SPDR-ETFs: Neue Möglichkeiten an den Aktienmärkten


19.11.20 10:23
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Die Aktien haben sich in letzter Zeit aufgrund der schwindenden Unsicherheit - das US-Wahlergebnis wird endgültig, die Bekanntgabe positiver Nachrichten über COVID-19-Impfstoffe - erholt und die Aussichten verbessert, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Nach diesen Entwicklungen sollten Anleger untergewichtete Segmente beobachten, denen in diesem Jahr weniger Aufmerksamkeit geschenkt worden sei oder die im nächsten Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen könnten, wie z.B. Mid Caps, Schwellenländer Asiens und ESG Europe.

Die Aktienmärkte mögen keine Unsicherheit, so die Experten von State Street Global Advisors. Wenn man also zwei Schlüsselelemente von Zweifeln ausräume - den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen und die Fähigkeit, einen erfolgreichen Impfstoff gegen COVID-19 zu finden - sei es keine Überraschung, dass die Aktien weltweit sprunghaft angestiegen seien, parallel zu einem starken Rückgang des Volatilitätsmaßes VIX (-40 Prozent seit Ende Oktober).

Natürlich gebe es immer noch unbeantwortete Fragen darüber, wer den Senat kontrollieren werde und wann (und wie) ein Impfstoff zur Verfügung stehen werde und die Brexit-Risiken drohen würden groß zu werden. Aber in der vergangenen Woche sei genug geschehen, um über Portfolio-Änderungen nachzudenken und verschiedene Anlageideen in Betracht zu ziehen.

Wir glauben nicht, dass die Voraussetzungen für eine dauerhafte Werterholung bereits gegeben sind, zum Teil weil wir der Ansicht sind, dass die Inflationserwartungen kurzfristig nicht viel höher steigen werden, so die Experten von State Street Global Advisors. Nichtsdestotrotz würden die Experten glauben, dass die Anleger anfangen würden zu überlegen, wo sie Barmittel umschichten oder Gewinne mitnehmen könnten (wie z.B. in bestimmten Wachstumsbereichen), um Untergewichtspositionen aufzustocken und zyklische Engagements zu erhöhen.

Einige dieser Spielzüge sahen wir letzte Woche, so die Experten von State Street Global Advisors. Was die Performance anbelange, so habe die Sektorrotation zyklische Werte sowie Energie- und Finanzwerte gegenüber defensiven und technologiebezogenen Sektoren begünstigt (das hohe Beta und der hohe Wert hätten relativ gesehen die niedrige Volatilität und Dynamik übertroffen) und Europa (einschließlich Großbritannien) habe größere Anstiege als die USA verzeichnet. Unterdessen seien die Ströme bei regionalen Aktien, insbesondere in Europa, hoch gewesen und innerhalb der festverzinslichen Wertpapiere seien Unternehmens- und Hochzinsanleihen bevorzugt worden, wiederum in Europa und in den Schwellenländern.

Vor diesem Hintergrund sähen die Experten von State Street Global Advisors für die kommenden Monate drei Bereiche mit Chancen: Mid Caps, Schwellenländer in Asien (Emerging Asia) und Europa ESG.

US-Mittelstandsunternehmen hätten im S&P 500 in diesem Jahr, während der anfänglichen COVID-19-Krise und auch während der Erholung, als die Technologiebranche begünstigt gewesen sei, unterdurchschnittlich performt. Dieser Trend kehre sich jedoch seit kurzem um. Zu den Gründen, aus denen die Experten von State Street Global Advisors glauben würden, dass die Mid Caps (insbesondere der S&P 400) wieder unter die Lupe genommen würden, würden gehören:

1. Hohes Maß an US Exposure - auch wenn ein Konjunkturpaket möglicherweise nicht in Kraft trete oder durch eine Spaltung des Kongresses stark eingeschränkt werden könnte, dürfte die Verfügbarkeit eines Impfstoffs die Rückkehr zu einer Aktivität fördern, die seit Monaten blockiert sei, was durch verbesserte Beschäftigungszahlen und zuversichtliche Verbraucher unterstützt werde.

2. Konjunktureller Aufschwung - der größte Sektor des S&P 400 sei der Industriesektor (18% Marktkapitalisierung), der Maschinenhersteller, Elektroausrüster und Transportanbieter umfasse und sich auf dem Weg der Erholung befinde.

3. Geringere Gewichtung der Technologie - so sehr uns die strukturellen Wachstumsaussichten des Sektors auch gefallen, viele der großen Akteure könnten unter Biden ein härteres Leben führen und sind anfällig für Gewinnmitnahmen, so die Experten von State Street Global Advisors. Die Gewichtung der Technologie im S&P 400 (16% Marktkapitalisierung) sei fast halb so hoch wie im S&P 500. Vielleicht noch wichtiger sei der Mangel an FAANGs, bei denen die Gefahr wettbewerbswidriger Maßnahmen internationaler Gremien bestehe, auch wenn das Fehlen einer "Blauen Welle" bei den US-Wahlen bedeute, dass sie möglicherweise nicht aus dem eigenen Land komme.

4. Der Sweet Spot - die Lebenszyklustheorie von Unternehmen - lege nahe, dass kleinere Unternehmen agiler seien und Zugang zu besseren Gewinnwachstumsaussichten hätten, auch wenn die jüngsten und kleinsten unter ihnen anfällig für geschäftliche Unwägbarkeiten sein könnten, sodass die Mid Caps ohne nennenswerte Volatilität am besten für Wachstum geeignet seien. Solche risikobereinigten Renditen seien in den letzten 25 Jahren zu beobachten.

5. Höhere Renditeprognosen für langfristige Anlageklassen - State Street Global Advisors erwarte, dass sich die langfristige Outperformance des S&P Mid Cap 400 im Vergleich zu seinem Large Cap-Peer auch in den kommenden Jahren fortsetzen werde, wenn auch mit höherer Volatilität.

Wir haben erhebliche Zuflüsse in EM-Asia ETFs gesehen, die durch positivere Aussichten und eine verbesserte Risikobereitschaft begünstigt wurden, so die Experten von State Street Global Advisors. Trotz signifikanter Gewinne für Aktien in der Region bereits im Jahr 2020 sei das KGV-Rating (15) immer noch angemessen. Zu den weiteren positiven Faktoren würden gehören:

1. Biden's Wahlsieg - ein gemäßigterer Präsident sollte für weniger Unsicherheit im internationalen Handel sorgen, in der Hoffnung, dass die USA der Trans-Pazifik-Partnerschaft wieder beitreten könnten.

2. Stärke des Wachstums in China - es sei kein Geheimnis, aber die Tatsache, dass China im dritten Quartal ein BIP-Wachstum von 4,9% habe erzielen können, während der Großteil der Welt mit einer Rezession zu kämpfen gehabt habe, sei beeindruckend. Auf China würden 48% des MSCI Emerging Asia Index entfallen.

3. Schwächerer US-Dollar - der Währungstrend der letzten sechs Monate komme Ländern zugute, die hohe Auslandskredite bedienen würden.

4. Langfristiges Wachstum - State Street Global Advisors prognostiziere die Aktienmarktrenditen für die asiatischen Schwellenländer für das nächste Jahr und für drei bis fünf Jahre vor den anderen wichtigen Schwellenmarktregionen (Lateinamerika und Europa), angetrieben von der starken wirtschaftlichen Expansion in Taiwan und Korea sowie in China.

5. Der Wunsch, untergewichtete Positionen anzupassen - Institutionelle Anleger seien in EM Asia deutlich untergewichtet und die optimistischeren Aussichten könnten den Rückzug beschleunigen.

Es sei ein gutes Jahr für ESG-Investitionen in Europa gewesen, was die Investitionsströme, die relative Leistung im Vergleich zu Standard-Benchmarks und die Produktentwicklung betreffe. Die Experten von State Street Global Advisors würden glauben, dass das Interesse an europäischen Aktien mit einem ESG-Aspekt weiter gefördert werden könnte:

1. Nachrichten über einen wirksamen Impfstoff gegen COVID-19 - dies könnte in Europa, wo die Pandemie besonders hartzugeschlagen habe, eine größere Wirkung haben als in anderen Regionen. Eine Erholung der wirtschaftlichen Aktivität könnte Investoren dazu ermutigen, über die relative Sicherheit der USA hinauszugehen.

2. Biden gewinne die US-Präsidentschaft - Bidens Vorschläge für saubere Energie seien weitreichend und obwohl nicht alle ohne einen von den Demokraten kontrollierten Senat erfolgreich sein würden, würden erneuerbare Energien wohl begünstigt. Bidens soziale Vorschläge hätten nicht so viel Beachtung gefunden; sie würden die Verfolgung von Mindestlohnerhöhungen, Verbraucherschutz und Krankenversicherung beinhalten. Fortschritte an diesen Fronten könnten das Bewusstsein für ESG über die Grenzen der USA hinaus schärfen.

3. Signifikante Fortschritte in der europäischen ESG-Gesetzgebung - trotz der Pandemie habe die Europäische Kommission weiterhin neue politische Initiativen in den Green Deal eingebracht, eine ESG-Taxonomie und Klima-Benchmarks eingeführt und sich auf wichtige Vorschriften für die Berichterstattung Anfang nächsten Jahres vorbereitet. Obwohl ESG-Investitionen noch nicht obligatorisch seien, sei es immer schwieriger geworden, sie zu ignorieren.

4. Leistung der ESG-Fonds - solche Fonds könnten weiterhin von schwierigen Zeiten für den Energiebereich profitieren; der jüngste Bericht der Internationalen Energieagentur habe die Auswirkungen hervorgehoben, die COVID-19 auf die Nachfrage im vergangenen Jahr gehabt habe, und wie viel Unsicherheit er für die künftige Nachfrage schaffe. Auch wenn wir also in den letzten Tagen eine Entlastungsrally bei den Öl- und Gasaktienpreisen erlebt haben, wird diese Erleichterung möglicherweise nicht von Dauer sein, so die Experten von State Street Global Advisors.

5. Relativ attraktive Bewertungen - Europa biete im Vergleich zu den USA einen relativen Komfort bei Kursen/Gewinnen und Dividenden.

SPDR biete eine Reihe von ETFs an, die es Anlegern ermöglichen würden, sich für die oben beschriebenen Themen zu positionieren: SPDR S&P 400 U.S. Mid Cap UCITS ETF (ISIN IE00B4YBJ215 / WKN A1JSHV), SPDR STOXX Europe 600 ESG Screened UCITS ETF, SPDR MSCI EM Asia UCITS ETF (ISIN IE00B466KX20 / WKN A1JJTG) (Ausgabe vom 18.11.2020) (19.11.2020/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
53,74 € 53,45 € 0,29 € +0,54% 03.12./17:14
 
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IE00B4YBJ215 A1JSHV 57,05 € 32,13 €
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