SPDR Bond-ETFs: Mit Global Aggregate Verluste begrenzen, mit Wandelanleihen Gewinne sichern


11.11.20 13:00
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Der Staub von den US-Wahlen hat sich nun gelegt, und obwohl noch viele Herausforderungen anstehen, hat Joe Biden den Sieg errungen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Die Demokraten würden jedoch wahrscheinlich keine Kontrolle über den Senat haben. Die Märkte hätten von diesem Ergebnis profitiert. Die Aktienkurse seien gestiegen, was vor allem auf die Erholung der Tech-Aktien zurückzuführen sei, da die Chance auf aggressive neue Regulierungen schwinde und der Volatilitätsindex VIX tatsächlich wieder auf ein normaleres Niveau zurückfalle. Die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere hätten sich ebenfalls erholt. Es scheine, als hätte jeder in der äußerst optimistischen Welt der Märkte etwas zu feiern.

Dabei könnte es sich zum Teil um eine Positionsquadrierung und die Abwicklung von "blue wave trades" handeln. Dies habe die Staatsanleihen unterstützt, die auf der Grundlage eines umfangreichen Konjunkturpakets, das jetzt höchst unwahrscheinlich erscheine, steigende Neuemissionen und eine Konjunkturbelebung eingepreist hätten. Etwas weniger klar sei, warum die Risikoanlagen so stark angestiegen seien. Die begrenzte Fähigkeit des Kongresses, neue Gesetze zu verabschieden, sei sicherlich hilfreich für die Unternehmen, aber die wirtschaftliche Stimulierung der US-Wirtschaft hätte wichtiger sein müssten.

Es gebe höchstwahrscheinlich Investorengelder, die noch vor Jahresende zugeteilt werden könnten und die darauf warten würden, dass geklärt werde, wo die USA politisch stünden. Im Q4 Bond Compass schlugen wir Staatsanleihen als Absicherung gegen Unsicherheit vor und sie haben sich gut entwickelt, seit klar wurde, dass es keine "blaue Welle" geben würde, so die Experten von State Street Global Advisors. Nach Ansicht der Experten von State Street Global Advisors würden sie auf dem Weg zum Jahresende die relativ sicherste Option bleiben, aber die Renditen seien niedrig und der Markt sei bereits für verstärkte Zentralbankkäufe und das Potenzial für weitere Zinssenkungen eingepreist.

Auf der anderen Seite habe die Kreditvergabe (insbesondere Hochzinsanleihen) nach den Wahlen einen starken Aufschwung erlebt, der Hintergrund für Risikoanlagen bleibe aber unsicher. Das Wiederaufflammen der Pandemie habe weite Teile Europas geschlossen. Um die Besorgnis zu vergrößern, sei bisher noch kein Handelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (UK) vereinbart worden - und das Vereinigte Königreich trete am Ende des Jahres aus dem Binnenmarkt aus. All dies könnte sich später im Jahr zuspitzen, wenn schwache Märkte die Marktbewegungen übertreiben könnten.

Es bestünden also weiterhin Risiken. Eine Option zur Verringerung des Risikos von Ereignissen sei ein global aggregierter Rentenfonds. Ein solches Engagement biete eine geografische Streuung und die hohe Anzahl von Anleihen dürfte die Volatilität verringern. Im Kern habe der Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index 53 Prozent der Staatsanleihen, von denen über 25 Prozent auf US-Treasuries entfallen würden. Anders als in Europa, wo die Kernrenditen nahe oder auf Allzeittiefs lägen, lägen 10-jährige US-Treasuries seit März 5-10 Basispunkte über ihrer Durchschnittsrendite und hätten somit Raum für eine Erholung, falls sich die Pandemie verschärfe. Darüber hinaus befänden sich rund 10 Prozent des Staatsanleihen-Engagements des Index in der europäischen Peripherie, wo die Spreads weiter sinken könnten, wenn der Markt in einem Modus der Renditesuche verharre. Die Erwartung, dass die EZB ihre Anleihenkäufe im Dezember ausweiten werde, sollte als Rückhalt dienen, um eine signifikante Spread-Ausweitung zu verhindern.

Der Global Aggregate Index habe ebenfalls eine Neigung gezeigt, sich bis ins neue Jahr hinein positiv zu entwickeln, mit durchschnittlichen Renditen in den letzten fünf Jahren von 0,6 Prozent im Dezember und 0,9 Prozent im Januar. Sicherheit habe jedoch ihren Preis. Während der Index Anleihen enthalte, die im Falle einer Risikorally in der Regel eine gute Performance erzielen würden, wie z.B. Unternehmen (18,8%), CMBS (0,9%) und Staatsanleihen (1,3%), die alle noch optionsbereinigte Renditeaufschläge von über 100 Basispunkten aufweisen würden, werde der Aufschwung bei einer dauerhafteren Risikorallye begrenzt sein.

Der wirtschaftliche Hintergrund dafür sehe vielleicht nicht besonders vielversprechend aus, aber es bestehe die Gefahr, dass die Wahl den Investoren genügend Klarheit verschafft habe, dass sich nicht viel ändern werde. Die Demokraten werden nicht die Macht haben, die Gesetzgebung substanziell zu ändern, und das deutet darauf hin, dass wir einen Rückfall in die Anlagethemen erleben werden, die das Jahr 2020 dominiert haben, so die Experten von State Street Global Advisors. Angesichts der Tatsache, dass möglicherweise Geld zur Verfügung stehe, könnten diese Themen etwas an Dynamik gewinnen.

Bei den festverzinslichen Wertpapieren seien Wandelanleihen eine Strategie mit der besten Performance gewesen, wobei der Refinitiv Qualified Global Convertible Index bis heute eine jährliche Rendite von ca. 22% erzielt habe. Aufgrund der Optionalität von Wandelanleihen bestehe ein Engagement in Aktien nach oben, wobei das derzeitige Delta-Niveau das Potenzial für eine starke Teilnahme an einer Aktienrally erkennen lasse. Die Konvexität eines globalen Wandelanleihenengagements könne sich als hilfreich erweisen, da es weiterhin von den Sektoren profitieren werde, die durch COVID-19 mit einer starken Allokation in die Sektoren der New Economy (IT 27,4%, Elektronik 7,2%, Telekommunikation 7,0% und Pharmazeutik 7,0%) angekurbelt worden seien.

Obwohl der Index das Potenzial habe, Aufwärtspotenzial zu nutzen, behalte er auch seine defensiven Qualitäten. Er sei global und gut diversifiziert und die Gesamtqualität des Index liege im Durchschnitt bei BB. Schließlich bedeute die Asymmetrie der Auszahlung einer Wandelanleihe zusammen mit der Untergrenze für Anleihen, dass das Abwärtsrisiko begrenzter sei als bei Aktien, sodass die Anleger beruhigt sein könnten, wenn die aktuelle Risikophase an Schwung verliere.

SPDR biete eine Reihe von ETFs an, die es Anlegern ermöglichen würden, sich für die oben beschriebenen Themen zu positionieren, z.B. den SPDR Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond UCITS ETF und SPDR Refinitiv Global Convertible Bond UCITS ETF. (Ausgabe vom 10.11.2020) (11.11.2020/fc/a/e)





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