ETF-Handel: Vorliebe für europäische Aktien


05.07.17 10:07
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz kräftigem Kursrutsch an den Börsen in der vergangenen Woche: Zu einer Verkaufswelle kam es im ETF-Markt nicht, so die Deutsche Börse AG.

"An einzelnen Tagen überwogen die Abflüsse, für die Gesamtwoche hielten sich Zu- und Abflüsse aber die Waage", berichte Andreas Bartels von der Commerzbank. Oliver Kilian von der UniCredit melde für die Woche sogar einen Käuferüberhang. Die Umsätze bezeichne Bartels als "durchwachsen", Kilian spreche hingegen von einem "sehr starken Handel".

An den Börsen sei es vergangene Woche deutlich nach unten gegangen, der DAX habe über 400 Punkte auf 12.325 Zähler am Freitag verloren. Hintergrund seien Spekulationen um eine baldige geldpolitische Straffung in der Eurozone gewesen, aber auch zunehmende Warnungen vor einer Überhitzung der Märkte. Diese Woche würden sich die Börsen etwas erholen, am Dienstagmittag habe der DAX bei 12.463 Punkten gelegen.

Speziell am US-Markt seien Gewinne mitgenommen worden: So hätten sich Kunden der Commerzbank vor allem von S&P 500-Trackern getrennt, wie Bartels beobachtet habe. "Der klare Fokus auf die USA war schon auffällig." Auch Kilian melde starke Abgaben von US-Aktien, etwa mit dem Amundi MSCI USA. In NASDAQ-Trackern hätten Kilian zufolge hingegen schon wieder die Positionierungen überwogen (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF, ISIN FR0007063177 / WKN 541523). Der NASDAQ habe gegenüber seinem Allzeithoch vor knapp vier Wochen fast 5 Prozent nachgegeben.

Gut angekommen seien bei der Commerzbank hingegen EURO STOXX 50-ETFs, die unter dem Strich gekauft worden seien. Bei der UniCredit seien EURO STOXX-Tracker ebenfalls beliebt gewesen, Kilian melde Zuflüsse in die beiden ETFs von iShares (ISIN DE000A0D8Q07 / WKN A0D8Q0, ISIN DE0005933956 / WKN 593395), aber auch in EURO STOXX-Tracker von Amundi, Lyxor und db x-trackers. Auch in DAX-Indexfonds hätten die Zuflüsse dominiert, wenn auch nur leicht (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETF9017 / WKN ETF901, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA, ISIN LU0252633754 / WKN LYX0AC).

Von Emerging Markets-ETFs hätten sich Anleger überwiegend verabschiedet, wie Bartels außerdem berichte. Eine Ausnahme habe es allerdings gegeben: Bei der UniCredit hätten viele Anleger auf indische Aktien gesetzt, konkret mit dem Amundi MSCI India. Auch ETFs, die ganz Asien abbilden würden, seien gesucht gewesen.

Die Aktivitäten im Handel mit Branchen-ETFs seien vom Kursrutsch der Technologiewerte geprägt gewesen: Bartels zufolge hätten viele Tech-Werte auf den Abgabelisten gestanden. Von außergewöhnlich hohen Abflüssen berichte auch Kilian mit Blick auf US-Biotech-Aktien. Zugegriffen worden sei laut Bartels hingegen in Banken-ETFs. Diese (ISIN DE0006289309 / WKN 628930, ISIN IE00B3Q19T94 / WKN A1JFG7, ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) stünden auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage weit oben.

Unterdessen fänden Smart Beta-ETFs weiter viele Abnehmer: Laut Kilian stünden derzeit besonders Growth- und Multi Faktor-Strategien in der Gunst der Anleger weit oben. Viel gekauft würden der Lyxor MSCI EMU Growth, der iShares Edge MSCI Europe Multifactor und der iShares Edge MSCI World Multifactor. Bei der Growth-Strategie werde auf Aktien von wachstumsstarken Unternehmen gesetzt, Multifaktor-Strategien würden mehrere Faktoren kombinieren wie Value, Size oder Momentum, um eine Überrendite über den klassischen Indices zu erreichen.

Für den Fixed Income-Bereich würden die Händler von größeren Abflüssen aus High Yield-Unternehmensanleihen berichten, etwa aus dem iShares Euro High Yield Corp Bond. Bei der Commerzbank hätten Anleger stattdessen auf Investment Grade-Bonds mit Laufzeit von ein bis drei Jahren gesetzt. Auch die UniCredit habe Interesse an kurzen Laufzeiten beobachtet, vor allem an Geldmarkt-ETFs wie dem PIMCO Euro Short Maturity Source und dem db x-trackers Eonia. Langlaufende Staatsanleihen wie der iShares Euro Government Bond 15-30yr würden hingegen abgegeben. (Ausgabe vom 04.07.2017) (05.07.2017/fc/a/e)





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