Ethna-DEFENSIV-Fonds: 06/2021-Bericht, 0,55% zugelegt - Fondsanalyse


07.07.21 09:00
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Im abgelaufenen Halbjahr beherrschten zwei Themen die Anleihenmärkte, vor allem in den USA, nämlich Inflation und steigende Renditen, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y, A; ISIN LU0279509144 / WKN A0LF5X, T).

Am 6. Januar hätten die Demokraten die beiden Nachwahlen in Georgia für sich entscheiden können und damit auch die Mehrheit im Kongress übernommen. Dies ermögliche es ihnen, auch gegen den Widerstand der Republikaner Konjunkturprogramme zu verabschieden. Das erste Corona-Hilfspaket der Biden Administration über USD 2 Billionen sei kurz darauf beschlossen worden und habe in Kombination mit einem schnellen Impffortschritt, einer sich bereits erholenden Wirtschaft und einem gegenüber dem Vorjahr schwächeren US-Dollar für zunehmende Inflationssorgen gesorgt.

Der Anstieg der Verbraucherpreise habe sich schnell beschleunigt und sei durch immer mehr Lieferengpässe zugespitzt worden. Die Inflation habe im Mai 5% erreicht, die durchschnittlichen jährlichen Inflationserwartungen über die kommenden zehn Jahre seien in der Spitze auf rund 2,6% gestiegen. Die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen seien analog von 0,9% zu Beginn des Jahres auf 1,7% zum Ende des ersten Quartals gestiegen.

Dennoch habe die FED ihre geldpolitischen Unterstützung in Form von Niedrigzinsen am kurzen Ende und Anleihenkäufen fortgesetzt, denn schließlich sei man vom Ziel Vollbeschäftigung noch weit entfernt (aktuell 9,8 Millionen Arbeitslose im Vergleich zu 5,7 Millionen vor Corona im Februar 2020); und die derzeitigen Inflationsspitzen seien laut der US-Notenbank auch nur ein vorübergehendes Phänomen.

Die FED bleibe also vorerst bei ihrer Geldpolitik, der Ton werde aber zunehmend "hawkisher". In der Juni-Sitzung sei erstmals vorsichtig angedeutet worden, dass man über ein langsames Zurückfahren der Hilfsprogramme nachdenke. Das Signal der FED, dass man die Inflationsentwicklungen genauestens im Blick behalten werde, und die Nachfrage von Pensionskassen sowie ausländischen Investoren nach USD-denominierten Anleihen habe dafür gesorgt, dass der Zinsanstieg im zweiten Quartal gestoppt habe und die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen wieder auf 1,5% gesunken seien.

Die EZB dagegen kaufe seit Beginn des zweiten Quartals mit erhöhtem Tempo Staats- und Unternehmensanleihen. Trotzdem habe auch sie den Anstieg der langfristigen Rendite nur mildern und nicht ganz verhindern können. So seien die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen von -0,6% am Jahresanfang auf aktuell -0,2% angestiegen.

Die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken hätten für günstige Finanzierungsbedingungen gesorgt. So hätten sich die meisten Unternehmen im Laufe des Jahres am Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen Geld beschaffen können und so auch gleich für die kommenden Jahre vorgesorgt. Das habe dazu geführt, dass die Risikoprämien von Unternehmensanleihen deutlich gesunken seien und über alle Risikoklassen hinweg nahe historischer Tiefstände notieren würden. In den USA würden stark ausfallgefährdete Anleihen mit CCC-Rating beispielsweise bei nur noch 4,77% höher als US-Staatsanleihen rentieren.

Durch Konzentration auf Unternehmensanleihen mit einer moderaten Duration nahe 5 sei es den Experten von ETHENEA daher gelungen, im Fixed Income-Bereich eine neutrale Performance zu erzielen. Dieses Ergebnis sei unterstützt worden durch flexibles Durationsmanagement und den Einsatz von Futures zur Absicherung gegen weitere Renditeanstiege, aber teilweise auch zur kurzfristigen Verlängerung der Duration nach einem übertriebenen Renditeanstieg.

Die Experten von ETHENEA hätten fast das ganze Halbjahr die Aktienquote nahe ihrer maximal erlaubten Auslastung von 10% gehalten. Dies habe wesentlich zur positiven Gesamtperformance des Ethna-DEFENSIV im ersten Halbjahr beigetragen. Zudem habe der Wiederaufbau einer Goldposition im zweiten Quartal einen deutlichen positiven Beitrag geleistet, insbesondere da die Experten die Hälfte der Position nahe des Höchststands von USD 1900 pro Unze im Mai wieder aufgelöst hätten.

Eine Reihe von kleineren Zentralbanken wie die Bank of Canada oder die Bank of England habe bereits damit begonnen, ihre lockere Geldpolitik schrittweise zurückzunehmen. Die US-Notenbank dürfte in den kommenden Monaten folgen, was mittelfristig wieder zu steigenden Renditen führen dürfte. Lasse die Notenbank die Programme entgegen den Erwartungen weiterlaufen, dürfte das zwar die Aussicht auf niedrige US-Renditen stützen, berge aber die Gefahr deutlich überschießender Inflationsraten.

Die Experten von ETHENEA würden daher umsichtig positioniert bleiben und hätten die Duration des Anleihenportfolios auf rund fünf Jahre reduziert. Auf diesem Niveau würden sie sich derzeit sehr wohl fühlen, da das Risiko für die Fondsperformance durch überschießende Inflationsraten und steigende Renditen begrenzt sei, während in diesem Laufzeitbereich gerade in USD noch ordentliche Renditen gezahlt würden. Gleichzeitig würden die Experten auf namhafte Emittenten mit guter bis sehr guter Bonität setzen (das durchschnittliche Kredit-Rating des Fonds liege zwischen A- und A), welche den Kern des Anleihenportfolios bilden würden. Ergänzt würden diese durch Emittenten aus dem Hochzinsbereich mit dem Ziel, zusätzliche Performance zu liefern. Hierbei würden die Experten von ETHENEA auf Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen aus relativ konjunkturunabhängigen Branchen wie Konsumgüter und Pharma setzen.

Der Ethna-DEFENSIV (T-Klasse) habe im Juni 0,55% zulegen können und liege damit seit Jahresbeginn bei einer Performance von 0,73%. Nach vorne schauend würden die Experten von ETHENEA glauben, dass sich die Renditen erst mal auf dem aktuellen Niveau eingependelt hätten beziehungsweise noch mal leicht zurückgehen würden. Längerfristig seien allerdings weitere Renditeanstiege wahrscheinlicher. Ein aktives Durationsmanagement sei im aktuellen Marktumfeld daher unabdingbar, um die Duration flexibel sowohl nach oben als auch nach unten anzupassen. Weiterhin möchten die Experten von ETHENEA die Chancen, welche die Aktienmärkte in diesem Umfeld von nur langsam steigenden Renditen, ordentlichem Wirtschaftswachstum und steigenden Unternehmensgewinnen bieten würden, nutzen und würden mit einer nahe bei 10% liegenden Aktienquote auch in das zweite Halbjahr starten. (Ausgabe 7 vom Juli 2021) (07.07.2021/fc/a/f)






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