Silber fällt trotz ETF-Zuflüssen auf 15-Monatstief - Spekulative Finanzanleger flüchten zunehmend aus Edelmetallen


10.07.17 17:04
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gold kam am Freitag im Zuge besser als erwarteter US-Arbeitsmarktdaten stark unter Druck und fällt zum Wochenauftakt weiter auf ein 4-Monatstief von 1.205 USD je Feinunze, so die Analysten der Commerzbank.

In Euro gerechnet markiere Gold bei knapp 1.060 EUR je Feinunze ein 17-Monatstief. In den USA seien im Juni 222 Tsd. neue Stellen geschaffen worden. Die US-Notenbank FED dürfte sich in ihrer optimistischen Auffassung hinsichtlich des Arbeitsmarktes bestätigt sehen und ihre Geldpolitik weiter normalisieren. Der abermalige Preisrutsch von Gold am Freitag sei mit ETF-Abflüssen von sechs Tonnen einhergegangen. In der gesamten letzten Woche seien es 22,6 Tonnen gewesen, was dem größten Wochenabfluss seit Mitte Dezember entspreche. Den Silber-ETFs seien am Freitag dagegen zwar fast 74 Tonnen zugeflossen. Diese hätten aber nicht verhindern können, dass Silber zum Start der neuen Handelswoche auf ein 15-Monatstief von 15,2 USD je Feinunze falle. Das Gold/Silber-Verhältnis steige daraufhin auf 79, das höchste Niveau seit April 2016.

Die spekulativen Finanzanleger würden unterdessen weiter aus den meisten Edelmetallen flüchten. Bei Gold und Silber seien die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 4. Juli bereits die vierte Woche in Folge auf 33,7 Tsd. bzw. 1,2 Tsd. Kontrakte reduziert worden. Dies entspreche den niedrigsten Niveaus seit Februar 2016 bzw. August 2015. Bei Silber bestünden aktuell rekordhohe Short-Positionen. Auf einem Allzeithoch würden auch bei Platin die Short- und Netto-Short-Positionen liegen. Eine solch extreme Positionierung der spekulativen Finanzinvestoren habe in der Vergangenheit oftmals zu einer kräftigen Gegenbewegung bei den Preisen geführt. (10.07.2017/fc/a/e)