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Schnäppchenjagd bei Aluminium-ETPs


13.05.19 12:33
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Aneeka Gupta, Associate Director bei WisdomTree, kommentiert die Zuflüsse in Rohstoff-ETPs (Industriemetalle) des vergangenen Monats.

Aluminium-ETPs hätten im vergangenen Monat den Löwenanteil der Zuflüsse erhalten. Die Anleger hätten sich auf Schnäppchenjagd begeben, nachdem die Aluminiumpreise in diesem Jahr hinter dem Rest der NE-Metalle zurückgeblieben seien, und würden jetzt auf eine Erholung der Preise hoffen. Die Aluminiumaktien an der London Metals Exchange seien gegenüber der Vorwoche deutlich gestiegen, um 22,5 Prozent. Auf der Nachfrageseite seien die Prognosen zuletzt nach unten korrigiert worden. Russlands größter Aluminiumproduzent und sein Pendant in Norwegen hätten ihre Schätzungen für das Nachfragewachstum im Jahr 2019 auf 3 bzw. 1-3 Prozent in Russland und Norwegen gesenkt und damit das langsamste Tempo seit mindestens zehn Jahren markiert. Dies sei im Wesentlichen auf die negativen Auswirkungen der Handelskriege und die schwächelnde Automobilindustrie zurückzuführen. Wir gehen davon aus, dass diese Faktoren die Aluminiumpreise auch in der aktuellen saisonal schwachen Phase weiter belasten werden, so Aneeka Gupta weiter.

Nickel-ETPs hätten weiterhin die zweithöchsten Zuflüsse unter den Rohstoffen angezogen, da die Fundamentaldaten dieses Marktes weiterhin attraktiv seien. Die International Nickel Study Group (INSG) habe kürzlich ihre aktualisierten Schätzungen zum Nickelmarkt veröffentlicht. Sie hätten die Nachfrageprognose für 2019 deutlich auf 5,8 Prozent erhöht. Gleichzeitig würden sie auch eine starke Angebotsausweitung um 9,2 Prozent und damit einen Abbau des Defizits auf dem Nickelmarkt erwarten. Es sei sehr wahrscheinlich, dass Angebotsstörungen das Defizit im Laufe des Jahres in die Höhe treiben könnten, was den Nickelpreisen weiteren Auftrieb verleihen würde.

Kupfer-ETPs hätten im vergangenen Monat die dritthöchsten Zuflüsse erzielt. Die WisdomTree würden davon ausgehen, dass die Kupferpreise von der Wartung der Kupferschmelze im zweiten Quartal profitieren würden, da mehrere große Schmelzwerke eine umfassende Wartung durchführen würden, die im zweijährigen Rhythmus stattfinde. Der globale Kupfermarkt habe das Jahr mit einem moderaten Versorgungsdefizit begonnen. Aneeka Gupta erwarte jedoch, dass das Versorgungsdefizit von der International Copper Study Group im Mai höher korrigiert werde, da mehrere Kupferminen mit Problemen kämpfen würden. Die Versorgung mit Kupferkonzentrat werde das ganze Jahr über begrenzt sein, da die zweitgrößte Mine der Welt, Grasberg in Indonesien, vom Tagebau zum Untertagebau übergehe. Las Bambas in Peru beschäftige sich auch kurzfristig mit Problemen und Ausfälle in Chile würden ebenfalls zu einem weiteren Kupfermangel führen. Während die chinesischen Kupferimporte im März gegenüber dem Vormonat um 26 Prozent gestiegen seien, aber um 11 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen hätten, hätten die Importe im ersten Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen. (13.05.2019/fc/a/e)