L&G Cyber Security ETF: Themen-ETFs zu klein und zu jung?


11.01.21 11:34
Legal & General IM

London (www.fondscheck.de) - So mancher Anleger schreckt vor einem Investment in Themen-ETFs zurück, weil sie aus seiner Sicht zu jung sind und keine lange Historie aufweisen; Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management, (LGIM) für Deutschland und Österreich, erklärt, was dran ist an den Bedenken.

Es liege in der Natur eines Themen-ETFs begründet, dass diese neuen Themen und eben keinen etablierten Marktstandard wie den DAX, EURO STOXX 50 oder S&P 500 abdecken würden. Deshalb sei die Historie kürzer als bei gängigen Indices. Das heiße aber nicht, dass die Rendite nicht nachhaltig positiv sein könne. Denn Themen-ETFs sollten solche Unternehmen abbilden, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stünden und ein entsprechend großes Wachstumspotenzial über die nächsten Jahre hätten.

Ähnliches gelte für das Volumen von Themen-ETFs. Die meisten Themen-ETFs seien in den letzten zwei bis drei Jahren auf den Markt gekommen und müssten deshalb erst einmal wachsen. Natürlich gebe es auch hier Ausnahmen wie den L&G Cyber Security ETF mit 1,7 Milliarden Euro - der bei Auflegung vor fünf Jahren der erste seiner Art gewesen sei (Stand: 11. November 2020).

Die Sorge, dass ein Themen-ETF auf Dauer zu klein sei und deshalb vom Markt genommen werden könne, sei zwar nicht unberechtigt, aber in den meisten Fällen unbegründet. Im Moment gebe es rund 50 Themen-ETFs auf dem Markt, der damit groß genug sei, um Finanzberatern eine gute Auswahl für ihre Kunden zu bieten und der noch zu klein sei, um zu konsolidieren. Davon abgesehen sollten Themen-ETFs Trends aufgreifen, die strukturelle Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und im Privatleben widerspiegeln würden. Die Themen sollten sich aus dem Zusammentreffen von den drei großen Megatrends "Technologie", "Energie & Ressourcen" und "Demografie" ableiten. Deshalb sollten diese per se keine Eintagsfliegen sein, sondern so angelegt sein, dass sie dauerhaft auf dem Markt bleiben würden.

Grundsätzlich gelte auch bei Themen-ETFs das alte Sprichwort "Lege nicht alle Eier in einen Korb". Themen-ETFs seien kein Basisinvestment, sondern eine Beimischung zu einem Portfolio eines Anlegers. Sie seien Wachstumsbausteine und könnten sogar zu einer höheren Diversifizierung beitragen. In Anbetracht der voranschreitenden Globalisierung seien Diversifikationseffekte durch Länder- und Regionalallokationen in den letzten Jahren rückläufig. Themen-ETFs könnten diesem Effekt entgegenwirken, da sie auf so genannte "Pure Player" setzen würden - ungeachtet von Ländern, Sektoren oder Regionen - und keine oder nur geringe Titelüberlappung zu den bekannten Indices wie dem MSCI World oder S&P 500 aufweisen würden.

Viele Themen-ETFs mögen (noch) nicht zu den großvolumigen Tankern in der Fondswelt zählen und eine vergleichsweise kürzere Historie haben, so die Experten von Legal & General Investment Management. Trotzdem würden sie Finanzberatern ein gutes Investmentvehikel bieten, um das Portfolio des Kunden zu diversifizieren und gleichzeitig die Rendite zu steigern. (11.01.2021/fc/a/e)





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