ETF-Handel: Verschnupfte Märkte reizen zu Käufen


12.01.22 12:21
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die erwartete US-Zinswende hat die Börsen weltweit belastet und vor allem Technologie-ETFs gedrückt, so die Deutsche Börse AG.

"Die Geldpolitik ist jetzt im Mittelpunkt des Interesses der Investoren angekommen", fasse Hubert Heuclin von BNP Paribas die Marktlage zusammen angesichts angekündigter Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank FED.

Die Aufmerksamkeit richte sich trotz der Zins-Thematik weiterhin vor allem auf Aktien-ETFs mit weltweiter Ausrichtung: Heuclin verzeichne besonders hohe Zuflüsse in globale Produkte wie drei verschiedene UBS ETF MSCI ACWI ETFs, geheded gegenüber US-Dollar, Schweizer Franken oder Euro (ISIN IE00BYM11J43 / WKN A14VJS, ISIN IE00BYM11L64 / WKN A14VJU, ISIN IE00BYM11K57 / WKN A14VJT). In Europa würden Heuclins Kunden die gesamte Region nachfragen, abgebildet im iShares Core MSCI Europe UCITS ETF

Auch Frank Mohr, Société Générale, berichte von anhaltender Kaufnachfrage: "Der Jahresbeginn ist Cash-Flow-Zeit, wir sehen in den ersten Wochen steigende Umsätze." Sowohl institutionelle wie private Anleger*innen seien im ETF-Markt aktiv und das mit deutlich mehr Käufen als Verkäufen. "Das Geld muss trotz steigender Zinsen weiter angelegt werden." Auch in Mohrs Orderbüchern würden die großen Standardindices dominieren. Die meisten Käufe registriere er für iShares Core S&P 500 UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG), Amundi Index MSCI World SRI und den Schwellenländer-ETF Lyxor MSCI Emerging Markets ETF (ISIN LU2200146228 / WKN ETF131).

Auch Lang & Schwarz-Kund*innen würden vor allem Tracker der großen Indices kaufen. "Hier ist die Nachfrage weiter stark", berichte Fabian Wörndl und vermute die Nutzung anscheinend günstiger Einstiegspreise angesichts der Rücksetzer dahinter.

Im Parketthandel mit ETFs ein ähnliches Bild: Nach einem verhaltenen Jahresauftakt verzeichne Jan Duisberg von der ICF Bank gute Umsätze in ETFs aller Anlageklassen, ein bunter Mix ohne klare Richtung "Die jüngsten Kursdämpfer haben einige Marktteilnehmer erschreckt, sie könnten aber die Triebfeder für Überraschungen nach oben sein." Die Zinsängste hätten bereits seit zwei Monaten grassiert, sie hätten den Markt aber nicht nachhaltig nach unten gezogen. Erst unter 15.700 Punkte im DAX wäre Achtung geboten. "Dieses Niveau sehen wir aber derzeit nicht."

Bei der BNP Paribas würden ETFs mit Aktien aus der Automobilbranche hervorstechen, durch Zuflüsse z. B. in den iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts ETF.

Finanztitel seien ebenfalls begehrt in Form vom iShares EURO STOXX Banks ETF, da dieser Sektor vor allem von Zinsfantasien profitiere. Lang & Schwarz berichte Ähnliches mit Käufen des WisdomTree EURO STOXX Banks 3x Daily Leveraged, einem dreifach gehebelten ETN, der europäische Bankaktien abbilde.

Ein passendes Bild beschreibe die Société Générale, bei der Finanz-, Energie- und Technologietitel fast 50 Prozent des Umsatzes mit Branchen-ETFs ausmachen würden, konkret die Bank-ETFs Lyxor STOXX Europe 600 Banks und iShares EURO STOXX Banks.

Im Tech-Bereich sei es der iShares Digital Security UCITS ETF, von den Energiewerten VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF (ISIN IE00BMC38736 / WKN A2QC5J), ETF (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) und MSCI World Energy UCITS ETF 1C. Duisberg sehe ebenfalls VanEcks Halbleiter-ETF auf der Favoriten-Liste (ISIN IE00BMC38736 / WKN A2QC5J).

Mit der Erholung der Öl- und Gaspreise erlebe auch Wörndl hohe Umsätze im Energie-Sektor: "Jeder Dip wird gekauft", ergänze er. Lange Kauflisten würden iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF und iShares S&P 500 Energy Sector UCITS ETF auszeichnen. Erdgas werde mit ETFs wie dem WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged dreifach gehebelt in die Depots genommen. Holz sei ebenfalls unter den gefragten Rohstoffen bei Wörndl und befeuere die Kaufseite beim iShares Global Timber & Forestry ETF.

Duisbergs Kunden würden ebenfalls die Erholung des Energie-Sektors für Käufe nutzen, etwa von Öl-ETCs, von denen Brent- wie auch WTI-Produkte gefragt seien, etwa über ICE BRENT CRUDE OIL ETC und WisdomTree WTI Crude Oil.

Von US-Staatsanleihen seien insgesamt vor allem lange Laufzeiten gesucht, ETFs mit kurzlaufenden Titel würden überwiegend verkauft: Zuflüsse gebe es bei BNP Paribas laut Heuclin hauptsächlich in den iShares USD Treasury Bond 7-10yr ETF (ISIN IE00BGPP6697 / WKN A2PDTS) und iShares USD Treasury Bond 20+yr ETF (ISIN IE00BSKRJZ44 / WKN A12HL9). US-Unternehmensanleihen seien auch gefragt, z.B. in Form zweier iShares Corp Bond ETF mit US-Dollar- oder Euro-Anleihen (ISIN IE0032895942 / WKN 911950, ISIN IE00B3F81R35 / WKN A0RGEP).

Mohr sehe Käufe des Amundi Government Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade ETF (ISIN LU1681046774 / WKN A2H58E), während Kurzläufer wie im iShares Euro Ultrashort Bond ETF abgegeben würden.

Kryptowährungen würden einen überwiegend schwachen Jahresstart erfahren: Mit Wochenverlusten von 10 Prozent für Bitcoins, 16 Prozent für Ethereum und rund 20 Prozent für Solana seien Coins und Altcoins breitflächig verkauft worden. Allerdings bei geringer Handelsaktivität: "Die Umsätze in Kryptowährungen sind zu Jahresbeginn abgeflaut, mit deutlichem Unterschied zum Jahresende 2021", fasse Wörndl zusammen. Vor allem Ethereum-ETNs seien veräußert worden.

Nach dem Kursrutsch des Bitcoin unter den wichtigen technischen Support von 40.000 US-Dollar zum ersten Mal seit September vergangenen Jahres habe eine Erholung zumindest der ältesten Krypto-Währung eingesetzt. Duisberg registriere wieder Käufe im Bitcoin-ETN von VanEck. (12.01.2022/fc/a/e)





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