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Lyxor ETF-Barometer: Unternehmensanleihen- und Income-ETFs mit stärksten Zuflüssen seit vier Jahren


09.07.19 10:51
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Angesichts des sich immer weiter zuspitzenden Niedrigzinsumfelds intensivieren Anleger am europäischen Markt für Exchange-Traded-Fonds (ETF) ihre Jagd nach Rendite, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Während die Renditen deutscher, französischer und japanischer Staatsanleihen im Juni in den negativen Bereich gerutscht seien, seien die Kapitalzuflüsse in Unternehmensanleihen mit High Yield und Investment Grade sowie ertragsorientierte Aktienstrategien (Income) auf ein Jahreshoch von 4,6 Milliarden Euro gestiegen - dem höchsten Wert seit 2015. Das entspreche 74 Prozent der monatlichen Gesamtzuflüsse im Juni, seit Jahresbeginn würden diese Strategien knapp 47 Prozent der Gesamt-Markströme ausmachen.

"Wir beobachten eine historische Korrelation zwischen den Renditebewegungen der 10-jährigen US-Treasuries und den Kapitalflüssen von ETFs für globale Unternehmensanleihen und Income-Strategien. Wenn die Zinsen fallen, steigen die Zuflüsse und umgekehrt", sage Marlene Hassine Konqui, Head of ETF Research. Diese Entwicklung hätte sich im Juni beschleunigt, nachdem die drei wichtigsten Staatsanleihen gleichzeitig in die Negativverzinsung gerutscht seien. Zuvor habe Mario Draghi Andeutungen für stärkere Quantitative-Easing-Maßnahmen in Europa gemacht und die Zentralbanken in Japan und den USA ihre zurückhaltende Politik bestätigt. "Angesichts einer allgemein zurückhaltenden Geldpolitik erwarten wir, dass diese Kategorien in den kommenden Monaten weiter in der Gunst der Anleger bleiben dürften - und rechnen entsprechend mit deutlichen Zuflüssen", kommentiere Hassine Konqui.

Insgesamt hätten sich die Netto-Zuflüsse am europäischen ETF-Markt im Juni auf 2,6 Milliarden Euro erholt, verglichen mit 2,1 Milliarden Euro im Vormonat. Anleihen-ETFs hätten mit 5,6 Milliarden Euro den größten Teil der Zuflüsse ausgemacht, während Aktien-ETFs mit Rückflüssen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro unter dem schlechtesten Monat aller Zeiten gelitten hätten. Unterdessen seien aus der Kategorie Rohstoff- und Smart Beta-ETFs jeweils 78 Millionen Euro abgeflossen. ESG-ETFs seien auch im Juni wieder einer der größten Gewinner gewesen: Mit 1,4 Milliarden Euro an Zuflüssen hätten sie ihren bisher stärksten Monat überhaupt, getrieben von breit aufgestellten Strategien.

Anleihen-ETFs hätten im Juni wieder starke Zuflüsse in Höhe von 5,6 Milliarden Euro verzeichnet, nach nur 454 Millionen Euro im Mai. Aktien-ETFs hätten mit -4,3 Milliarden Euro signifikante Rückflüsse verzeichnet. ESG-ETFs hätten im Juni Rekord-Zuflüsse in Höhe von 1,4 Milliarden Euro verzeichnet. Insgesamt seien im ersten Halbjahr 4,8 Milliarden Euro in nachhaltige ETFs geflossen. Smart Beta und Rohstoff-ETFs hätten leichte Verluste in Höhe von jeweils 78 Millionen Euro verzeichnet. (09.07.2019/fc/a/e)