L&G Battery Value-Chain UCITS ETF: Der Weg zu Brennstoffzellen ist noch lang - ETF-Analyse


08.10.20 12:47
Legal & General IM

London (www.fondscheck.de) - Beim Thema Antriebstechnologien der Zukunft scheiden sich die Geister, so die Experten von Legal & General IM im Kommentar zum L&G Battery Value-Chain UCITS ETF.

Noch im letzten Jahr habe Tesla-Chef Elon Musk betont, dass "Erfolg mit Brennstoffzellen einfach nicht möglich" sei. Dagegen sei eine 2017 durchgeführte Umfrage unter Tausenden von Führungskräften aus der globalen Automobilindustrie zu dem Schluss gekommen, dass die Brennstoffzellentechnologie letztlich die Batterien übertreffen werde. "Wir beobachten diesen Trend sehr genau. Aber bis Wasserstoff, mit dem die Brennstoffzellen betrieben werden, kosteneffizient und unterm Strich wirklich ohne Emissionen produziert, gespeichert und genutzt werden kann, dauert es mindestens noch zehn Jahre. Bis dahin sind Batterien einfach vorteilhafter, die auf elektro-chemischen Prozessen basieren - sowohl im Bereich des emissionsfreien Transportverkehrs als auch bei ortsunabhängigen Speicherkonzepten", erkläre Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management.

Ein Blick auf den Gesamtzyklus von Fahrzeugen, die mit Brennstoffzellen betrieben würden, mache deutlich: Der Prozess von der Wasserstoffproduktion bis hin zum Antrieb verbrauche viel Energie. Dazu komme die aufwändige Speicherung des komprimierten oder verflüssigten Gases sowie sein Transport durch Pipelines oder Tankschiffe. Im Vergleich zu Batterien sei jeder dieser Schritte mit Effizienzverlusten verbunden und erzeugt Kohlenstoff. Zudem seien Brennstoffzellenfahrzeuge nur halb so leistungsfähig wie Elektrofahrzeuge - dafür sei ihre Antriebstechnik komplizierter und teurer.

Die derzeit am häufigsten genutzte Methode Wasserstoffgas zu gewinnen, sei die Dampfreformierung. So entstehe der so genannte blaue Wasserstoff von dem jährlich etwa 70 Millionen Tonnen produziert würden. Diese Methode der Wasserstoffproduktion verursache jedoch erhebliche CO2-Emissionen, da sie zu 75% aus Erdgas und zu 22% aus Kohle erzeugt werde. Für die kohlenstofffreie grüne Variante hingegen werde wenig produziert, weil man dafür kostspielige Elektrolyseanlagen brauche. Wenn in den nächsten zehn bis 20 Jahren die Kosten für Elektrolyseure deutlich sinken würden, wie es die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien erwarte, könnte umweltfreundlicher Wasserstoff ab 2030 weniger kosten als blauer.

Aktuell fehle es auch an der notwendigen Vertriebsinfrastruktur und effizienten Speichermöglichkeiten für Wasserstoff: Der Aufbau von Verteilungsnetzen und Tankstellen erfordere weitaus mehr Investitionen und einen größeren Aufwand, als der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, denn diese würden bestehende Netze nutzen. Das werde auch in der näheren Zukunft dazu beitragen, dass E- Autos bevorzugt würden. Selbst wenn in den kommenden Jahrzehnten die Betankungsreichweiten von Brennstoffzellenfahrzeugen für den Personenverkehr auf dem Niveau von Verbrennungsmotoren liegen würden und damit die von Elektrofahrzeugen deutlich überflügeln würden.

Investoren sollten bedenken, dass die Brennstoffzellentechnologie bisher noch keinen nennenswerten kommerziellen Erfolg gehabt habe. In unserem L&G Battery Value Chain UCITS ETF gibt es daher auch keine reinen Wasserstoffanbieter wie PowerCell oder Ballard, so die Experten von Legal & General IM. Die Experten würden eher auf namhafte Unternehmen wie Nissan, BMW und LG Chem3 setzen, die im Rahmen ihrer Forschung und Entwicklung bereits an Brennstoffzellentechnologien arbeiten würden.

Die Experten von Legal & General IM halten es nicht für sehr wahrscheinlich, dass Wasserstoff zumindest in naher Zukunft in großem Umfang für den Antrieb von PKWs eingesetzt wird. Tatsächlich würden verschiedene Automobilhersteller Wasserstoff kurz- bis mittelfristig lediglich als alternativen Kraftstoff für Fernverkehrs- und Flurförderfahrzeuge wie Gabelstapler einplanen. Aber obwohl der Weg noch lang sei, würden die Experten optimistisch bleiben, dass durch mehr Investitionen und intensive Forschung die Kosten und Effizienzverluste in den nächsten Jahren sinken würden und Wasserstoff attraktiver werde.

Der L&G Battery Value-Chain UCITS bilde den Solactive Battery Value-Chain Index physisch nach. Der Index umfasse Unternehmen, die Technologien für die Energiespeicherung anbieten oder Materialien fördern würden, die zur Herstellung von Batterien verwendet würden. Der ETF umfasse derzeit 30 Unternehmen mit einer durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstumsrate von 10 bis 15 Prozent. Die Titel im Index würden gleichgewichtet, damit Anleger von den Wachstumsaussichten aller Unternehmen gleichermaßen profitieren würden. Die Anpassung und Neugewichtung des Indices erfolge alle sechs Monate, um die Diversifikation aufrechtzuerhalten und auf Trends sowie neue Marktteilnehmer reagieren zu können.

Der ETF habe seit Jahresbeginn eine Wertentwicklung von 7,10% in Euro erzielt und damit den MSCI World Index übertroffen, der im gleichen Zeitraum -6,27% erreicht habe (Stand 31. Juli 2020). Der ETF sei im Januar 2018 zugelassen worden und habe ein Volumen von 111,91 Millionen Euro. (08.10.2020/fc/a/e)





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