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Lyxor ETF: Euros nach Athen tragen


01.02.18 13:14
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Vor zwei Wochen erst gaben die Euro-Finanzminister grünes Licht für die Auszahlung weiterer Hilfskredite an Griechenland in Höhe von 6,7 Mrd. Euro, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Die Voraussetzung für die Überweisung habe die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras durch die Umsetzung eines Großteils der geforderten Reformen geschaffen. Ab dem Sommer wolle sich Griechenland dann wieder selbständig an den Märkten finanzieren.

Die Bedingungen dafür hätten sich zuletzt verbessert. Seit 2016 erziele der Staatshaushalt wieder einen stabilen Primärüberschuss. Die Wirtschaft des Landes sei 2017 um 1,8 Prozent gewachsen und könnte in diesem Jahr sogar um 2,5 Prozent zulegen. Nach zehn verlustreichen Jahren würden die Banken erstmals wieder Gewinne schreiben und die Ratingagentur S&P habe Griechenland vor kurzem von "B-" auf "B" heraufgestuft.

Auf der anderen Seite sehe sich Griechenland weiterhin großen Herausforderungen gegenüber. Die Schuldenquote sei nach wie vor sehr hoch. Gleiches gelte für die Arbeitslosenquote, die obwohl zuletzt zurückgegangen, bei 19 Prozent liege. Und in den Bankbilanzen schlummere ein erheblicher Anteil an faulen Krediten, der nach Einschätzung der EZB rund 40 Prozent ausmache. Der von der EZB auf den Februar vorgezogene Stresstest der griechischen Banken sollte hier mehr Klarheit bringen.

"Risikobereiten Anlegern bieten sich in diesem Umfeld durchaus Chancen", finde Heike Fürpaß-Peter, ETF-Expertin beim französischen Asset Manager Lyxor. Dies gelte vor allem für den Aktienmarkt. Ein Blick auf den Leitindex Athex Composite (ISIN GRI99117A004/ WKN A0C301) verdeutliche diese Aussage. "Hier sind vor allem zwei Entwicklungen interessant", so Fürpaß-Peter. "Zum einen die starke Underperformance des Index gegenüber dem europäischen Aktienmarkt insgesamt. Zum anderen die im Jahre 2016 einsetzende und bisher anhaltende Aufwärtsbewegung des Athex." Seit seinem Tiefstand im Februar 2016 sei das griechische Börsenbarometer um über 90 Prozent gestiegen.

Getrieben worden sei die Entwicklung vor allem von ausländischen Anlegern, die in den vergangenen Monaten wieder verstärkt auf den griechischen Aktienmarkt zurückgekommen seien. Viele sähen in den Kurssteigerungen den Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends. "Unwahrscheinlich ist dies nicht", meine Heike Fürpaß-Peter. Der Markt habe sicher noch Luft nach oben. Anderseits sei er nach wie vor mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. "Griechische Aktien sind daher vor allem etwas für mutige Anleger", so ihr Fazit.

Die wichtigsten griechischen Aktien würden zwar auch in Deutschland gehandelt. Die Umsätze seien aber gering. Für Privatanleger, die an Griechenland glauben würden, seien deshalb ETFs eine sinnvolle Alternative. "Sie ermöglichen eine diversifizierte und somit risikoreduzierte Anlage zu geringen Kosten", habe Fürpaß-Peter gesagt. (Ausgabe Februar 2018) (01.02.2018/fc/a/e)