WisdomTree S&P China 500 UCITS ETF: Chinesische A-Aktien und MSCI - was ändert sich?


19.06.17 16:57
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Im Hinblick auf globale Aktien-Vergleichsindices waren chinesische A-Aktien für einige Anleger, was die Zugänglichkeit des Marktes und die Index-Aufnahme anbetrifft, problematisch, so die Experten von WisdomTree Europe im Kommentar zum WisdomTree S&P China 500 UCITS ETF (ISIN LU1440654330/ WKN A2ANVN, Class B - USD).

Die Entwicklung der relativ restriktiven Systeme für qualifizierte ausländische institutionelle Investoren in Verbindung mit den relativ neuen Stock Connect-Systemen sowohl für Aktien der Börse in Shanghai als auch für Aktien der Börse in Shenzhen habe die Fähigkeit der Anleger, mit A-Aktien zu handeln, erheblich verändert. Diese Maßnahmen hätten ein Umfeld für einen flexibleren Marktzugang geschaffen, mit dem sich die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass MSCI A-Aktien auf geänderter und beschränkter Basis in ihre Vergleichsindices aufnehmen könne. Es sei wichtig, darauf hinzuweisen, dass der gegenwärtige Vorschlag sich von den früheren Versuchen wesentlich unterscheide und lediglich eine maßvolle Aufnahme von A-Aktien - im Gegensatz zu einem umfassenden Zugang - ermögliche.

MSCIs wahrscheinliche Aufnahme von A-Aktien in den Index markiere die Vorteile der bestehenden Indexstrategien wie z. B. des S&P China 500, der chinesische Aktien und Aktienklassen in deutlich breiterer Form beinhalte. Gegenwärtig würden die meisten Investoren, da sie am angemessenen Zugang zu chinesischen Aktien gehindert seien, hauptsächlich an der Hongkonger Börse notierte H-Aktien und in den USA notierte N-Aktien besitzen. Diese Arten von Indexpositionen würden allerdings das vollständige Spektrum an Chancen der sich rasch verändernden und dynamischen chinesischen Wirtschaft nicht ausschöpfen, auch wenn sie betrieblich einfach zu managen seien.

Im Gegensatz zu früheren Vorschlägen von MSCI, die eine Erweiterung des Index um 448 A-Aktien vorgesehen hätten und die zu substanzielleren Änderungen geführt hätten, habe der gegenwärtige Vorschlag nur zusätzliche 169 A-Aktien mit einem Aufnahmefaktor von 5% zur Folge. Die wesentliche Änderung bestehe darin, dass ausschließlich große Unternehmen, die über die Stock Connect-Programme von Shanghai und Shenzhen zugänglich seien, die Voraussetzungen erfüllen würden.

Von entscheidender Bedeutung sei, dass A-Aktien der Unternehmen, die bereits H-Aktien im MSCI China Index besitzen würden, nicht aufgenommen würden. Auch wenn es sich um einen interessanten Kompromiss handele, biete der resultierende Index - fast konzeptionsbedingt - weniger Inklusion als der Ansatz, den S&P bei der Entwicklung des S&P China 500 übernommen habe, und führe lediglich zu einer minimalen Änderung. Das Gewicht der in den Index aufzunehmenden neuen A-Aktien betrage nur 1,8%.

S&Ps Lösung bestehe darin, das gesamte investierbare Universum an chinesischen Aktien einzubeziehen, das von A-Aktien und B-Aktien, H-Aktien, an ausländischen Börsen notierte Aktien (normalerweise NYSE oder NASDAQ) bis zu P-Chips und Red Chips reiche. Im Kern sei dieser Index so konzipiert, dass er der Branchenaufschlüsselung des S&P Total China Broad Market Index (BMI) entspreche, in dem die Indexwerte des S&P China A BMI und des S&P China BMI kombiniert seien. Dieser einzigartige Zugang zur Branchengewichtung der chinesischen Aktien bedeute, dass der S&P China 500 von Beginn an als Kombination von Liquidität und Branchendarstellung konzipiert worden sei. Hinsichtlich der Indexbildung seien alle Aktienklassen enthalten, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen würden. Zudem würden die Unternehmen der jeweiligen Branchen nach Marktkapitalisierung eingestuft, wobei das Ziel darin bestehe, das Branchengewicht im Gesamtmarkt annähernd abzubilden.

Ein wichtiger Gesichtspunkt der Branchengewichtung im S&P China 500 sei, dass er die chinesische Wirtschaft genauer erfasse - insbesondere weil er im Gegensatz zu den früheren staatlichen Unternehmen und Finanzwerten die strukturelle Veränderung mit stärkerem Schwerpunkt auf Verbraucherausgaben und Technologie stärker berücksichtige. Was die verbraucherorientierten Branchen betreffe, betrage das Engagement des S&P China 500 23,4%; das entspreche 14,7% des gegenwärtigen MSCI China Index, der mit Aufnahme einer breiteren Auswahl an Indexwerten, einschließlich A-Aktien, potenziell auf 15% ansteigen würde. Im Hinblick auf die Branchen Finanzen und Immobilien sei der S&P China 500 Index mit 26,3% untergewichtet im Verhältnis zum gegenwärtigen MSCI China Index und dem potenziell erweiterten Index, wo das Gewicht bei ca. 29,6 % liege.

Im Großen und Ganzen könnten Anleger, die sich um einen Zugang zu chinesischen Aktien bemühen würden, ohne dass sie auf MSCIs allmähliches und stückweises Vorgehen warten müssten, den S&P China 500 Index genau prüfen, der bereits eine vollständige Lösung biete und über einen physischen UCITS ETF zugänglich sei. (19.06.2017/fc/a/e)






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