Ninety One All China Equity Fonds: Anleihen, Technologieaktien und Umweltschutz im Jahr des Büffels


11.02.21 11:30
Ninety One

London (www.fondscheck.de) - Das chinesische Neujahr steht bevor und läutet das Jahr des Büffels ein, so die Experten von Ninety One.

Nun hänge viel davon ab, ob China seinen Erholungskurs fortsetzen und andere Volkswirtschaften aus ihrem Corona-bedingten Konjunkturloch herausziehen könne. Investoren könnten von einer Reihe wichtiger Trends profitieren, bei denen China in den nächsten zwölf Monaten und auch danach die Richtung vorgeben oder sie zumindest maßgeblich beeinflussen werde.

Dabei sollte man den Blick auf den chinesischen Anleihenmarkt richten. "Während den Industrieländer-Anleihemärkten eine Phase der Reflation bevorstehen könnte, welche das Ende der Niedrigzinsen und der unkonventionellen Geldpolitik bedeuten würde, bieten chinesische Anleihen dagegen in dieser Zeit der Unsicherheit die Aussicht auf Kontinuität und höhere Zinserträge", so Greg Kuhnert, Co-Portfolio Manager des Ninety One All China Equity Fonds (ISIN LU1770034509 / WKN A2JEGT). Im letzten Jahr hätten die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland in Onshore-CNY-Anleihen ein neues Rekordhoch erreicht und die Marke von 150 Mrd. USD. überstiegen. 2021 dürften chinesische Anleihen weiter an Beliebtheit gewinnen, angetrieben von ihrer bevorstehenden Aufnahme in den FTSE World Government Bond Index.

Ebenso gelte es, die chinesischen Technologie-Sektoren zu beobachten. In den Kommuniqués zum 14. Fünfjahresplan (der im März verabschiedet werden solle) würden Innovation und technologische Autarkie als wichtige Ziele betont. Peking dürfte also versuchen, das Tempo bei der "Entkopplung" der heimischen Tech-Sektoren von der internationalen Konkurrenz zu erhöhen. In den USA finde derweil eine harte Haltung bezüglich des Handels mit China parteiübergreifende Unterstützung. Der Regierungswechsel im Weißen Haus werde folglich nichts daran ändern, dass Peking alles daransetzen werde, seine verhasste Abhängigkeit von ausländischem Know-how zu verringern.

"Insgesamt gehen wir von Rückenwind für ausgewählte Bereiche des Tech-Universums aus," so Kuhnert. "Schließlich klettert China auf der Wertschöpfungsleiter weiter nach oben und holt immer mehr Schlüsseltechnologien ins Land." Das könnte einigen ausländischen Hi-Tech-Zulieferern das Leben schwermachen.

Neben der Technologie werde auch Umweltschutz eine stärkere Rolle spielen. Als Präsident Xi im vergangenen September China zu Netto-Null-Emissionen bis 2060 verpflichtet habe, habe er damit die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schneller als erwartetet auf einen Dekarbonisierungskurs gebracht. Im kommenden Fünfjahresplan stehe die Entwicklung des Umweltsektors ganz oben auf der Agenda. Nicht zuletzt weil sie Chinas Bestrebungen nach nationaler Sicherheit und die Strategie der "dualen Zirkulation" unterstütze, die als Gegengewicht zum exportgetriebenen Wachstum mehr Gewicht auf Produktion und Konsum im eigenen Land lege. Saubere Technologien könnten China helfen, energieautark zu werden, denn etwa 70% des im Land raffinierten Öls müssten importiert werden.

Halte China seine Netto-Null-Verpflichtung ein, sähen die Experten von Ninety One enorme Chancen für einzelne Unternehmen - auch wenn man mit solchen langfristigen Zielen vorsichtig sein sollte. Hinzu komme, dass chinesische Unternehmen weltweit wichtige Lieferanten von Schlüsseltechnologien für die Erzeugung erneuerbarer Energien (z.B. Solarkomponenten), für sauberen Transport (z.B. Batteriekomponenten für Elektroautos) und für energieeffiziente Gebäude und Infrastruktur (z.B. LEDs) seien.

Laut dem Climate Action Tracker würden derzeit 127 Länder erwägen, die für etwa 63% der Emissionen verantwortlich seien, Netto-Null-Ziele oder hätten diese bereits verabschiedet. Dies schließe auch die USA, die sich noch nicht offiziell verpflichtet hätten, sowie die Netto-Null-Neulinge China, Japan und Südkorea mit ein. Daraus entstehe ein riesiger und schnell wachsender internationaler Markt für in China hergestellte Lösungen, die der Welt helfen würden, Kohlenstoffemissionen zu vermeiden. Umgekehrt dürften auch internationale Unternehmen von einer schnelleren Dekarbonisierung Chinas profitieren.

Abgesehen von den genannten Entwicklungen im Bereich Technologie und Umwelt lasse sich weiteres Investmentpotenzial aus dem Fünfjahresplan ableiten. Dieser werde als neuen Fokus auch ein "gesundes China" beinhalten. Damit wolle die chinesische Regierung Verbraucher ermuntern, mehr für Dienstleistungen wie Kunst, Kultur, Tourismus und Sport auszugeben. Auch Online-Angebote von Krankenversicherungen oder Sportveranstaltungen, Bildungsangebote, Immobilienverwaltung und E-Museen seien von offizieller Seite explizit erwähnt worden. "In diesen Bereichen sehen wir spannende Anlagechancen", stelle Kuhnert fest.

Angesichts einer als zunehmend feindselig empfundenen Welt besinne sich China stärker auf sich selbst. Für internationale Investoren dürfte es jedoch einfacher werden, Zugang zu den vielfältigen Anlagemöglichkeiten zu erhalten, die China im Jahr des Büffels und in den Jahrzehnten danach zu bieten habe. (11.02.2021/fc/a/f)