Europäischer ETF-Markt: ETF-Geschäft trübt sich im August ein


09.09.19 10:55
Amundi

Paris (www.fondscheck.de) - Im August litt der ETF-Markt weltweit unter hohen Abflüssen, so die Experten von Amundi.

Am stärksten betroffen gewesen seien Aktien-ETFs mit Abflüssen von mehr als 27,6 Mrd. EUR weltweit. ETFs auf Aktien aus den Schwellenländern hätten dabei das größte Minus verbucht (-12,7 Mrd. EUR), gefolgt von Sektor- & Smart-Beta-ETFs mit Abflüssen von fast 5 Mrd. EUR. Japanische Aktien seien das einzige Exposure gewesen, das mit mehr als 3,5 Mrd. EUR an Nettoneugeldern habe zulegen können.

ETFs auf Obligationen hätten weiterhin Zuflüsse verbucht (knapp +17 Mrd. EUR). Innerhalb der Anlageklasse hätten Anleger im August weiterhin Staatsanleihen bevorzugt (+9 Mrd. EUR) und sich auf Aggregate Bonds konzentriert (+7,5 Mrd. EUR). ETFs auf Unternehmensanleihen hätten hingegen ihren Spitzenplatz im vergangenen Monat verloren und im August Abflüsse von 470 Mio. EUR verzeichnet.

In Europa seien nachhaltige Aktien-ETFs im August weiterhin gefragt gewesen. Die Nachfrage im Volumen von 856 Mio. EUR sei allerdings gegenüber dem Vormonat abgeflacht. Smart-Beta-ETFs hätten Zuflüsse verzeichnet (+188 Mio. EUR), wobei defensiven Faktoren im Fokus gestanden hätten (z.B. Minimum-Volatility-ETFs +500 Mio. EUR). Aktien-ETFs auf einzelne Regionen hätten erhebliche Abflüsse verzeichnet (-9,6 Mrd. EUR). Verkauft worden seien vor allem ETFs auf globale Aktien, gefolgt von Produkten auf die Eurozone und auf Schwellenländer. Hinsichtlich der favorisierten Sektoren und Themen lägen ETFs auf Grundstoffe (+207 Mio. EUR) sowie künstliche Intelligenz und Robotik (+120 Mio. EUR) vorn.

Anleihe-ETFs würden weiterhin von Zuflüssen profitieren, wenngleich auf niedrigeren Niveaus als im Vormonat. Am gefragtesten seien ETFs auf Unternehmensanleihen gewesen (+1,7 Mrd. EUR). Die bevorzugte Region seien die USA gewesen, die 725 Mio. EUR Netto-Neugelder hätten verbuchen können. Ebenfalls im Anlegerfokus gestanden hätten ETFs auf Staatsanleihen aus der Eurozone. Diese hätten mehr als 1 Mrd. EUR Nettomittel angezogen, was einen Großteil der Bond-Zuflüsse ausmache.

Auffallend sei zudem das gewachsene Interesse an Gold-ETPs gewesen. Im August hätten Produkte auf Gold Zuflüsse von fast 250 Mio. EUR verbucht (gegenüber +36 Mio. EUR im Juli). (09.09.2019/fc/a/e)