SKAGEN Kon-Tiki: Trotz Schwäche bieten die Emerging Markets viele attraktiv bewertete Chancen - Fondsanalyse


22.07.21 11:30
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - Im zweiten Quartal setzten die weltweiten Aktienmärkte ihre Erholung von dem durch Covid-19 ausgelösten Ausverkauf zu Beginn des letzten Jahres fort, so Fredrik Bjelland und Cathrine Gether, Portfoliomanager des SKAGEN Kon-Tiki bei SKAGEN Funds.

Wirtschaftstätigkeit und Rohstoffpreise hätten sich aufgrund der steigenden Gesamtnachfrage, die wiederum auf die Impffortschritte zurückzuführen sei, sehr gut erholt. Trotz des allgemeinen Optimismus hätten sich einige auf Covid-19 sensibel reagierende Vermögenswerte angesichts der zunehmend dominanteren Delta-Variante nervös gezeigt, während der aggressive Perspektivenwechsel der US-Notenbank gegen Ende des Berichtszeitraums den Konjunkturaufschwung ebenfalls etwas gebremst habe.

Die Emerging Markets hätten im Berichtszeitraum schlechter abgeschnitten als ihre Pendants in den Industrieländern. Dies sei größtenteils auf ihre vergleichsweise geringere Wachstumsdynamik zurückzuführen, die sich wiederum in der geringeren Covid-19-Durchimpfungsrate begründe. Zudem würden sich immer mehr Zentralbanken in aufstrebenden Märkten zu einer aggressiveren Geldpolitik entscheiden. So würden große Länder wie Brasilien, Russland und Mexiko ihre Zinssätze in dem Bemühen erhöhen, den Inflationsdruck zu entschärfen und um dem Kapitalfluchtrisiko nach etwaigen Straffungsmaßnahmen der US-Zentralbank zuvorzukommen.

Die Entwicklung des SKAGEN Kon-Tiki in diesem Quartal sei größtenteils von ähnlichen Faktoren wie in ersten Quartal beeinflusst worden. UPL, der indische Hersteller von Pflanzenschutzmitteln habe seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Die operative Leistung sei weiterhin sehr gut gewesen und nun, im aktuellen Umfeld steigender Kosten, logistischer Herausforderungen und einiger Engpässe bei den Einsatzstoffen, seien die Vorteile ihres einzigartigen, voll integrierten Geschäftsmodells deutlich geworden. Die Nachfrage sei aufgrund der steigenden Agrarpreise stark gewesen, und es werde auch immer deutlicher, dass das Unternehmen sowohl mit Blick auf die Corporate Governance als auch hinsichtlich der Glaubwürdigkeit seines Nachhaltigkeitsprofils große Fortschritte gemacht habe.

Ivanhoe Mines habe auch schon im Vorjahr einen guten Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds geliefert. Die stark steigenden Kupferpreise und der Fokus auf die Rolle von Kupfer bei der Elektrifizierung und dem Wandel zu einer grünen Wirtschaft seien hier sicherlich hilfreich gewesen. Diese jüngste Stärke sei aber auch darauf zurückzuführen, dass die Vorzeigemine des Unternehmens, die Kamoa-Kakula-Mine, die Kupferproduktion aufgenommen habe. Ivanhoes starkes Produktionswachstumsprofil mit niedrigen Stückkosten und starken ESG-Eigenschaften in Kombination mit einer soliden Bilanz würden ein anhaltendes Wertsteigerungspotenzial bedeuten.

Seit der im ersten Quartal erfolgten Ausgliederung des Cash-and-Carry-Bereichs Assai (jetzt Sendas) aus dem lateinamerikanischen Lebensmitteleinzelhändler GPA hätten sich beide Unternehmen sehr gut entwickelt. In weniger stark umkämpften Märkten bestehe nach wie vor ein gutes Wachstumspotenzial, und da die Impfbemühungen voranschreiten würden und sich die Wirtschaft in Brasilien weiter erhole, würden die Experten für die zweite Jahreshälfte eine Verbesserung des Umfeldes erwarten.

Als der größte Störfaktor im zweiten Quartal habe sich das chinesische Finanzkonglomerat Ping An Insurance erwiesen. Dieses Papier ist in den Augen der Experten von SKAGEN Fund nach wie vor stark unterbewertet. Sie würden diese Schwäche nutzen und hätten die Position aufgestockt. Die von Ping An in den letzten 5+ Jahren erzielte Eigenkapitalrendite sei beachtlich. Dank seiner technologischen Fähigkeiten besitze das Unternehmen einen beachtlichen Wettbewerbsvorteil in den Bereichen Managementeffizienz, Kundenakquise, Risikosteuerung und Kostenkontrolle.

In den letzten Jahren habe Atlantic Sapphire laufend gute Beiträge zur Portfoliorendite geleistet. In diesem Quartal habe das Unternehmen jedoch bei der Ausweitung der Produktion in seinen landbasierten Lachszuchtanlagen zu kämpfen gehabt, was zu kurzfristig höheren Kosten und geringeren Ernten geführt habe. Nun gehe alles wieder seinen geordneten Weg, und die Experten hätten sich an einer neuen Privatplatzierung zur Schließung der Finanzierungslücke für den Bau von Phase 2 beteiligt. Damit habe eine große Unsicherheit in dem Investment Case beseitigt werden können und die Experten würden gespannt auf Nachrichten über die Fortschritte in Bezug auf das Erreichen neuer Meilensteine warten.

Naspers habe sich in diesem Quartal als Störfaktor erwiesen, nachdem der Konzern noch im ersten Quartal einen sehr guten Beitrag geleistet habe. Das Unternehmen habe Probleme bei der Reduzierung des enormen Holding-Abschlags, mit dem es gegenüber seinen börsennotierten Beteiligungen wie Tencent gehandelt werde. Ein kürzlich vorgeschlagener Austausch-Deal scheine die Komplexität zu erhöhen und wurde daher vom Markt nicht gut aufgenommen. Die Experten von SKAGEN Fund gehen davon aus, dass das Unternehmen weiterhin nach wertschöpfungsträchtigen Geschäftsgelegenheiten Ausschau halten wird.

Aufgrund der nunmehr höheren politischen Risiken, nachdem der türkische Präsident Erdogan den Gouverneur der Zentralbank entlassen habe, seien die Experten aus dem türkischen Mischkonzern KOC ausgestiegen. In Brasilien hätten sie sich von dem staatlich kontrollierten Unternehmen Banrisul getrennt, nachdem es vermehrt Anzeichen für politische Einmischung und potenzielle Interessenskonflikte mit dem Mehrheitseigentümer gegeben habe. Außerdem hätten sie sich aus der Bank of China und aus Euronav verabschiedet. Das so frei gewordene Kapital werde in neue Beteiligungen investiert. Eine neue Position sei das chinesische Erdölunternehmen Unternehmen CNOOC, ein Weltklasse-Asset mit hoher Cash-Generierung zu einem stark reduzierten Preis, das von dem starken Ölpreisumfeld profitieren sollte. Eine weitere neue Position sei Magnit, der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler in Russland. Dieses Papier profitiere, wie die langfristige Kon-Tiki-Beteiligung X5, von einer günstigen Wettbewerbsdynamik und Marktkonsolidierung.

Außerdem haben die Experten von SKAGEN Fund eine kleine Position in dem russischen Mischkonzern Sistema aufgebaut. Die Beteiligungen von Sistema an den großen öffentlichen Unternehmen MTS, Ozon, Etalon und Segezha würden mehr als 200% der Marktkapitalisierung dieses Unternehmens repräsentieren. In den letzten 12 Monaten habe das Unternehmen bei der Wertsteigerung seiner nicht börsennotierten Portfoliounternehmen gute Fortschritte gemacht, und sie würden denken, dass noch mehr kommen werde, da das Unternehmen über ein Portfolio interessanter nicht börsennotierter Unternehmen verfüge.

In den Emerging Markets sehen die Experten von SKAGEN Fund weiterhin eine robuste Pipeline von attraktiv bewerteten Chancen. Im Laufe des Quartals habe das Portfolio seine wertorientierte Ausrichtung beibehalten und gleichzeitig sehr gute Renditen erzielt. Der SKAGEN Kon-Tiki werde zu einem Kurs von knapp über dem 9-fachen des aktuellen Jahresgewinns gehandelt, was einem Abschlag von mehr als 35% gegenüber dem MSCI EM Index entspreche. Ähnlich wie in früheren Berichtszeiträumen mit einer signifikanten Bewertungsdiskrepanz zwischen Wachstums- und Substanzwerten seien die Experten der Ansicht, dass der SKAGEN Kon-Tiki ein attraktives Aufwärtspotenzial für langfristige Anleger biete. (22.07.2021/fc/a/f)