Sechs Fragen an Christoph Schmidt: Warum der DWS Dynamic Opportunities Fonds auf ESG setzt - Fondsanalyse


01.02.21 12:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Einer der prominentesten Multi-Asset-Fonds der DWS wird künftig als ESG-Anlage firmieren, so die Experten von DWS.

Laut dem Fondsmanager Christoph Schmidt sei die Umstellung die logische Konsequenz eines längst eingeschlagenen Wegs gewesen.

Herr Schmidt, Sie managen das Flaggschiff DWS Dynamic Opportunities seit 2013. Der Multi-Asset-Fonds wird künftig ein offizielles ESG-Produkt sein. Was hat diese Entwicklung getrieben?

Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass das Thema ESG bei Investoren ein immer größeres Gewicht erhält. Gerade professionelle Anleger erkennen mittlerweile die entscheidenden Vorteile. Nachhaltige Vermögensanlage bedeutet den Einbezug von ESG-Kriterien in Verbindung mit Renditechancen, die konventionellen Fonds in der Regel in Nichts nachstehen. Außerdem können mit einer ESG-Aktienauswahl auch Risiken minimiert werden, die auf einige Branchen zukommen, zum Beispiel durch den Klimawandel. Das hat bei uns zu der Entscheidung geführt, den DWS Dynamic Opportunities auf ESG umzustellen.

Schon vor der offiziellen Entscheidung erfüllte ein Großteil des Fonds die DWS-internen ESG-Standards. Wie kam es dazu?

Ich bin davon überzeugt, dass sich das Thema Nachhaltigkeit zu einem Kernaspekt der langfristigen Geldanlage entwickeln wird. Es gibt für ESG keinen Weg zurück in die Nische. Und weil diese Entwicklung letztlich Gewinner und Verlierer hervorbringt, haben wir Nachhaltigkeitsaspekte schon in der Vergangenheit immer stärker in unseren Analyse- und Anlageprozess einbezogen. Das erklärt, warum der Fonds bereits vor der Umstellung eine hohe ESG-Qualität hatte und 95 Prozent des Portfolios mit den internen ESG-Kriterien der DWS kompatibel waren. Warum sollten wir die Chancen einer nachhaltigen Anlage unseren Bestands- und Neukunden vorenthalten, die immer mehr Wert auf das Thema legen?

Der Fonds besteht zu einem großen Teil aus Aktien. Fühlen Sie sich als Fondsmanager nicht eingeschränkt, wenn ein so großer Fonds plötzlich nur noch in ESG-kompatible Titel investiert?

Diese Einschränkungen gibt es, aber sie sind hinnehmbar. Der wachsende Anklang, den ESG bei Investoren findet, führt dazu, dass immer mehr Unternehmen erkennen, dass es sich lohnt, hohe Standards im Umwelt- und Sozialverhalten sowie bei der Unternehmensführung einzuhalten. Als Fondsmanager geben wir also einen Impuls, damit Unternehmen diese Aspekte ernstnehmen. Und mit mehr und mehr nachhaltig orientierten Unternehmen wachsen die Möglichkeiten, eine hochwertige ESG-Auswahl zu treffen. Bei unserem Nachhaltigkeits-Ansatz geht es ja auch häufig darum, die jeweils unter Nachhaltigkeitsaspekten führende Unternehmen innerhalb ihrer Vergleichsgruppe zu finden. Da finden wir zumeist genug Alternativen, um unsere Investmentideen umzusetzen.

Wäre die Auflegung einer ESG-Variante des DWS Dynamic Opportunities nicht auch möglich gewesen - wie es bei anderen Fonds oft der Fall ist?

Eine parallele ESG-Variante des DWS Dynamic Opportunities hätte sich letztlich kaum vom "Original" unterschieden. Wie gesagt: Der Fonds zeichnete sich ohnehin schon durch eine hohe ESG-Qualität aus. Außerdem bleiben auch nach der Umstellung die wesentlichen Merkmale und Ziele des Fonds erhalten. Deshalb haben wir uns gleich für den Umbau des Originals entschlossen. Die sehr gute langfristige Wertentwicklung des DWS Dynamic Opportunities und seine positiven Ratings von unabhängigen Adressen wie Morningstar zeigen, dass nachhaltiges Investieren attraktiv und konkurrenzfähig ist.

Für einen vollständigen ESG-Fonds mussten zuletzt noch rund fünf Prozent des Portfolios umgestellt werden. Wer musste da noch aus dem DWS Dynamic Opportunities weichen?

Das waren insgesamt nur eine Handvoll Einzeltitel, unter anderem Firmen aus der Konsum-, Pharma- und Automobilbranche. Da gab es zum Beispiel Kontroversen rund um Arbeitnehmerrechte und Umweltaspekte, die dazu führten, dass die Unternehmen die ESG-Standards nicht erfüllen konnten.

Hat sich durch die Umstellung etwas an der Zielgruppe oder dem grundsätzlichen Anlagegedanken hinter dem DWS Dynamic Opportunities geändert?

Keineswegs. Sein Ziel ist es weiterhin, auf mittlere Frist aktienähnliche Erträge bei deutlich niedrigeren Schwankungen zu erreichen, und zwar durch die Kombination von hoher Flexibilität und einem disziplinierten Risikoprozess. Ein solches Fondsprofil ist sicherlich auch für Anleger interessant, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Die Zielgruppe des Fonds hat sich also durch die Umstellung durchaus noch verbreitert. (Ausgabe vom 25.01.2021) (01.02.2021/fc/a/f)





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