IIV Mikrofinanzfonds: Mikrofinanzmarkt in Mexiko und Ecuador erholt sich


02.02.21 09:30
Invest in Visions

Frankfurt (www.fondscheck.de) - "2020 war aufgrund der Corona-Pandemie ein schwieriges Jahr und die Auswirkungen weltweit waren herausfordernd - vor allem auch für die Emerging Markets", sagt Dr. Carlos De las Salas Vega, Chief Investment Officer (CIO) der Invest in Visions GmbH, im Kommentar zum IIV Mikrofinanzfonds (ISIN DE000A1H44T1 / WKN A1H44T, R).

Die Weltbank gehe davon aus, dass durch die Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens weltweit bis zu 115 Millionen Menschen zusätzlich von extremer Armut bedroht sein würden. Invest in Visions rechne jedoch damit, dass sich die kontinuierliche Aufhebung der Lockdown-Regelungen positiv auf den Mikrofinanzsektor auswirken werde.

"Die Umstände, die sich durch die Pandemie in den Emerging Markets ergeben hatten, waren nicht einfach", so De las Salas Vega. So sei Ecuador im Vergleich zu anderen Ländern Lateinamerikas schwer getroffen worden, erhole sich davon aber beständig. Für den 7. Februar 2021 seien Präsidentschaftswahlen geplant, die den politischen Trend des Landes in den nächsten vier Jahren bestimmen würden, sei der Mikrofinanz-Experte überzeugt.

Die bisherige Regierung Ecuadors habe mehrere geldpolitische Maßnahmen getroffen. Im Bankensektor sei unter anderem die Einziehung von Kreditraten für kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen bis zu 90 Tage aufgeschoben worden. Zur Unterstützung der Bevölkerung seien beispielsweise die Lohn- und Gehaltsabgaben gestundet und außerordentliche Bargeldtransfers an mittellose Bevölkerungsgruppen in Höhe von 250 Millionen US-Dollar gewährt worden. Weitere Entlastungen im Privatsektor seien steuerliche Anreize und ein Konzessionsprogramm gewesen.

De las Salas Vega sehe einen weiteren Hinweis für Stabilität: "Nachdem der Verfall der Rohölpreise durch die Corona-Pandemie starke Auswirkungen auf die ecuadorianische Wirtschaft hatte - Schätzungen zufolge ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2020 um 11,0 Prozent geschrumpft - haben sich diese nun auf einem höheren Niveau stabilisiert. Gleichzeitig wird erwartet, dass sich das BIP-Wachstum 2021 aufgrund der Reaktivierung der Exporte und einem Anstieg der Inlandsnachfrage um 4,8 Prozent wieder erholen wird." Und auch die Ratingagenturen Fitch und S&P hätten Ecuadors Bonität im September 2020 wieder auf den vorherigen Wert gesetzt, nachdem diese im April herabgestuft worden sei.

"Unser IIV-Portfolio in Ecuador ist weiterhin stabil. Derzeit werden elf Mikrofinanzinstitute (MFIs) mit Darlehen bedient. Diese haben insgesamt mehr als 1,6 Millionen KundInnen, davon sind 48 Prozent Frauen. Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es keine Darlehensausfälle und seit Juni 2020 keine neuen Stundungsanfragen. Die MFIs bleiben profitabel und gut kapitalisiert", berichte De las Salas Vega. Zudem bestünden hier keine Währungsrisiken, da der US-Dollar die Währung Ecuadors sei.

Letzteres gelte jedoch nicht für alle Länder. "Wir gehen aber davon aus, dass die Kosten zur Absicherung von Währungsschwankungen zwischen Euro und US-Dollar auch im Jahr 2021 gering bleiben werden", so der CIO.

Auch Mexiko sei stark von der Corona-Pandemie getroffen worden. Im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern wie Peru, Kolumbien und Bolivien, in denen die Wirtschaft vollständig heruntergefahren worden sei, habe es in Mexiko vergleichsweise geringe öffentliche Einschränkungen gegeben. Mexikos Wirtschaft sei jedoch durch einen Rückgang der Exportnachfrage beeinträchtigt worden. Laut der Ratingagentur Fitch Ratings sei das Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 um 10,3 Prozent zurückgegangen. Jüngste Daten würden jedoch zeigen, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. Insbesondere die Aussichten des Produktionssektors seien optimistisch, da dieser stark in die Lieferketten in Richtung USA integriert sei.

"In Mexiko bedienen wir mit dem IIV-Portfolio derzeit vier MFIs mit Darlehen, die insgesamt ungefähr 580.000 KundInnen haben. Davon sind 80 Prozent Frauen. Um auf eventuelle weitere Herausforderungen durch die Corona-Pandemie rechtzeitig reagieren zu können, sind wir auch mit diesen MFIs in stetigem Kontakt", sage De las Salas Vega.

Auch Invest in Visions habe rechtzeitig Maßnahmen getroffen, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Fonds-Aktivitäten so gering wie möglich zu halten. "Die gute Wertentwicklung unserer Fonds im letzten Quartal hat gezeigt, dass der enge Austausch mit den MFIs und ein Entgegenkommen bei der Rückzahlung von Darlehen die richtige Strategie bei der Krisenbewältigung war. Wir standen unseren Partnern in dieser schwierigen Zeit zur Seite und konnten damit auch unserem sozialen Wirkungsanspruch als Impact Investor gerecht werden", so De las Salas Vega. 2020 habe der IIV Mikrofinanzfonds positiv abschließen können: In der I-Klasse (ISIN DE000A1H44S3 / WKN A1H44S) habe die YTD-Rendite bei 1,32 Prozent (31. Dezember 2020), in der R-Klasse bei 0,92 Prozent gelegen.

Der Experte sei optimistisch: "Eine Aufhebung der Reiseeinschränkungen wird sich positiv auf die Entwicklung unseres Portfolios auswirken, da wir neue MFIs aufzunehmen können. Dies wird auch positive Effekte für die Länderverteilung und somit Diversifizierung unseres Portfolios mit sich bringen." Nachdem Invest in Visions Ende des vergangenen Jahres einen Investitionsgrad von fast 80 Prozent erreicht habe, solle dieser im kommenden Jahr erhöht werden. "Die gute Kapitalisierung der MFIs hat dazu beigetragen, dass das Darlehensportfolio des IIV Mikrofinanzfonds für die Pandemie-Herausforderungen gut gewappnet war. Wir gehen davon aus, dass die MFIs auch im kommenden Jahr gesunde Eigenkapitalquoten halten werden. Auf diese Weise wird sich unsere Portfolioqualität und Profitabilität positiv entwickeln", fasse De las Salas Vega zusammen. (02.02.2021/fc/a/f)





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