Rohstoff-ETCs: Anleger setzen auf die Breite


09.03.18 15:25
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Viele Rohstoffe konnten in den vergangenen vier Wochen verlorenen Boden wieder teilweise gutmachen, so die Deutsche Börse AG.

Gold habe leicht von 1.310 auf 1.334 US-Dollar pro Feinunze zugelegt, Silber habe sich von 16,38 auf 16,70 US-Dollar verteuert. Rohöl habe sich hingegen kaum verändert. Das Nordseeöl Brent koste am Morgen 65,21 US-Dollar pro 159 Liter-Fass. Mit dem Rücktritt Gary Cohns als Wirtschaftsberater von Donald Trump würden Analysten die Gefahr sinkenden Widerstands gegen handelsbeschränkende Maßnahmen des US-Präsidenten sehen. Damit werde womöglich der Weg für größeren internationalen Protektionismus geebnet.

Im Handel mit Exchange Traded Commodities würden Anleger laut ETF Securities bevorzugt auf Rohstoffkörbe (ISIN DE000A0KRKC6 / WKN A0KRKC) setzen, die mit einem Wochenplus von 92,5 Millionen US-Dollar auf ihren höchsten Stand seit Mai 2016 geklettert seien. Aneeka Gupta sehe unter anderem einen Zusammenhang mit der gestiegenen Volatilität an den globalen Finanzmärkten. Vor dem Hintergrund eines soliden wirtschaftlichen -Fundaments zähle die größere Diversifizierung der Portfolios.

Bei den Kunden der UniCredit stünden auf Monatssicht ebenfalls marktbreite Rohstoffprodukte im Vordergrund. Zu den meist gehandelten ETCs gehöre ein Wert, der sich am Bloomberg Commodity SM Index (ISIN DE000A0H0728 / WKN A0H072) orientiere. "Hier gab es Nachfrage in beide Richtungen."

Im Energiesektor verbuche ETF Securities auf Wochensicht eine Abkehr von Rohöl-ETCs in Höhe von unterm Strich 15,8 Millionen US-Dollar. 2018 stehe diese Gattung lediglich in einer einzigen Woche im Plus. Die Briten würden die Bewegungen als Ausdruck von steigendem Pessimismus werten. In den USA hätten die Lagerbestände unerwartet stark zugenommen und China als weltgrößter Rohölimporteur schwächere Daten für das Produzierende Gewerbe gemeldet. Der Rückgang der OPEC-Förderung auf ein Zehnmonatstief im Februar sei hingegen von untergeordneter Bedeutung, da dieser im Großen und Ganzen auf die vorübergehenden Förderausfälle in Venezuela zurückgehe.

Einen leichten Kaufüberhang hinsichtlich Energiewerte (ISIN GB00B15KXV33 / WKN A0KRKU) melde die UniCredit. "Punktuell deckten sich unsere Kunden insbesondere rund um Karneval mit Ölprodukten ein", relativiere Lenhart. Ansonsten seien die Umsätze in diesem Bereich eher überschaubar.

Für Christoph Geyer könnte sich in den Charts für Öl eine Trendwende anbahnen. Ein Test der Unterstützung um 55 US-Dollar pro Barrel etwa für die nordamerikanische Ölsorte WTI sollte in den kommenden Wochen nicht überraschen, wie der Charttechniker der Commerzbank meine. "Der MACD hat das Verkaufssignal des Stochastik-Indikators bestätigt." Noch befinde sich Öl weiterhin in einem seit Anfang 2016 bestehenden Aufwärtstrend und habe zwischenzeitlich ein Top von 2015 überwinden können. Dieser Bereich erweise sich mittlerweile aber als Widerstand.

Bewegung in beide Richtungen mit einem leichten Verkaufsüberhang mache Lenhart im Geschäft mit Gold-ETCs (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB, ISIN IE00B4ND3602 / WKN A1KWPQ, ISIN JE00B1VS3770 / WKN A0N6XK) aus.Nach neuem Rekordstand vor einem Monat sei die Menge an hinterlegtem Xetra-Gold, das in Gramm je Euro auf Xetra gehandelt werde, leicht zurückgegangen und liege nun bei knapp 172 Tonnen Gold. Von ihren Silber-Engagements (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F) hätten sich Investoren laut Lenhart ebenfalls eher verabschiedet. "Hier waren die Umsätze deutlich geringer."

Auch bei ETF Securities stünden Gold-Werte zur Disposition. Die fünfte Woche in Folge verbuche das Segment jeweils höhere Abflüsse. Jüngst kämen diese per Saldo auf 93,8 Millionen US-Dollar. "In den ersten neun Wochen des Jahres waren die Kapitalzuflüsse bei Gold-ETPs insgesamt negativ", bemerke Gupta, die einen Zusammenhang mit Äußerungen des neuen Vorsitzenden der Federal Reserve vermute. Jerome Powell habe sich optimistisch zum Ausblick der US-Wirtschaft geäußert, damit zeige die Zinsentwicklung in Nordamerika vielleicht noch deutlicher nach oben als bislang angenommen.

Gold leide nach Ansicht von Martina Fischer von Heraeus gleich doppelt. Zum einen hätten zehnjährige Treasuries mittlerweile einen Zins von knapp 3 Prozent erreicht. Damit werde voraussichtlich mehr Kapital - auch von ausländischen Investoren - in Anleihen fließen. Das wiederum stärke die US-amerikanische Währung und mache Investitionen in Gold weniger attraktiv.

Die mehrheitlichen Abflüsse aus Kupfer- (ISIN DE000A0KRJU0 / WKN A0KRJU), Aluminium- (ISIN DE000A0KRJS4 / WKN A0KRJS) und breiter aufgestellten Industriemetall-ETCs (ISIN DE000A0SVX75 / WKN A0SVX7) sehe ETF Securities nicht zuletzt im Licht des gesunkenen chinesischen Einkaufsmanagerindex für das Produzierende Gewerbe und nachlassender Sentiment in den USA, Europa und Großbritannien. Diese Entwicklung habe das Zeug, die Nachfrage nach Industriemetallen negativ zu beeinflussen. Auch deute sich ein Anstieg der Kupferproduktion an. Die weltgrößte Mine in Chile habe im Januar im Vorjahresvergleich 6,3 Prozent mehr Kupfer abgebaut. Die Ankündigung der USA, höherer Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben, habe die Schwankungsintensität bei den Preisen von Basismetallen insgesamt erhöht.

Nickel-ETCs (ISIN DE000A0KRJ44 / WKN A0KRJ4) hätten sich dem allgemeinen Trend widersetzt und seien um 9,4 Millionen US-Dollar stärker. Anleger würden laut Gupta die Nachfrageprognosen aus der Batteriewelt optimistisch bewerten. (09.03.2018/fc/a/e)





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