ETF-Handel: Vieles geht raus


08.05.19 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auf die unerwartete Kehrtwende im Zollstreit zwischen China und den USA und die Verluste an den Aktienmärkten reagieren ETF-Investoren laut Händler mit Verkäufen, so die Deutsche Börse AG.

"Es ist viel los, auf allen Ebenen stehen seit Wochenbeginn Abgaben im Vordergrund", beschreibe Frank Mohr die ETF-Flows bei der Commerzbank. Zudem deckten sich Anleger verstärkt mit Short DAX-Produkten ein.

Die Ankündigung Donald Trumps, importierte chinesische Waren im Wert von 200 Millionen US-Dollar ab Freitag mit 25 statt wie bisher mit 10 Prozent Zöllen zu belasten, habe die internationalen Aktienbörsen unter Druck gesetzt. So habe der DAX zunächst von 12.412 auf zwischenzeitlich 12.145 Punkte und damit um 2,15 Prozent nachgegeben. Mittlerweile habe sich die Aufregung wieder etwas gelegt. Medien zufolge werde eine chinesische Delegation dennoch zu Gesprächen nach Washington reisen. Offen sei demnach, ob Verhandlungsführer und Vize-Regierungschef Liu-He teilnehmen werde.

Auch Rick van Leeuwen verbuche seit Montag zumeist Verkäufe im Handel mit Indexfonds - mit zum Teil großen Orders. "Gerechnet hatten wir mit noch stärkeren Reaktionen", beschreibe der IMC-Händler. Neben DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) und EURO STOXX 50-Werten trennten sich van Leeuwens Kunden besonders häufig von S&P 500-ETFs (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53). MSCI EMU-Tracker landeten hingegen überwiegend in den Depots. Das Barometer enthalte Aktien aus dem Euroraum und komme seit Jahresbeginn auf ein Plus von gut 16 Prozent.

Von Rückläufen spreche der Händler hinsichtlich Automobilwerten im STOXX Europe 600 Automobiles & Parts Index. Ebenso verabschiedeten sich Anleger tendenziell von Aktien der europäischen Grundstoffe-Industrie aus. Beispielsweise würden Tracker des STOXX Europe 600 Basic Resources Index per Saldo abgestoßen.

Potenzial scheinen Investoren in japanischen Aktien zu vermuten, so die Deutsche Börse AG. Van Leeuwen registriere überwiegend Zuflüsse für MSCI Japan-Produkte (ISIN IE00B02KXH56 / WKN A0DK60, ISIN IE00B42Z5J44 / WKN A1C5E6). Mit dem Staat gehe es aufwärts. Bruttoinlandprodukt, die Zahl der Beschäftigten sowie Löhne und Preise hätten sich wieder erholt. Der MSCI Japan komme nach den Verlusten in 2018 seit Anfang Januar mittlerweile auf ein Plus von 7,5 Prozent.

Bereits in der mit 45.000 ETF-Transaktionen starken, feiertagsbedingt verkürzten Vorwoche gehörten MSCI Japan-Tracker ebenso wie MSCI World- und MSCI Europe-Werte bei der Commerzbank zu den meist gehandelten Produkten auf der Kaufseite. Die hohe Anzahl an ETF-Trades deute zudem auf stetig steigendes Interesse an der Anlageklasse vonseiten Privatanlegern. (Ausgabe vom 07.05.2019) (08.05.2019/fc/a/e)