ETF-Handel: US-Aktien werden gekauft, europäische Werte abgegeben


09.10.18 15:33
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Tausche Europa gegen USA - So fassen Händler das Gros des Geschäfts mit börsengehandelten Indexfonds zusammen, so die Deutsche Börse AG.

"Wir verbuchen sehr viel Aktivität in Produkten mit Aktien entwickelter Staaten", melde Oliver Kilian von der UniCredit. S&P 500-Tracker (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG; ISIN FR0013041530 / WKN A14Z68; ISIN IE0031442068 / WKN 622391) seien ebenso stark gefragt wie MSCI USA- (ISIN IE00BJ0KDR00 / WKN A1XB5V; ISIN LU0274210672 / WKN DBX1MU) und MSCI North America-ETFs (ISIN nicht bekannt/ WKN A1J201, ISIN LU1437016543 / WKN A2ATYS).

Unterm Strich seien zudem Indexfonds mit dem japanischen Topix (ISIN LU1681037864 / WKN A2H58W; ISIN FR0010245514 / WKN A0ESMK) und MSCI Japan (ISIN IE00B02KXH56 / WKN A0DK60, ISIN IE00B42Z5J44 / WKN A1C5E6) sowie dem australischen MSCI Australia (ISIN LU0328474803 / WKN DBX1A2) in den Depots gelandet.

Gegen den Trend: Auf vergleichsweise niedrigem Niveau hätten sich Investoren gelegentlich von NASDAQ- oder Russell 2000-Produkten getrennt.

Eine lange Liste marktrelevanter Themen wie steigende Zinsen, der Handelsstreit, Brexit, die italienische Ausgabenpolitik und die Probleme griechischer Banken – hätten für anhaltenden Pessimismus hinsichtlich der Aussichten europäischer Aktien gesorgt. Das spüre Kilian besonders deutlich im Handel mit regional ausgerichteten Portfolios. Die UniCredit-Kunden hätten sich in größerem Stil von EURO STOXX 50- (ISIN IE0008471009 / WKN 935927; ISIN DE0005933956 / WKN 593395), STOXX Europe 600-, MSCI Europe- und MSCI Emu-ETFs getrennt. Hinzu kämen Abflüsse von französischen Bluechips und italienischen Aktien im FTSE MIB. "Wobei die Bewegungen deutlich geringer ausfielen", relativiere Kilian.

Ein vergleichbares Bild zeichne Sascha Cronemeyer. EURO STOXX 50-Produkte hätten bei der Commerzbank in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund nachgebender Kurse die Liste der meist gehandelten ETFs auf der Verkaufsseite angeführt. Spitzenreiter im Kauf seien S&P 500-Tracker, gefolgt von MSCI World-ETFs. "Mit rund 52.000 ETF-Transaktionen hatten wir außergewöhnlich viel zu tun." Der Trend habe sich am Montag fortgesetzt.

Als nachvollziehbar bezeichne Kilian den Zuspruch für Faktor-ETFs. Mit dem Kauf von Indexfonds, die sich am MSCI World Minimum Volatility und MSCI Euro Minimum Volatility Index (ISIN IE00B86MWN23 / WKN A1J783; ISIN LU1681041627 / WKN A2H57F) orientieren würden, hätten Anleger "Dampf aus dem Kessel zu nehmen" versucht.

Im Geschäft mit Branchen-ETFs stünden europäische Finanzwerte mit dem jüngsten Ausschlag nach unten mit deutlichen Abflüssen im Buch, wie Kilian informiere. Etwa hätten sich Investoren von Stoxx Europe 600 Banks- und Eurostoxx Bank-Werten (ISIN FR0011645647 / WKN LYX0RL; ISIN DE0006289309 / WKN 628930) verabschiedet. Auch Technologieaktien beispielsweise im TecDAX und Stoxx Europe 600 Technology seien in Summe abgestoßen worden. Energieunternehmen kämen gut an und seien zumeist in den Depots gelandet.

Auch bei Cronemeyer hätten Stoxx Europe 600 Oil & Gas-ETFs zu den meist gefragten Produkten gehört, die zu 58 Prozent gekauft worden seien. Technologie-Aktien (ISIN DE000A0H08Q4 / WKN A0H08Q) ebenso wie defensivere Werte der Grundstoff-Industrie (ISIN FR0010345389 / WKN LYX0AX; ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) seien bei seinen Kunden indes gefragt.

Mit rund 10 Prozent vom Gesamtaufkommen lägen ETFs mit festverzinslichen Werten Cronemeyer zufolge bei der Commerzbank etwa im Durchschnitt. Steigende Zinsen für langlaufende Staatsanleihen in den Vereinigten Staaten habe die Nachfrage nach sieben bis zehnjährigen US-Treasuries (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) zulasten von Kurzläufern (ISIN IE00B3VWN179 / WKN A0X8SG) angeschoben.

In Kilians Statistik seien die auffällig deutlichen Abgaben britischer Staatsanleihen verschiedener Laufzeitbänder ins Gewicht gefallen. Anleger hätten sich per saldo von Guilts (ISIN LU1407892592 / WKN LYX0VW; ISIN IE00B1FZSB30 / WKN A0LGP9) aller Laufzeiten verabschiedet. Fünf- bis siebenjährige Staatsanleihen (ISIN IE00B4WXJG34 / WKN A0RL81) sowie sieben- bis zehnjährige in Euro geführte Staatspapiere stünden deutlich zum Verkauf.

Von weltweit aufgestellten Portfolios basiert auf dem Barclays Global Aggregate Corporate Index hätten sich Anleger tendenziell verabschiedet. Viele Verkäufer registriere Kilian zudem in US-Dollar begebenen hochverzinslichen Corporate Bonds, die sich am Markit iBoxx USD Liquid High Yield Capped Index orientieren würden. (09.10.2018/fc/a/e)






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