ETF-Handel: Keine eindeutige Tendenz - ETF-Analyse


05.09.17 15:41
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach der Sommerpause scheinen sich Anleger mit neuem Elan um ihre Depots zu kümmern, so die Deutsche Börse AG.

"Mit 27.000 Trades hatten wir eine sehr aktive Woche im ETF-Handel", berichte Andreas Bartels von der Commerzbank. Auch die dahinterstehenden Volumina könnten sich sehen lassen. Die gestiegene Volatilität am Markt rund um die neuen Provokationen aus Nordkorea habe so mancher Anleger zum Anlass genommen, umzuschichten oder einzelne Positionen aufzulösen.

Das auf Wochensicht über alle Anlageklassen hinweg sehr ausgeglichene Verhältnis von Käufen zu Verkäufen spiegle bei näherer Betrachtung geopolitische Ereignisse wider. Rund um Nachrichten hinsichtlich einer Rakete, die Kim Jong-un über japanisches Territorium habe fliegen lassen, mache Bartels eine deutliche Abkehr etwa von DAX-ETFs (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06, ISIN DE000A0X8994 / WKN A0X899) aus. Gegen Ende der Woche hätten Investoren insbesondere bei EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) wieder verstärkt zugegriffen. "Zu diesem Zeitpunkt stiegen die Käufe auf Zweidrittel des ETF-Aufkommens." S&P 500-Tracker seien auf beiden Seiten rege gehandelt worden.

Bei der UniCredit würden sich Zu- und Abflüsse mit Blick auf Aktienportfolios entwickelter Länder in etwa die Waage halten, wie Cornelia Schübel anmerke. "Wobei es unterm Strich eine leichte Kauftendenz gibt." Als auffallend beschreibe die Händlerin den Fokus auf britische Werte. Anleger hätten sich beispielsweise in Summe von FTSE 250-ETFs zugunsten von FTSE 100-Produkten (ISIN IE0005042456 / WKN 552752, ISIN IE00B810Q511 / WKN A1JX54) verabschiedet.

Bislang scheinen Investoren von der angespannten Tonart zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea nicht allzu beeindruckt, so die Deutsche Börse AG. Nach dem Rutsch unter die Marke von 12.000 Punkten am vergangenen Dienstag habe der hiesige Bluechip-Index mittlerweile wieder bis auf rund 12.200 Punkte zulegen können. Gleichzeitig habe sich der Dow Jones Industrial auf 21.942 Punkte erholt.

Die Bremer Landesbank führe die Unterstützung an den Börsen zum Teil auf die positiven Ausführungen Chinas zur Weltwirtschaft zurück. Anlässlich eines Treffens hochrangiger Vertreter der BRICS-Staaten - zu der Gemeinschaft gehören Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - habe Präsident Xi Jinping über die gutgehende Weltwirtschaft und den deutlich an Fahrt aufgenommenen globalen Handel referiert.

Körbe mit Schwellenländer-Aktien würden bei den Commerzbank-Kunden auf großes Interesse stoßen. Beide Seiten gespielt würden etwa bei breit engagierten MSCI Emerging Markets-ETFs (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM, ISIN LU0480132876 / WKN UB42AA, ISIN FR0010959676 / WKN A1C9B1). "In Summe überwiegen aber die Abgaben", melde Bartels, der dahinter das Glattstreichen von Gewinnen vermute.

Immerhin verbuche der MSCI Emerging Market seit Jahresbeginn ein Plus von gut 20 Prozent. "Aktienbörsen einzelner Schwellenländer laufen wieder, einige kommen fast an ehemalige Höchststände."

Bei Portfolios mit Aktien einzelner Branchen stünden laut Bartels abermals Finanzwerte im Fokus, die mit einem Anteil von 73 Prozent sehr stark abgestoßen würden. Gleichzeitig hätten sich Anleger zu 60 Prozent in Werte von Unternehmen positioniert, die schwerpunktmäßig in der Grundstoffe-Industrie aktiv seien.

Diese Branche stehe auch bei den Kunden der UniCredit hoch im Kurs. Schübel spreche von großem Zuspruch für STOXX Europe 600 Basic Resources-ETFs.

Das Geschäft mit Festverzinslichem beschreibe Schübel als ansehnlich. "In der gesamten Anlageklasse dominierten die Zuflüsse mit einem Hang zu deutschen Staatsanleihen." Häufig zum Tragen käme beispielsweise ein ETF mit maximal 15 nach Marktkapitalisierung gewichteten Einzelwerten (ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17), die auf jeweils ein ausstehendes Volumen von mindestens vier Milliarden Euro kämen. Ebenso seien Bundesanleihen mit einer Laufzeit zwischen 5,5 und 10,5 Jahren (ISIN DE0006289499 / WKN 628949) unterm Strich gefragt. Von Euro-Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index unter Einbeziehung (ISIN IE00B4L60045 / WKN A0RPWQ) oder Ausschluss von Finanzwerten (ISIN IE00B4L5ZG21 / WKN A0RPWN) hätten sich Anleger zumeist verabschiedet.

Bartels spreche von übersichtlichen Umsätzen mit Rentenwerten. "Der Anteil am gesamten ETF-Geschäft beträgt unter 10 Prozent." Unternehmensanleihen im Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE) seien unterm Strich gesucht. Gleichzeitig hätten sich die Kunden der Commerzbank per Saldo von ein- bis dreijährigen US-Staatsanleihen im Barclays US Treasury Bond Index (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) getrennt. (05.09.2017/fc/a/e)





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