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Weiteres starkes Jahr für europäische ETFs - allen Widrigkeiten zum Trotz


11.01.21 15:15
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - In Europa aufgelegte ETFs erlebten ein starkes Jahr 2020 mit Nettozuflüssen in Höhe von 118 Mrd. USD und erreichten damit fast den Wert von 2019 (125 Mrd. USD), so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem SPDR Strategie Espresso.

Im Vergleich zum Vorjahr habe es jedoch keine allzu großen Unterschiede gegeben: Die beiden Haupttreiber dieser Zuflüsse hätten die Plätze getauscht, da 54 Prozent der Nettozuflüsse 2020 auf Aktien entfallen seien (63,6 Mrd. USD), während 32 Prozent der gesamten Zuflüsse auf festverzinsliche Anlagen entfallen seien (38 Mrd. USD). Rohstoff-Engagements hätten um 15,9 Mrd. USD zugenommen, hauptsächlich getrieben durch Gold-Engagements, da das Edelmetall Anfang des Jahres für einige Zeit Allzeithochs über 2.000 USD pro Unze erreicht habe.

Die Entwicklung der Zuflüsse in ETFs habe die Performance und die Marktstimmung im Laufe des Jahres widergespiegelt. Nach einem starken Januar und gedämpften, aber immer noch positiven Zuflüssen im Februar hätten die Experten im März, als die Märkte eingebrochen seien, beispiellose Nettoabflüsse in Höhe von 23 Mrd. USD gesehen. Das sei auch die Zeit gewesen, in der sich Edelmetallaktien massiver Nettozuflüsse erfreut und die Anleger nach relativer Sicherheit gesucht hätten.

Als sich die Situation stabilisiert habe, hätten die Experten zunächst starke Zuflüsse in festverzinsliche Engagements und eine Fortsetzung der Zuflüsse in Edelmetalle im zweiten Quartal gesehen. Der zweite Teil des Jahres sei jedoch durch ein spektakuläres Comeback von Aktien gekennzeichnet gewesen, die seit Juli Nettozuflüsse in Höhe von 63 Mrd. USD verzeichnet hätten, angeheizt durch die steigenden Aktienkurse. Nachrichten über Impfstoffe hätten diesen Trend der Zuflüsse beschleunigt und auch einige Abflüsse aus Edelmetallen ausgelöst, da die Märkte stark auf Risiko gegangen seien.

Globale Engagements hätten die Aktienflüsse im Jahr 2020 dominiert und 36 Mrd. USD erreicht - oder mehr als 50 Prozent aller Aktienflüsse. Anleger, die sich nicht global engagiert hätten, hätten die USA gegenüber Europa und Großbritannien aufgrund des geringeren Ausmaßes von Lockdowns und lokalen Unsicherheiten wie dem Brexit bevorzugt.

Die Schwellenländer hätten zunächst unter Nettoabflüssen gelitten, da COVID-19 insbesondere für Länder wie Indien und Brasilien schwerwiegende Folgen gehabt habe. Als jedoch die Rally und die Hoffnung auf einen Impfstoff vorangeschritten seien und die Volkswirtschaften sich deutlich zu erholen begonnen hätten, seien die Zuflüsse in die Schwellenländer zurückgekehrt und hätten, angeführt von China, für das Gesamtjahr Nettozuflüsse in Höhe von 8,3 Milliarden USD gebracht.

Innerhalb der Sektoren habe der Technologiesektor 5,5 Milliarden USD eingesammelt, da Technologieunternehmen sowohl Wachstum als auch eine gewisse Risikoabsicherung geboten hätten - die Nachfrage nach Software und Hardware sei robust geblieben. Das Gesundheitswesen sei zunächst gefolgt, aber die Zuflüsse in diesen Sektor hätten in der zweiten Jahreshälfte an Kraft verloren, da sich die Stimmung verbessert habe und die Anleger nach Renditen in anderen Bereichen gesucht hätten.

Staats- und Unternehmensanleihen hätten 2020 Nettomittelzuflüsse in Höhe von insgesamt 28,7 Milliarden USD verzeichnet und damit mehr als 75 Prozent der gesamten Nettomittelzuflüsse in festverzinsliche Produkte ausgemacht. Dies sei ein weiteres starkes Jahr gewesen, in dem das Angebot an festverzinslichen Produkten erweitert worden sei, insbesondere im ESG-Bereich. Genauso wichtig sei jedoch, dass sich festverzinsliche ETFs als widerstandsfähig gegenüber tiefgreifenden Marktschocks erwiesen und als Preisfindungsinstrument gedient hätten, wenn kein Preis für den zugrunde liegenden Vermögenswert verfügbar gewesen sei - zum Beispiel als die Märkte die COVID-19-Krise im März 2020 erstmals verdaut hätten. Die Krise habe einen großen Test für festverzinsliche ETFs dargestellt - und die ETFs hätten bestanden. (11.01.2021/fc/a/e)