ETF-Handel: Hoffnungsvoll für Emerging Markets


06.06.17 15:13
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Analog zu den Aktienmärkten mangelt es im Handel mit Indexfonds an richtungsweisenden Signalen, so die Deutsche Börse AG.

Zwar könnten sich die ETF-Umsätze nach Angaben von Händlern trotz feiertagsreicher Saison immer noch sehen lassen. "Mit etwa 30.000 bewegt sich die Anzahl der Trades auf einem ordentlichen Niveau", berichte etwa Frank Mohr. Eine eindeutige Tendenz erkenne der Händler der Commerzbank zumindest für europäischen Investment indes nicht.

Im Wesentlichen würden sich seine Kunden auf Aktien-ETFs konzentrieren, die für 84 Prozent des Handelsaufkommens stünden. "Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen mit 54 Prozent die Zuflüsse."

Ein Blick auf Mohrs Bestenliste der vergangenen Woche verrate: "Auf der Kaufseite rangieren Nasdaq-ETFs ganz vorn dicht gefolgt von S&P 500-ETFs." Beide Barometer hätten mit 5.841 und 2.433 Zählern am Freitag einen neuen Rekordwert markiert, die Analysten in Zusammenhang mit durchwachsenen US-Arbeitsmarktdaten sehen würden. Ein schwacher Stellenaufbau erhöhe die Unsicherheit hinsichtlich der in zwei Wochen erwarteten Zinserhöhung. Bleibe ein Zinsschritt aus, treibe dies tendenziell die Notierungen am Aktienmarkt.

Aus technischer Perspektive erkenne Christoph Geyer von der Commerzbank trotz neuer Hochs allerdings keine Veränderung für die marktbestimmenden US-Aktienbarometer. "Die Seitwärtstrends auf hohem Niveau sind weiterhin aktiv."

Auch die UniCredit verbuche Zuflüsse bei Portfolios mit S&P 500-Werten. "Insgesamt werden ETFs mit US-Aktien bei uns ausgewogen in beide Richtungen gehandelt", informiere Cornelia Schübel.

Bei den Erwartungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung von europäischen Aktien würden sich die Geister scheiden. Produkte, die an die Entwicklung von EURO STOXX 50 (ISIN LU0378434079 / WKN ETF050, ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) und DAX (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) anknüpfen würden, führe Mohr in den Statistiken auf den ungewöhnlichen dritten und vierten Rängen. "Unterm Strich überwiegen die Zuflüsse." Gleichzeitig hätten sich Anleger in Summe von MSCI EMU- und MSCI Europe-ETFs verschiedener Anbieter getrennt.

Tracker von Indices mit italienischen Aktien würden laut Schübel gern auf beiden Seiten gespielt. Dabei seien Standardwerte im FTSE MIB ebenso häufig über den Tisch gegangen wie Portfolios aus der zweiten Reihe.

Geyer stufe die technische Lage für den hiesigen Bluechip-Index übrigens als konstruktiv ein. "Der MACD-Indikator steht kurz vor einem Kaufsignal, weshalb ein Ausbruch nach oben kurzfristig möglich ist." Die Verschnaufpause im Mai sei im Rahmen eines unspektakulären Seitwärtstrends vollzogen worden. Mit Blick auf anhaltend niedrige Zinsen in Europa rechne Mohr mit neuen DAX-Gipfeln. "Im Laufe des Jahres werden wir vermutlich die Marke von 13.000 übersteigen."

Indexfonds mit Aktien von aufstrebenden Staaten kämen Schübel zufolge bei Anlegern gut an. MSCI Emerging Markets-Tracker (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) seien ebenso per Saldo in den Depots wie MSCI EM Asia-Werte gelandet. Der MSCI EM Asia Index reflektiere die Performance von Aktiengesellschaften in asiatischen Schwellenländern wie China, Indien, Indonesien, Korea, Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Thailand. Auch in südkoreanischen Werten etwa im MSCI Korea scheinen Investoren Aufwärtspotenzial zu vermuten, so die Deutsche Börse AG. "Hier gibt es einen deutlichen Kaufüberhang." Mit überwiegenden Abflüsse hätten osteuropäische Unternehmen im MSCI Eastern Europe in diesem Segment eher die Ausnahme gebildet.

Die Nachfrage nach brasilianischen Aktien etwa im MSCI Brazil bezeichne Schübel als anhaltend hoch. Seit dem Einbruch Mitte Mai infolge von Korruptionsvorwürfen gegenüber Staatschef Michel Temer habe sich der zugrundeliegende Index tendenziell wieder erholt. Aktuell notiere der MSCI Brazil bei 1.702 Punkten.

Bei Branchenprodukten stünden einmal mehr Bankenwerte im Mittelpunkt, wie Mohr melde. "Zu 70 Prozent dominieren bei den Stoxx Europe 600 Banks-ETFs (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ, ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP) die Abgaben." Von Immobilienaktien etwa im Stoxx Europe 600 Real Estate- und Versorgern im Stoxx Europe 600 Utilities-Index würden sich Investoren scheinbar mehr versprechen. "Anleger deckten sich in Summe ein." (06.06.2017/fc/a/e)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
327,5849 $ 326,9935 $ -   $ 0,00% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
IE00B53SZB19 A0YEDL 329,01 $ 256,55 $
Werte im Artikel
31,19 plus
+1,30%
79,29 plus
+1,21%
72,55 plus
+0,98%
44,31 plus
+0,81%
120,07 plus
+0,81%
37,23 plus
+0,81%
41,37 plus
+0,75%
111,96 plus
+0,72%
110,82 plus
+0,72%
35,15 plus
+0,66%
210,39 plus
+0,66%
22,12 plus
+0,61%
141,71 plus
+0,59%
39,95 plus
+0,38%
22,53 plus
+0,24%
327,58 plus
+0,18%
236,09 plus
+0,16%
17,18 minus
-0,12%
17,93 minus
-1,65%