ETF-Handel: "Massive Zuflüsse in Neue Energien-ETFs"


11.11.20 13:56
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Euphorie an den Märkten nach der Wahl Joe Bidens zum neuen US-Präsidenten und den positiven Meldungen von Biontech und Pfizer zum Corona-Impfstoff hat auch ETF-Anleger erfasst, so die Deutsche Börse AG.

"Alles wird gekauft, durch die Bank weg", fasse es Andreas Schröer von Lang & Schwarz zusammen. "Die Rally überlagert alle schlechten Nachrichten", stelle Hubert Heuclin von der BNP Paribas fest. "Erst kaufen, dann fragen, lautet das Motto."

Der DAX habe am vorgestrigen Montag einen spektakulären Satz nach oben auf 13.089 Punkte gemacht. Der Dow Jones sei sogar kurzzeitig auf ein neues Allzeithoch geklettert. Am Dienstag, dem 10. November 2020 sei etwas Ruhe eingekehrt, der DAX stehe am Mittag bei 13.067 Punkten.

Einen echten Schub würden Nachhaltigkeits-ETFs durch die Wahl Bidens erleben. "Wir sehen massive Zuflüsse", erkläre Schröer. "Biden will ja in Sachen Klimaschutz eine Menge auf den Weg bringen." Käufe im großen Stil beobachte er beim Lyxor New Energy und beim iShares Global Clean Energy. Beide hätten sich extrem gut entwickelt: Der Lyxor-ETF komme seit Jahresanfang auf ein Plus von 35 Prozent, der iShares-ETF sogar auf 73 Prozent.

Heuclin berichte ebenfalls von umfangreichen Käufen des iShares Global Clean Energy, außerdem noch des Xtrackers ESG MSCI USA. Umsatzstark an der Börse Frankfurt zeige sich weiter der iShares Global Clean Energy, auch der iShares MSCI World SRI werde viel gehandelt.

Der iShares Global Clean Energy beziehe sich auf den S&P Global Clean Energy Index. Der gebe die Entwicklung von Aktien der 30 größten börsennotierten Unternehmen aus dem Bereich saubere Energien wieder. Zu den abgebildeten Unternehmen würden etwa das US-Solartechnik-Unternehmen Enphase Energy und das US-Photovoltaikunternehmen First Solar, aber auch der österreichische Versorger Verbund, Vestas Wind aus Dänemark und Siemens Gamesa Renewable Energy gehören.

Der Lyxor New Energy beziehe sich auf den World Alternative Energy Total Return Index. Der ziele darauf ab, die Wertentwicklung der 40 weltweit größten Unternehmen darzustellen, die in den Bereichen erneuerbare Energien, dezentrale Energie oder Energieeffizienz tätig seien. Größte Positionen seien Schneider Electric aus Frankreich, das US-Unternehmen NextEra Energy, Iberdrola aus Spanien und Vestas Wind.

Was die großen Indices angehe, melde Heuclin Zuflüsse vor allem für US-Aktien (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG; ISIN IE00B6YX5C33 / WKN A1JULM), aber auch globale Titel (ISIN IE00B3RBWM25 / WKN A1JX52). Bei den europäischen Aktien sei das Bild gemischter: Aktien der Eurozone würden verkauft, etwa mit dem UBS MSCI EMU oder dem Xtrackers EURO STOXX 50, MSCI Europe-ETFs hingegen meist gekauft. Die höchsten Umsätze an der Börse Frankfurt hätten in den vergangenen Tagen DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01), EURO STOXX- , STOXX Europe 600- und MSCI World-Tracker (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH; ISIN IE00B441G979 / WKN A1C5E7) verzeichnet.

Die sehr gute Entwicklung von China-ETFs setze sich fort. Der Xtrackers MSCI China sei seit Jahresanfang um knapp 23 Prozent gestiegen. Breiter investierende Emerging Markets-Tracker würden aufholen, aber nach wie vor unter der schlechten Verfassung einiger Emerging Markets-Länder leiden. So komme der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI seit Jahresanfang gerade einmal auf ein Plus von 3 Prozent. Beide ETFs würden hohe Umsätze an der Börse Frankfurt verzeichnen.

Branchen-ETFs seien laut Heuclin wieder beliebter: So würden Anleger mit dem Xtrackers MSCI World Information Technology auf die weltweite Technologiebranche, aber auch mit dem Xtrackers MSCI World Health Care auf die Gesundheitsbranche setzen.

Im Anleihenhandel seien Staatsanleihen weiter gesucht: Heuclin berichte von Zuflüssen in Staatsanleihen der Eurozone (ISIN LU1931975152 / WKN A2PBLP) und aus den USA. Im Handel mit Unternehmensanleihen-ETFs hätten sich Anleger von US-Papieren (ISIN IE0032895942 / WKN 911950) getrennt und stattdessen auf europäische Corporates gesetzt.

Die Inflationsangst scheine etwas zurückgegangen zu sein: Entsprechende ETFs stünden auf den Abgabelisten der Kunden von BNP Paribas, etwa der Xtrackers Eurozone Inflation-Linked Bond und der Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations. Der Lyxor-ETF liege seit Jahresanfang mit minus 6,5 Prozent deutlich in der Verlustzone, auch auf Dreijahressicht sei die Rendite negativ. Etwas besser schlage sich das Produkt von Xtrackers: Der Kurs sei seit Jahresanfang immerhin um 0,8 Prozent gestiegen, auf Dreijahressicht seien es 1,8 Prozent im Jahr. (Ausgabe vom 10.11.2020) (11.11.2020/fc/a/e)





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