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Mit faktorbasierten Strategien Markterträge erzielen, statt mit rein passiven Anlagen hinterherhinken


03.09.18 11:58
Robeco Deutschland

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Aktive Investments stellen die Chance auf eine überdurchschnittliche Performance heraus, so die Experten von Robeco Deutschland.

Dagegen würden passive Geldanlagen auf günstige Kosten bei der Kapitalanlage abzielen. Ein dritter Weg, Geld anzulegen, führe die Vorteile aktiv und passiv gemanagter Investments zusammen und nutze gezielt spezielle Eigenschaften von Wertpapieren. Die so genannten Faktorprämien sind wissenschaftlich belegt, systematisch abschöpfbar und die darauf basierenden Strategien könnten die Fallstricke passiver Anlagen umgehen.

Ein wachsendes Kostenbewusstsein lasse zahlreiche Investoren zu passiven Strategien wechseln, häufig unter Einsatz indexbasierter ETFs (Exchange Traded Funds). Doch solche Ansätze würden auch Risiken bergen, die vielen Anlegern nicht bewusst seien. Die Wertentwicklung passiver Geldanlagen liege nach Kosten nicht selten hinter dem jeweiligen Vergleichsindex. Zudem würden Nachhaltigkeitskriterien und auch langjährige Forschungsergebnisse über den Nutzen spezieller Wertpapiereigenschaften - sogenannter Faktoren - meist unberücksichtigt bleiben. Dazu würden die Marktkapitalisierung, die Volatilität oder die Bewertung von Titeln zählen. "Anleger können diese Faktoren nachweislich systematisch für sich nutzen, um einen höheren risikoadjustierten Ertrag und eine bessere Diversifikation als herkömmliche Indices zu erreichen, die rein nach Kapitalisierung gewichtet sind", erkläre Dr. Bernhard Breloer, Spezialist für Factor Investing bei Robeco.

Die faktorbasierte Kapitalanlage sei aufgrund ihrer ansprechenden Rendite-Risiko-Erwartung und der mit dem Anlagestil verbundenen hohen Flexibilität für Anleger interessant. Wilma de Groot, Portfolio Managerin für quantitative Anlagestrategien, erläutere mit Blick auf Robecos integrierten faktorbasierten Ansatz: "Die Wertentwicklung einer nach ihrer Börsenkapitalisierung gewichteten Benchmark kann durch Abschöpfen von Faktorprämien wie Value, Momentum und Quality übertroffen werden." Faktoren könnten mit unterschiedlicher Intensität eingesetzt werden. Reines Factor Investing sei unabhängig von der Benchmark. Der Tracking Error sei in diesem Fall nicht selten größer als fünf Prozent. Beim Enhanced Indexing wiederum konzentriere man sich auf Aktien mit bestimmter Faktor-Charakteristik, die gegenüber der Benchmark leicht über- oder untergewichtet würden.

Wilma de Groot und ihr Team würden mittels hauseigener Investmentmodelle etwa das Gewicht von Aktien mit günstiger Faktor-Charakteristik erhöhen und gleichzeitig das Gewicht von Titeln mit ungünstigen Faktor-Eigenschaften verringern. Dies gewährleiste ein kosteneffizienteres Investment und vermeide gleichzeitig Overcrowding und Index-Arbitrage. "Enhanced Indexing-Portfolios erzielen typischerweise eine moderate Outperformance, je nachdem, wie stark die Portfolios von ihrer Benchmark abweichen dürfen", so de Groot. Robecos hauseigenes Research zeige, dass der erwartete absolute Ertrag tendenziell umso höher sei, je weiter gefasst die Tracking Error-Kriterien seien.

"Enhanced Indexing ermöglicht zudem eine umfassende Integration von Nachhaltigkeitskriterien. Hierzu zählen ökologische und soziale Aspekte ebenso wie Fragen zur Unternehmensführung. Passive Investoren dagegen ignorieren diese ESG-Aspekte entweder vollständig oder beschränken sich auf strikte Ausschlusslisten", erkläre de Groot. "Kunden interessieren sich zunehmend für faktorbasierte Anlageformen. Allein bis Ende Juli diesen Jahres sind weltweit rund 2,5 Milliarden Euro in unsere Enhanced-Indexing-Strategien geflossen. Wir erwarteten, dass künftig noch mehr Kunden die erweiterten Möglichkeiten des Enhanced Indexing für sich nutzen und in ihre Portfolios integrieren werden." (03.09.2018/fc/a/e)