Marihuana-ETF: Grünes Gold


05.11.18 11:38
Ginmon GmbH

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Der ETF-Markt boomt, so Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon.

Weltweit seien mehr als fünf Billionen US-Dollar (umgerechnet etwa 4,39 Billionen Euro) in börsengehandelten Indexfonds angelegt. In Deutschland seien es allein im vergangenen Jahr knapp 132 Milliarden Euro gewesen. Anleger freue es, denn mit steigender Beliebtheit und somit steigender Produktanzahl würden die Preise der ETFs bei gleichbleibender oder sogar besserer Leistung sinken.

Der Boom und die zunehmende Konkurrenz würden für Belebung nicht nur durch tendenziell sinkende Preise, sondern auch durch neue Produkte sorgen. Und tatsächlich, der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt. Egal, ob Anleger mit ETFs auf Dividenden, bestimmte Regionen, komplette Strategien oder gar auf den Bitcoin würden setzen wollen - es gebe für nahezu alles einen ETF. Mittlerweile treibe der Boom buchstäblich merkwürdige Blüten, denn im Zuge der zunehmenden Legalisierung von Cannabis-Produkten gebe es mittlerweile den ersten Marihuana-ETF. Sei das Grüne Gold ein sinnvolles Investment?

Wer am Kapitalmarkt investiere, gehe davon aus, dass sich das eingesetzte Geld mehre. Bevorzugt werde natürlich ein Land, ein Markt oder ein einzelnes Unternehmen, das wachse. Bezogen auf das Marihuana-Beispiel lasse sich sicherlich von einem wachsenden Markt sprechen. Laut New Frontier werde das Volumen des legalen Cannabismarktes in den USA bis zum Jahr 2025 auf umgerechnet mehr als 21 Milliarden Euro anwachsen. Allein der Einzelhandelsumsatz mit medizinischem Cannabis solle in den USA im laufenden Jahr umgerechnet 2,94 Milliarden Euro betragen. Und Mitte Oktober sei die Legalisierung in Kanada gefolgt.

Dass es börsennotierte Unternehmen gebe, die am mittlerweile zunehmend legalen Rausch mitverdienen, sei kein Geheimnis. Aurora Cannabis sei beispielsweise ein kanadischer Cannabisproduzent mit Sitz in Edmonton. Konkurrent Canopy Growth komme aus Ontario, Tilray aus Nanaimo. Bei den drei Dealern handle es sich noch nicht einmal um kleine Krauter. Alle drei würden Börsenbewertungen zwischen umgerechnet sechs und sieben Milliarden Euro aufweisen - zum Vergleich: DAX-Absteiger Commerzbank bringe derzeit etwa zehn Milliarden Euro auf die Waage. Womöglich hätten die Cannabis-Konzerne die Commerzbanker bald eingeholt. Die Branche boome auf jeden Fall. So sei bereits das Spirituosen-Imperium Constellation Brands auf die Cannabis-Konkurrenz aufmerksam geworden und habe e sich im Milliardenumfang an Canopy Growthbeteilig. Das gebe sicherlich interessante Cross-Selling-Ansätze.

Grundsätzlich sollten natürlich Anleger selbst wissen, worin sie anlegen möchten. Bisher habe sich gezeigt, dass sich die Cannabis-Branche teils durch hohe Zuwächse auszeichne, jedoch auch durch eine hohe Volatilität, also Schwankungsbreite. Nichts für Nervöse also. Wer langfristiger orientiert sei und auf ein weltweit gestreutes Portfolio setze, komme eines Tages womöglich auch in den Genuss der Cannabis-Konzerne. Denn wenn der "grüne" Markt weiter wachse, würden die entsprechenden Unternehmen allein aufgrund ihrer erreichten Marktkapitalisierung in die großen Indices aufgenommen. (05.11.2018/fc/a/e)






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