Franklin India Fund: Warum es kein guter Zeitpunkt ist, um bei indischen Aktien die Bremse zu ziehen - Fondsanalyse


09.03.18 13:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Indische Aktien haben gegenüber ihren Höchstständen zu Beginn des Jahres wieder nachgegeben, so Sukumar Rajah, Director Portfolio Management und Manager des Franklin India Fund (4,5 Mrd. USD) bei Franklin Templeton Emerging Markets Equity.

Einige Anleger könnten nun besorgt sein. Trotz des Rückgangs der Aktienkurse sei Sukumar Rajah der Ansicht, dass das aktuelle Investmentumfeld in Kombination mit einigen inländischen Wachstumstreibern dem indischen Aktienmarkt Auftrieb verleihen und noch mehr Chancen als zuvor eröffnen könnte.

Es gebe zahlreiche Gründe, bezüglich der Aussichten für indische Aktien skeptisch zu sein. Die Experten von Franklin Templeton sind jedoch nach wie vor entschieden positiv, was in erster Linie den überzeugenden Wachstumsaussichten Indiens zuzuschreiben ist. Für die Jahr 2018 bis 2022 werde in Indien mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 7,3% gerechnet, was darauf hindeute, dass es keinerlei Anzeichen für eine Abkühlung des Wachstums gebe.

Aus Sicht der Experten dürfte die indische Wirtschaft in der Lage sein, die negativen Auswirkungen des jüngsten Abverkaufs an den globalen Aktienmärkten, der Einführung der Steuer auf Waren und Dienstleistungen (GST) im Jahr 2017 und der Ende 2016 durchgeführten Geldentwertung wegzustecken. Diese Entwicklungen hätten vorübergehende Auswirkungen auf liquiditätsintensive Branchen und Lieferketten gehabt - insbesondere auf kleine Händler, die größere Fertigungsunternehmen beliefern würden und Schwierigkeiten gehabt hätten, den hiermit verbundenen Verwaltungsaufwand zu bewältigen.

Da diese Effekte aller Wahrscheinlichkeit nach abklingen dürften, besteht aus Sicht der Experten von Franklin Templeton weiterer Spielraum für eine potenzielle Aufwertung indischer Aktien. Auch wenn der Abverkauf an den globalen Aktienmärkten und der Skandal bei der Punjab National Bank (PNB) einen gewissen Kapitalabfluss verursacht hätten, seien die Experten der Ansicht, dass das günstige demografische Umfeld in Indien weiteres Wachstum am Aktienmarkt nach sich ziehen könnte, insbesondere bei Large Cap-Aktien.

Die inländische Nachfrage mache inzwischen den größten Teil der indischen Wirtschaft aus. Bestimmt werde sie in erster Linie durch die wachsende Mittelschicht.

Dies ist nicht das erste Mal, dass wir den Aufstieg der Mittelschicht anführen - und es wird sicherlich auch nicht das letzte Mal sein, so die Experten von Franklin Templeton. Das Bevölkerungswachstum befinde sich noch in seiner Frühphase, und einigen Schätzungen zufolge werde mit einer Verdopplung innerhalb der nächsten acht Jahre gerechnet.

Nach Einschätzung der Experten von Franklin Templeton sollten günstige makroökonomische und demografische Faktoren zu Einkommenswachstum führen, was wiederum die inländische Nachfrage weiter ankurbeln dürfte. Zudem dürften auch die Ersparnisse zunehmen. Die Experten würden davon ausgehen, dass Unternehmen im Sektor zyklische Konsumgüter von der wachsenden Mittelschicht Indiens profitieren würden, da die Menschen zunehmend bestrebt sein würden, höherwertige Güter wie Autos, Schmuck und Designerkleidung zu kaufen. Im Zuge steigender verfügbarer Einkommen könnte auch eine Aufwertung nicht essenzieller Güter für die Verbraucher wichtiger werden, was sich beispielsweise bei Klimaanlagen und elektronischen Geräten bemerkbar machen sollte.

Angesichts der steigenden Einkommen in der wachsenden Mittelschicht des Landes rechne man mit einer zunehmenden Nachfrage nach Krediten und Investmentleistungen. Hierdurch sollten sich potenzielle Anlagechancen bei Banken des privaten Sektors ergeben, die auf Leistungen für Privatkunden ausgerichtet seien. Die öffentlichen Banken hätten sich zuletzt auf eine Verbesserung ihrer Vermögensqualität konzentriert, was ihre Konkurrenzfähigkeit im Privatkundengeschäft verringert habe.

Während die staatlichen Banken mit ihrer hohen Verschuldung und dem vermeintlichen PNB-Skandal zu kämpfen hätten, seien die Schwächen im Management staatseigener Banken deutlich zu Tage getreten. Aus Sicht der Experten von Franklin Templeton hat es noch keine konkreten Verbesserungen bei öffentlichen Banken gegeben, was ihren Verlust von Marktanteilen zugunsten von Banken des privaten Sektors beschleunigen sollte. Ihrer Einschätzung nach würden Anleger zunehmend erkennen, dass stärkere Bilanzen und die Einführung fortschrittlicher Technologie Privatbanken dabei helfen könnten, einen noch größeren Anteil des Marktes zu erobern.

Gleichzeitig habe die Mittelschicht die Nachfrage nach hochwertigerem Wohnraum angekurbelt, was für Bauträger und Immobilienverwalter günstig sein sollte. Diese Unternehmen seien in der Regel im Mid- und Large-Cap-Segment des indischen Aktienmarkts zu finden.

Die im Mai 2017 umgesetzten aufsichtsrechtlichen Neuerungen hätten bereits erste Veränderungen im Immobilienentwicklungssektor angestoßen. Unserer Einschätzung nach befinden wir uns jedoch noch am Anfang dieser Entwicklung, so die Experten von Franklin Templeton.

Im Unionshaushalt für 2018 bis 2019 habe Finanzminister Arun Jaitley im Februar vorgeschlagen, dass ein Fonds für erschwinglichen Wohnraum es sich zum Ziel setzen würde, bis 2022 Wohnraum für alle zu schaffen und durch die Zurverfügungstellung städtischer Grundstücke einen besseren Zugang zu Großstädten zu ermöglichen.

Unserer Einschätzung nach wird diese Initiative positiv aufgenommen, aus unserer Sicht hat die Regierung jedoch die Türe für eine Unterstützung der städtischen Mittelschicht offen gelassen, so die Experten von Franklin Templeton. Wenn jedoch zusätzliche Anreize geschaffen würden, könnte dies den städtischen Wohnungsbau beschleunigen und das Beschäftigungswachstum bei angelernten Arbeitskräften ankurbeln.

Dennoch würden die Experten eine Belebung der Investitionsausgaben erwarten, insbesondere innerhalb des indischen Immobiliensektors. Die Investitionsausgaben würden schon seit längerem abwärts tendieren, man rechne jedoch damit, dass eine steigende Nachfrage nach höherwertigerem Wohnraum und Gütern eine Erholung anstoßen könnte.

Die Regierung habe zudem angekündigt, eine langfristige Kapitalertragssteuer von 10% wieder einführen zu wollen, die für einen Verkauf von Aktien im Wert von mehr als 100.000 Indische Rupien gelten solle. Die Änderung dürfte nach Einschätzung der Experten keine reflexartige Reaktion indischer Aktien nach sich ziehen, da bis zum 31. Januar 2018 vorgenommene Verkäufe von der Kapitalertragssteuer befreit bleiben sollten.

Nach Ansicht der Experten von Franklin Templeton wird der indische Aktienmarkt noch mehr zu bieten haben, während er sich auf die Auswirkungen des Unionshaushalts einstellt. Auch wenn einige Anleger bezüglich der Entwicklung des indischen Aktienmarktes besorgt seien, dürfte eine Kombination aus günstigen makroökonomischen und demografischen Faktoren nach Einschätzung der Experten Spielraum für höhere Bewertungen bieten. (Ausgabe vom 08.03.2018) (09.03.2018/fc/a/f)





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