Ethna-DEFENSIV-Fonds: 09/2021-Bericht, Verlust von 0,55% - Fondsanalyse


07.10.21 10:00
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Steigen jetzt die Zinsen wieder? Wenn wir an dieser Stelle von Zinsen sprechen, meinen wir vorrangig die Renditen von langlaufenden, zehnjährigen deutschen und US-amerikanischen Staatsanleihen, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y, A; ISIN LU0279509144 / WKN A0LF5X, T).

Die kurzfristigen, von der EZB und der FED festgelegten Zinssätze, würden sich so schnell nicht ändern. Die FED werde frühestens Ende nächsten Jahres eine erste Zinserhöhung beschließen, aber bis dahin könne noch viel passieren. Bei der EZB werde man noch länger auf eine erste Zinserhöhung warten müssen.

Die Renditen deutscher zehnjähriger Staatsanleihen seien im September von -0,4% auf -0,2% gestiegen, ihr US-amerikanisches Pendant von 1,31% auf 1,51%. Auch die Experten von ETHENEA hätten darauf reagiert und ihre bereits im August aufgebauten Sicherungsgeschäfte weiter ausgebaut und die Duration ihres Bondportfolios auf unter 2 weiter reduziert. Hierdurch hätten die Experten die Verluste auf ihr Anleihenportfolio (82% des Gesamtportfolios) deutlich begrenzen können. Wieso würden die Renditen aber genau jetzt steigen, nachdem sie im Sommer noch stabil bis leicht fallend gewesen seien?

Die Inflation sei schon vor dem Sommer sowohl in der Eurozone als auch in den USA deutlich angestiegen. Daher tauge ihre Entwicklung wenig, um den Renditeanstieg zu erklären. Zumal die Behauptung der EZB und der FED, dass dieser starke Anstieg nur vorübergehend sei, auch zum Konsens unter der überwiegenden Mehrzahl der Investoren geworden sei.

Für die Eurozone werde die Spitze der Inflationsbeschleunigung für den November erwartet, um dann im Januar, nach dem Wegfall einiger Basiseffekte (z.B. CO2-Abgabe und Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung in Deutschland Ende 2020), wieder unter 3% zu fallen. Die USA mögen die Spitze der Inflationsbeschleunigung sogar bereits im August erreicht gehabt haben, so die Experten von ETHENEA. Allerdings spreche die kürzliche Eskalation der Strom- und Gaspreise sowie der Lieferkettenengpässe dafür, dass ein Rückgang der Inflationsraten auf die Ziele der EZB und der FED von 2% länger dauern könnte als gedacht.

Vor diesem Hintergrund würden die beiden Zentralbanken aktuell das Zurückfahren ihrer milliardenschweren Anleihenkaufprogramme diskutieren. Die Federal Reserve habe auf ihrer Sitzung im September bestätigt, dass eine formale Ankündigung des sogenannten "Tapering" auf ihrer Sitzung Anfang November sehr wahrscheinlich sei. Die Ankäufe sollten dann im Sommer 2022 vollständig beendet sein. Nachdem die EZB das Ankauftempo im Rahmen ihres Pandemic Emergency Purchase Program (PEPP) in Q2 und Q3 2021 erhöht habe, habe sie kürzlich auf ihrer Sitzung im September angekündigt, dieses für das kommende Quartal wieder leicht auf Q1-Niveau zu reduzieren. Sie beharre aber darauf, dass dies kein "Tapering" sei, sondern lediglich eine Adjustierung. Wenn sie in unverändertem Ausmaß ihre Ankäufe fortsetze, dann werde sie den Rahmen des PEPP von EUR 1,85 Billionen bereits kurz vor dem offiziellen Ende im März 2022 ausgeschöpft haben. Die EZB werde sich bei ihren nächsten Treffen Ende Oktober und im Dezember aber auch Gedanken darüber machen müssen, wie es nach April 2022 weitergehen solle. Ein Ende des PEPP sei dann wahrscheinlich.

Bis jetzt seien die Käufe der Zentralbanken ein starkes Gegengewicht zu den höheren Inflationsraten gewesen und hätten ein deutliches Ansteigen der Renditen für langlaufende Staatsanleihen verhindert. Die Zentralbankkäufe würden zumindest noch im ersten Quartal 2022 substanziell sein; daher würden die Experten von ETHENEA nur ein weiteres gemäßigtes Ansteigen der Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen auf 1,75% bis 2% sowie zehnjähriger deutscher Staatsanleihen auf 0% erwarten. Ein deutlicher Anstieg der Treasuries darüber hinaus sei auch deshalb unwahrscheinlich, weil diese bei Niveaus von um die 2% auch für internationale Investoren wieder ein zunehmend attraktives Investment würden. Selbst nach Abzug von Hedgingkosten für den Ausgleich der Währungsrisiken würden sie damit noch eine deutlich höhere Rendite erzielen können als mit heimischen Staatsanleihen. Doch bis dahin werde es noch dauern. Solange werden wir die Duration des Anleihenportfolios mit unseren Hedges deutlich reduzieren, so die Experten von ETHENEA.

In unmittelbarer Zukunft seien jedoch noch keine Zinserhöhungen durch die Zentralbanken zu erwarten. Die Federal Reserve erwarte in ihren so genannten "Dot Plots" - der Prognose der zukünftigen Sätze der FED - einen Anstieg ihres Zentralbankzinses auf 1,75% bis 2% lediglich bis Ende 2024. Ein stetiges Wirtschaftswachstum ohne Krisen über die nächsten zwei Jahre könne sicherlich nicht garantiert werden. Und ob die Zentralbanken in neuerlichen Krisen eher bereit seien, über die Krisen hinwegzuschauen und auf den grundsätzlichen Wachstumspfad zu verweisen, eine Art "average growth target (durchschnittliches Wachstumsziel)" in Anlehnung an das "average inflation target (durchschnittliches Inflationsziel)", sei ungewiss. Die Explosion der Energiepreise und die Verschärfung der Lieferkettenengpässe hätten durchaus das Potenzial, die Weltwirtschaft in eine Krise zu stürzen und das Wachstum deutlich zu verlangsamen. Aber auch an diesem Punkt sind wir noch nicht, so die Experten von ETHENEA.

Der Ethna-DEFENSIV bleibe daher im Hinblick auf Zinsrisiken weiterhin vorsichtig und belasse die Duration bei unter 2. An ihren Aktieninvestments über ETFs nahe der Maximalauslastung von 10% würden die Experten von ETHENEA festhalten. Gold spiele derzeit eine weniger wichtige Rolle und sei daher auf 2,5% reduziert worden. Die steigenden Zinsen würden das Edelmetall belasten und seine Wirkung als Inflationsschutz sei in den Hintergrund getreten. Unsere USD-Quote liegt aktuell bei knapp 20% und hat mit einem positiven Beitrag von 0,3% geholfen, die Verluste bei Anleihen dank Absicherung (ca. -0,3%), Aktien (-0,35%) und Gold (-0,15%) im September zu begrenzen, so die Experten von ETHENEA. Insgesamt habe der Ethna-DEFENSIV (T-Klasse) im September 0,55% verloren, verzeichne aber per Ende September eine weiterhin positive Jahresperformance von +1,17%. (Ausgabe 10 vom Oktober 2021) (07.10.2021/fc/a/f)






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