Palladium-ETFs mit Zuflüssen von fast 50 Tsd. Unzen


02.08.17 14:27
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Palladiumpreis ist gestern erstmals seit Mitte Juni zeitweise wieder über die Marke von 900 USD je Feinunze gestiegen, so die Analysten der Commerzbank.

Heute Morgen notiere er etwa 10 USD darunter. In den USA seien im Juli auf saisonbereinigter und annualisierter Basis 16,69 Mio. Fahrzeuge verkauft worden, 0,6% mehr als im Vormonat. Die Erholung sei damit aber nicht so stark ausgefallen wie erwartet, auch weil der Juni-Absatz leicht nach oben revidiert worden sei. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Fahrzeugabsätze zudem um 6% rückläufig gewesen und sie hätten bislang jeden Monat in diesem Jahr unter dem Vorjahreswert gelegen. Diesmal habe sich auch die Nachfrage nach Pickups und SUVs schwach gezeigt, die die Fahrzeugverkäufe bis dahin noch gestützt habe. Aufgrund hoher Lagerbestände möchten mehrere US-Automobilproduzenten im zweiten Halbjahr ihre Produktion zurückfahren.

Der US-Automarkt sei benzinlastig und für die Katalysatoren in Benzinmotoren werde überwiegend Palladium benötigt. Die Autoindustrie allgemein sei mit einem Anteil von über 80% der mit Abstand größte Nachfrager nach Palladium. Der hohe Palladiumpreis sei daher aus Sicht der Analysten nicht länger gerechtfertigt. Er werde wohl vom noch hohen spekulativen Kaufinteresse - die Netto-Long-Positionen lägen noch nahe dem Rekordhoch - oben gehalten. In den letzten beiden Tagen hätten die Palladium-ETFs zudem Zuflüsse von fast 50 Tsd. Unzen verzeichnet, was den Preis ebenfalls unterstützt haben dürfte. Damit sei aber lediglich ein kleiner Teil der Abflüsse seit Jahresbeginn wieder aufgeholt worden. Diese würden sich noch immer auf fast 230 Tsd. Unzen belaufen. (02.08.2017/fc/a/e)