ETF-Handel: Optimismus bleibt groß


08.11.17 11:05
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Vor dem Hintergrund weiterer Rekorde an den europäischen und nordamerikanischen Aktienmärkten melden Market Maker eine besonders aktive Woche im Handel mit Indexfonds, so die Deutsche Börse AG.

"Trotz diverser heimischer und internationaler Feiertage bewegt sich das ETF-Geschäft mit rund 40.000 Trades auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau", melde Andreas Bartels von der Commerzbank. Auch die dazugehörigen Volumina könnten sich sehen lassen.

Wenig überraschend gehe es mit einem Anteil von etwa 90 Prozent bei Bartels Kunden gegenwärtig vor allem um Aktien-Investments. Zu den beliebtesten Werten hätten S&P 500-Tracker (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53, ISIN IE00B6YX5C33 / WKN A1JULM) gehört, die zu rund 75 Prozent in den Depots gelandet seien.

Auch Oliver Kilian von der UniCredit spreche von regem Interesse an Indexfonds mit US-amerikanischen Unternehmen. Neben stark gesuchten S&P 500-Produkten (ISIN FR0011550185 / WKN A1W4DP, ISIN FR0010892224 / WKN A1C0B5) kämen mit einem leichten Kaufüberhang besonders häufig NASDAQ-ETFs (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF, ISIN IE0032077012 / WKN 801498) zum Tragen. Überwiegend Zuflüsse verbuche der Händler auch für Tracker (ISIN FR0010688275 / WKN A0REJY) des MSCI USA.

Den jüngsten Schub der US-Indices sähen Marktbeobachter unter anderem im Zusammenhang mit dem von Donald Trump bevorzugten Anwärter auf den Chefposten der Federal Reserve. Jerome Powell würde aller Voraussicht nach den jetzigen Kurs der behutsamen Zinssteigerungen fortsetzen. Fortschritte in der geplanten US-Steuerreform hätten Unternehmensbewertungen ebenfalls in die Höhe getrieben. Wenngleich der ganz große Wurf eher auszubleiben scheine, würden Analysten den möglichen Entlastungseffekt für Unternehmen und Bürger in der kommenden Dekade mit rund 1,5 Billionen US-Dollar beziffern.

Auf die immer neuen Rekorde beim hiesigen Blue Chip-Index reagieren Anleger sowohl mit dem Glattstreichen von Gewinnen als auch Neupositionierungen, wie die Händler melden, so die Deutsche Börse AG. "DAX-ETFs waren bei unseren Kunden deutlich gefragt", registriere Bartels. Gleichzeitig verbuche die UniCredit eine tendenzielle Abkehr von DAX-Positionen (ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06). Spürbare Abflüsse gebe es in Kilians Büchern zudem bei MDAX-ETFs.

Tracker (ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET, ISIN IE0008471009 / WKN 935927) europäischer Aktienbarometer, etwa des EURO STOXX 50, zählten bei beiden Banken zu den meist gehandelten Werten, die unterm Strich abgestoßen würden. Investoren positionierten sich hingegen zumeist in kleineren Unternehmen etwa im MSCI Europe Small Cap (ISIN LU0322253906 / WKN DBX1AU) und MSCI Europe Small Caps ex Controversial Weapons Index (ISIN LU1291101555 / WKN A2AL1T), wie die UniCredit berichte.

Der Optimismus am japanischen Markt beflügle Kilian zufolge die Nachfrage nach entsprechenden ETFs. Anleger setzten dabei bevorzugt auf eine positive Entwicklung von MSCI Japan, FTSE Japan und MSCI Total Return Net Japan (ISIN LU0659580079 / WKN DBX0KT). Die Rally japanischer Blue Chips könne sich durchaus sehen lassen. Mit fast 23.000 Punkten habe der Nikkei 225 den höchsten Stand seit 26 Jahren markiert. Seit Jahresbeginn komme der Leitindex immerhin auf ein Plus von rund 20 Prozent.

Schwellenländer-Investments seien generell Thema. Kilian informiere über starkes Interesse an asiatischen Unternehmen im MSCI Far East ex-Japan. "Hier dominieren die Zuflüsse." Auf niedrigerem Niveau deckten sich Investoren mit MSCI Emerging Markets-ETFs (ISIN IE00BTJRMP35 / WKN A12GVR, ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) ein.

Einen ungewöhnlichen vorderen Rang in Bartels Umsatzstatistik belegten Tracker des MSCI Emerging Markets Total Return Net Brazil und MSCI Brazil Index (ISIN IE00B0M63516 / WKN A0HGWA). Nach einem guten Lauf brasilianischer Aktien sicherten sich Anleger vermutlich ihre Gewinne.

Mit Blick auf die Branchen registriere Bartels weiterhin starkes Interesse am Finanzsektor. Anleger deckten sich zu etwa 60 Prozent mit Aktien europäischer Banken ein. Rang zwei belegten Tracker der Technologieindustrie, gefolgt von Immobilien. "Bei beiden stehen Zuflüsse im Vordergrund." Von Immobilien trennten sich Anleger unterm Strich. "Die drei Bereiche stehen zusammen für fast 60 Prozent unserer Umsätze mit Sektor-ETFs."

Aktien etwa im STOXX Europe 600 Banks und EURO STOXX Banks stünden bei Kilians Kunden hingegen vermehrt zur Disposition. Zuflüsse mache der Händler derweil für STOXX Europe 600 Construction & Materials-ETFs aus. Das Portfolio enthalte Unternehmen des europäischen Sektors für Bauwesen und Materialien. Mit dem Kauf von Indexfonds auf den FTSE/Macquarie Global Infrastructure 100 (ISIN IE00B1FZS467 / WKN A0LEW9) hätten Investoren auf weltweit anziehende Infrastrukturmaßnahmen gesetzt.

Das Geschäft mit Renten-ETFs spiele laut Bartels gegenwärtig eine eher untergeordnete Rolle. Zu den meist gehandelten und in Summe gekauften Werten gehöre ein Produkt (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562), das von einem fallenden Euro-Bund-Future profitiere.

Kilian melde Kaufinteresse an europäischen Staatsanleihen mittlerer (ISIN FR0010754184 / WKN A0RNV9) und hoher Laufzeiten (ISIN FR0010754184 / WKN A0RNV9). Gleichzeitig verabschiedeten sich seine Kunden in Summe von ihren Unternehmensanleihen (ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV, ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV) aus Schwellenländern in lokaler Währung, die im Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index enthalten seien. (Ausgabe vom 07.11.2017) (08.11.2017/fc/a/e)





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