Robeco FinTech Fonds: Drei Fintech-Bereiche versprechen zunehmende Dynamik


23.02.21 14:00
ROBECO

Rotterdam (www.fondscheck.de) - Als wir im November 2017 einen auf Fintech ausgerichteten Fonds auflegten, waren wir von den grundsätzlichen Aussichten des Sektors zwar überzeugt, aber tatsächlich haben sich die meisten der von uns damals identifizierten strukturellen Trends noch viel schneller entwickelt, als unsere Teams es ursprünglich erwartet hatten, so die Experten von ROBECO.

Ein Beispiel: Der ohnehin schon rasche Übergang von Barzahlungen zu elektronischen Transaktionen sei durch die Covid-19-Pandemie noch weiter beschleunigt worden, weil Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weltweit den traditionellen Einzelhandel gebremst, dem E-Commerce aber Auftrieb gegeben hätten.

Außerdem habe sich der Schwerpunkt des Sektors in den letzten Jahren weg von den USA und näher an die beiden größten Schwellenländer Asiens, China und Indien, verlagert. In diesen Staaten werde Fintech durch mehrere Faktoren begünstigt. Dazu gehören würden das Fehlen einer bestehenden Infrastruktur, die sehr große Verbreitung von Smartphones und Regierungen, die in Fintech ein wichtiges Instrument zur Förderung finanzieller Inklusion sähen.

In den nächsten Jahren sehen wir Wachstumsmöglichkeiten in drei zentralen Bereichen, so die Experten von ROBECO. Erstens biete die Zunahme digitaler Zahlungen riesige Chancen für den Sektor. Zweitens sollte der zunehmende Zugang zu Online-Finanzdienstleistungen in China und Indien die Nachfrage nach Fintech-Diensten in den beiden Ländern anheizen. Und drittens werde die Notwendigkeit einer vollständigen Digitalisierung traditioneller Banken die Nachfrage nach von Fintech-Unternehmen angebotenen Produkten anregen, da sie diese Umstellung unterstützen würden.

Die Covid-19-Krise habe die langfristige Zunahme unbarer Zahlungen, die man seit Jahrzehnten erlebe, beschleunigt, weil Kontaktbeschränkungen dem E-Commerce höhere Umsätze bescheren würden. In den USA sei der E-Commerce-Anteil an den Einzelhandelsumsätzen während des "großen Lockdowns" im Frühjahr 2020 in nur acht Wochen von 16 Prozent auf 27 Prozent emporgeschnellt. In den gesamten zehn Jahren davor sei er viel langsamer von 5 Prozent auf 16 Prozent gestiegen.

Diese Beschleunigung schaffe riesige Chancen für digitale Zahlungen - und zwar nicht nur in Industriestaaten, sondern auch in Schwellenländern, wo große Teile der Bevölkerung einen starken Sprung von Barzahlungen zu digitalen Geldbörsen machen würden. E-Commerce sei in diesen Ländern nichts Neues. Doch eine bessere Technologie und größeres Vertrauen der Verbraucher in Online-Käufe würden den Wandel vorantreiben.

Schwellenländer, die traditionell unter mangelnder Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen gelitten hätten, würden sehr stark von neuen Technologien im Finanzsektor profitieren. Fintech-Unternehmen fänden eine natürliche Heimat in diesen Ländern, in denen Bank- und Versicherungsdienste wenig verbreitet seien. China und Indien hätten beispielsweise geschäftige, hochentwickelte lokale Fintech-Ökosysteme aufgebaut.

In China zeige der Aufstieg von Unternehmen wie der Ant Group und der WeBank2, wie sich das Fehlen einer traditionellen Infrastruktur mit Filialbanken und konventionellen Bezahlverfahren letztlich als Segen für Fintech-Anbieter erweisen könne. In Indien dagegen habe die rasante Demonetisierung eine Fintech-Revolution ausgelöst, indem sie dazu geführt habe, dass viele Startups und andere Unternehmen in den Aufbau neuartiger und innovativer Lösungen investiert hätten.

In den letzten Jahren hätten traditionelle Banken sehr viel Geld in ihre IT-Systeme investiert, um das Kundenerlebnis "auf dem letzten Kilometer" zu verbessern. Doch ihre nicht unterstützten Middle- und Back-Office-Funktionen würden immer noch dazu führen, dass die Kunden nur mittelmäßig zufrieden seien. Banken, die nach Expertise in Bezug auf Kundenstamm und Regulierung sowie nach erstklassigen IT-Lösungen suchen würden, würden deshalb mit Fintech-Unternehmen zusammenarbeiten müssen, die Fachwissen in diesen Bereichen besitzen würden.

Cyber-Sicherheit sei ein weiterer Bereich, in dem die von traditionellen Akteuren ausgehende Nachfrage zunehmen werde. Und diese Nachfrage werde durch die steigende Zahl von Cyber-Angriffen weiter verstärkt. Beispielsweise seien laut einem aktuellen Bericht von Interpol in den ersten vier Monaten des vergangenen Jahres 907.000 Spam-Nachrichten, 737 Malware betreffende Vorfälle und 48.000 bösartige Domains aufgedeckt worden - alles im Zusammenhang mit Covid-19.

Der Ansatz unseres Fonds Robeco FinTech unterscheidet sich von gängigen Produkten durch eine sehr breite Betrachtung der Fintech-Branche und durch eine Fokussierung auf häufig unterschätzte strukturelle Wachstumstrends, so die Experten von ROBECO. Ziel sei es, die Gewinner der finanziellen Ökosysteme von morgen herauszufiltern, die Portfolios durch Investments in Software-Anbieter zu diversifizieren und Herausforderer zu identifizieren. Dagegen würden Market-Timing oder die Orientierung an einer Benchmark nicht zu den Ausgangspunkten der Strategie zählen.

In den ersten drei Jahren ihres Bestehens profitierte unser Portfolio von den in der Branche aufkommenden Trends, so die Experten von ROBECO. Der Fonds habe eine durchschnittliche jährliche Rendite von 17,3 Prozent in Euro und vor Gebühren, gegenüber 8,9 Prozent zum Referenzindex (MSCI All Country World Index, Nettorendite) erzielt. Und die im Rahmen der Strategie verwaltenden Vermögen von institutionellen Investoren, Wholesale- und Privatanlegern seien stetig angestiegen und hätten sich Ende November 2020 auf 1,2 Milliarden Euro belaufen. (23.02.2021/fc/a/f)