB Adamant Asia Pacific Healthcare Fonds habe die Krise bislang relativ gut überstanden. In seinem eigenen Fondsportfolio habe Kubli zuletzt zum einen mit japanischen Pharmafirmen defensive Positionen aufgebaut. Zum anderen lege er den Fokus auf Firmen, die in der Bekämpfung von Virusinfektionen zuletzt erhebliche Fortschritte erzielt hätten.

Das Fondsportfolio von Christian Lach enthalte aktuell zu 28,5% Firmen, die in irgendeiner Form mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Verbindung stünden. Größtenteils handle es sich dabei um Medikamentenentwickler, aber auch Diagnostikspezialisten und Dienstleister für klinische Studien seien darin enthalten. Im Einzelnen seien es acht Unternehmen, von denen die Biotechschwergewichte Gilead Sciences und Regeneron die größten Positionen bilden würden.

Nach Einschätzung von Lach habe der Wirkstoff Remdesivir von Gilead die besten Aussichten, als erstes Medikament gegen das Coronavirus die Zulassung zu erhalten. Ähnlich wie das Grippemittel Tamiflu sei Remdesivir ein Virostatikum, welches die Vermehrung der Viren blockiere. Auch Tamiflu sei von Gilead entwickelt worden, werde aber von Roche vermarktet und bringe bei Grippewellen jährliche Milliardenumsätze ein.

Wissenschaftlich ausgedrückt handle es sich bei der Substanz Remdesivir um einen RNA-Polymerase-Inhibitor. Daneben würden auch Protease-Inhibitoren, die bei der Behandlung von HIV oder Hepatitis zum Einsatz kämen, auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. In dieser Klasse werde der bereits als AIDS-Medikament zugelassene Wirkstoff Kaletra, eine Kombination von Lopanivir/Ritonavir, des Biopharmakonzerns Abbvie gegen Covid-19 getestet. Die Biotechfirma Alnylam verfolge mit der RNA-Interferenz einen Ansatz auf genetischer Ebene, in Kooperation der Antikörperfirma Vir Biotech. Positive Szenarien würden davon ausgehen, dass Remdesivir im Herbst die Zulassung erhalten könnte. Große Hoffnungen würden auch auf Wirkstoffen ruhen, welche die überschießende Immunreaktion des Körpers kontrollieren könnten, die bei schweren Verläufen auftrete. Dazu würden Regenerons Antikörper Sarilumab oder Chugais Tocilizumab gehören. Mit diesen hoffe man die Schädigung der Lungen zu verhindern, um die Heilungschancen zu verbessern.

Einen Schritt früher, und zwar bei der Verhinderung einer Infektion über die Atemwege, würden Impfstoffe ansetzen. Mit ihnen wolle man über eine aktive Immunisierung den Körper dauerhaft schützen, indem der Körper lerne, selbst Abwehrstoffe zu produzieren oder einen zeitlich befristeten Schutz erreichen, eine so genannte passive Immunisierung. Die verschiedenen Ansätze würden von Antikörpern und Immunglobulinen für eine passive Immunisierung reichen, über RNA-Vakzine und klassische Impfstoffe für einen aktiven Schutz. Ihnen gemein sei, dass die klinischen Studien eben erst begonnen hätten oder in Kürze starten würden. Bis zu einer Zulassung dürften mindestens noch zwölf bis 18 Monate vergehen. Zu den Vorreitern würden hier Moderna Therapeutics, Regeneron und Wuxi Biologics zählen.

In Anbetracht der anhaltenden Volatilität an den Märkten bieten Anlagevehikel wie die Fondsprodukte von BB Adamant das beste Risiko-Rendite-Profil zum Einstieg. Die aktuelle Sektorbewertung befinde sich vor allem im Biotechsektor und bei Schwellenländeraktien auf historisch niedrigen Niveaus. (18.03.2020/fc/a/f)






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