Vorhang auf für den Franklin Liberty Euro Green Bond UCITS ETF - ETF-Analyse


07.05.19 11:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Am 30. April präsentierte Franklin Templeton Europas ersten aktiv gemanagten Green Bond ETF, Anleger können nun zu attraktiven Konditionen in ein diversifiziertes Portfolio grüner Anleihen investieren, so die Experten von Franklin Templeton im Kommentar zum Franklin Liberty Euro Green Bond UCITS ETF.

Im Dezember 2015 hätten 95 Staaten das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet - ein historischer Moment. Die Länder hätten sich verpflichtet, dem Klimawandel und seinen Auswirkungen geschlossen entgegenzutreten. Das Abkommen sehe die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber vorindustriellen Werten vor. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Nettotreibhausgasemissionen bis 2060 auf null sinken. Laut Berechnungen der Internationalen Energieagentur seien hierfür bis zum Jahr 2035 weltweit Investitionen von insgesamt rund 53 Billionen US-Dollar nötig. Da diese Summe von den Staaten nicht alleine gestemmt werden könne, sei eine Beteiligung institutioneller und privater Investoren erforderlich. Einen wichtigen Beitrag könnten hier so genannte Green Bonds - grüne Anleihen - leisten.

Green Bonds seien Kapitalmarktinstrumente zur Finanzierung von klima- und/oder umweltfreundlichen Projekten. Sie erschienen erstmals 2008 mit einer Emission der Weltbank, so die Experten von Franklin Templeton. Seitdem habe die wachsende Besorgnis über die Treibhausgasemissionen und den Klimawandel zu einem Anstieg der Popularität dieser Art von Produkten geführt. In den letzten Jahren habe sich das Volumen von Green Bonds deutlich erhöht. Laut der Climate Bond Initiative (CBI) seien bis Ende 2018 1,45 Bio. US-Dollar an klimafreundlichen Anleihen ausstehend gewesen.

Green Bonds seien in der Vergangenheit mit einer gewissen Skepsis konfrontiert worden. Viele Investoren hätten vermutet, dass die Anleihen häufig ein Versuch gewesen seien, das Image des emittierenden Unternehmens umzuwandeln, ohne sein klimaschädliches Verhalten wirklich zu ändern. Diese Haltung habe sich im Laufe der Zeit abgeschwächt, da Strukturen entwickelt worden seien, die das Vertrauen der Anleger in die Art des Produkts vermitteln würden.

Vor wenigen Jahren habe die International Capital Markets Association eine Reihe von Green Bond Principles (GBPs) festgelegt. Diese sollten die Transparenz verbessern und Standards für die Offenlegung im Markt für grüne Anleihen setzen. Zudem sei die Climate Bond Initiative (CBI) gegründet worden, um eine Taxonomie und ein Standardset von Prinzipien sowie ein externes Zertifizierungssystem zu entwickeln. Alle diese Initiativen seien freiwillig und nicht rechtsverbindlich. Sie würden jedoch einen Rahmen für das Engagement und eine Grundlage für die Bewertung von Green Bonds bieten. Zusätzlich hätten die Ratingagenturen damit begonnen, in ihren Emissionskommentaren ebenfalls eine "grüne" Bewertung vorzunehmen.

Privatanleger, die sich für Green Bonds interessieren würden und nicht direkt in die einzelnen Anleihen hätten investieren wollen, hätten bis dato nur auf eine eher überschaubare Anzahl von Anlageprodukten zurückgreifen können. Vor allem ETFs seien Mangelware gewesen. Franklin Templeton möchte dies ändern und habe daher am 29. April Europas ersten aktiv gemanagten Green Bond ETF aufgelegt.

Der Franklin Liberty Euro Green Bond UCITS ETF investiere mindestens 70% seines Nettoinventarwertes in Anleihen, die in die Kategorie "Green Bonds" fallen würden. Das restliche zur Verfügung stehende Vermögen werde in Anleihen investiert, deren Emittenten nachweisen könnten, dass ihr Kerngeschäft den Übergang in eine kohlenstoffarme Zukunft unterstützt und gewisse Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitskriterien erfüllt würden. Die meisten Anleihen würden auf europäische Währungen lauten. Ziel des Fonds sei es, ein Engagement am europäischen Markt für Green Bonds zu ermöglichen und gleichzeitig die Gesamtrendite zu maximieren.

Das Team um Portfoliomanager David Zahn verfüge über eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich. Bereits seit 2014 würden die vom Team verwalteten Portfolios grüne Anleihen halten. Um festzustellen, ob ein Wertpapier und der dazugehörige Emittent die nötigen Kriterien und Standards erfüllen würden, komme ein strenger Auswahlprozess zum Einsatz. Die Bewertung der Wertpapiere erfolge sowohl nach dem Top-down- als auch nach dem Bottom-up-Verfahren. Besonders im Fokus stünden hierbei die Herkunft, die Währung, die Zinskurve, die Volatilität, die Verschuldung sowie die ESG-Kriterien.

Aktiv gemanagte ETFs würden gegenüber traditionellen ETFs, die in der Regel einen Index abbilden würden, zahlreiche Vorteile bieten. So würden die Fondsmanager über die Flexibilität verfügen, eine Reihe von Anlagemöglichkeiten über die Benchmark hinaus zu verfolgen. Durch die Sektor- und Titelauswahl sowie die Über- bzw. Untergewichtung einzelner Positionen würden sie versuchen eine Mehrrendite zu erzielen. Zusätzlich könne ein aktives Durationsmanagement helfen, die Risiken zu minimieren.

Green Bonds könnten in Zukunft eine wichtige Rolle beim Klima- und Umweltschutz spielen. Dank ihnen könnten dringend erforderliche Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele finanziert werden. Private Anleger, die einen Beitrag zur Zukunft der Erde leisten möchten und ein attraktives Produkt zur Diversifizierung ihres Portfolios suchen würden, fänden in dem Franklin Liberty Euro Green Bond UCITS ETF ein interessantes Investment. (Ausgabe 88 vom Mai 2019) (07.05.2019/fc/a/e)






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