ETF-Handel: Weltaktien gesucht


04.12.19 10:23
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Es scheint ein wenig so, als wirke die Schnäppchenjagd im Einzelhandel auf ETF-Anleger ansteckend, so die Deutsche Börse AG.

"Über alle Anlageklassen hinweg hatten wir vergangene Woche mit 77 Prozent einen deutlichen Kaufüberhang", melde Christian Dürr von der Commerzbank. Die Anzahl der ETF-Transaktionen bewege sich mit rund 43.000 - auch bedingt durch Thanksgiving in den Vereinigten Staaten - hingegen eher auf einem durchschnittlichen Niveau.

Anleger positionierten sich bevorzugt in marktbreiten Portfolios basierend auf den MSCI World, wie Dürr ausführe. Hin und her gehe es in ebenfalls gern gehandelten S&P 500-ETFs. "Zu- und Abflüsse halten sich in etwa die Waage." Produkte, die sich am MSCI Europe ex UK orientieren würden, kämen gut an und landeten unterm Strich in den Depots. "Hier hatten wir auffällig viel Zuspruch." Von EURO STOXX 50-ETF trennten sich die Commerzbank-Kunden in Summe.

Was US-Aktien betreffe, spreche Cornelia Schübel von der UniCredit von einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen. Das gelte für Tracker des gern gehandelten S&P 500 (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) sowie für MSCI North America-ETFs. DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) und MSCI EMU- Positionen (ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX, ISIN LU0846194776 / WKN DBX0GJ) lösten Anleger unterm Strich auf. Ohne eindeutige Tendenz rege gehandelt würden EURO STOXX 50- und MSCI Europe-Produkte (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU).

Mittelgroße britische Konzerne im FTSE 250 (ISIN IE00BKX55Q28 / WKN A12CX0, ISIN IE00B00FV128 / WKN A0CA55) stünden bei den Kunden der UniCredit auf der Kaufseite, wie Schübel registriere. Der Index enthalte die 250 größten an der Londoner Börse gelisteten Unternehmen folgend auf Aktien des FTSE 100. Gleichzeitig verabschiedeten sich Anleger von Small Caps im MSCI UK.

Volatility-Risiken an den Aktienmärkten scheinen ETF-Anleger eher auf weltweiter Basis zu erkennen, so die Deutsche Börse AG. Tracker des MSCI World Minimum Volatility würden Dürr zufolge per Saldo gekauft. Gleichzeitig verabschiedeten sich Investoren von MSCI Euro Minimum Volatility-Positionen.

Allerdings habe die Ankündigung Donald Trumps, Strafsteuern auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Argentinien und Brasilien zu verhängen, zum Wochenstart Verunsicherung ausgelöst. Mit der Verabschiedung einer französischen Digitalsteuer zum 1. Januar 2020 drückten zudem die von der US-Regierung ins Spiel gebrachten zusätzlichen Gebühren auf Importe aus Frankreich im Wert von bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar auf die Anlegerstimmung. "Mal sehen, was uns über Twitter diese Woche noch erreicht", meine Dürr.

Im Geschäft mit Sektor-ETFs belegten Unternehmen der Öl- und Gasindustrie bei der UniCredit den Spitzenrang. STOXX Europe 600 Oil & Gas-Tracker würden Schübel zufolge zu den gefragtesten Branchenportfolios auf der Kaufseite gehören. Gleichermaßen Zu- und Abflüsse verbuche die Händlerin für Werte der Grundstoffe-Industrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK). "Auf deutlich niedrigerem Niveau griffen Anleger zu europäischen Bankaktien im STOXX Europe 600 Banks."

Dürr führe Real Estate-Aktien mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen auf dem Spitzenplatz der meist gehandelten Sektor-ETFs. In europäischen Technologiewerten im MSCI Europe Information Technology positionierten sich Investoren zumeist.

Das Geschäft mit Fixed Income-Produkten sei laut Händler getrieben von zumeist Käufen. In Euro geführte Unternehmensanleihen etwa im Barclays Capital Euro Corporate Bond, Barclays Euro-Aggregate Corporates und iBoxx Eur Liquid Corporates Top 75 (WKN A2H57V) zähle Schübel zu den Profiteuren. Ebenso griffen Anleger gern zu in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen im Goldman Sachs GS InvesTop (WKN 911950).

Sieben- bis zehnjährige Staatspapiere aus dem Euroraum mit Investment Grade im Barclays Euro Government Bond 7-10yr Term (ISIN IE00B1FZS806 / WKN A0LGQA) führe Dürr auf der Kaufseite. Das gelte auch für ein bis dreijährige US-Treasuries (ISIN IE00B3VWN393 / WKN A0X8SH). (Ausgabe vom 03.12.2019) (04.12.2019/fc/a/e)





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