ETF-Handel: Handelsstreit lastet auf Stimmung


15.05.19 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die scharfen Töne im Handelsstreit verschrecken auch ETF-Anleger, so die Deutsche Börse AG.

Aktien-ETFs würden verkauft, vermeintlich sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen gekauft, würden die Händler berichten.

Donald Trump habe vor gut einer Woche überraschend angekündigt, die Zölle für bestimmte chinesische Waren zu erhöhen, und schließe auch weitere Abgaben nicht aus. Im Gegenzug verhänge China ab Juni Zölle auf amerikanische Produkte im Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Die Börsen seien weltweit auf Talfahrt gegangen: Der DAX habe am Dienstagmorgen nur noch bei 11.925 Punkten gelegen, vor der Eskalation vor elf Tagen seien es in der Spitze über 12.400 Zähler gewesen. Der Dow Jones sei von 26.504 auf 25.412 Punkte abgerutscht.

Die hohe Volatilität an den Märkten sorge für rege Umsätze im ETF-Handel. "Es ist sehr viel los", berichte Rick van Leeuwen von IMC. Carsten Schröder von der Commerzbank melde über 58.000 Transaktionen für die vergangene Woche.

Vor allem US-Aktien seien aus den Portfolios geflogen, wie die Händler berichten würden, Schröder zufolge etwa der SPDR S&P 500, aber auch MSCI World-ETFs wie der von iShares. Bei IMC hätten speziell japanische und Emerging Markets-Aktien auf den Abgabelisten gestanden. "Europäische Aktien wurden hingegen meist gekauft", stelle van Leeuwen fest, vor allem STOXX 600-, aber auch EURO STOXX 50- und MSCI EMU-Tracker.

Kunden der Commerzbank setzten unterdessen auf Short-ETFs, etwa den Comstage ShortDAX und den Xtrackers EURO STOXX 50 Short Daily. Short-ETFs würden die Entwicklung des Aktienmarktes invers abbilden: Falle etwa der DAX um 10 Prozent, steige der Short-ETF um rund 10 Prozent und umgekehrt. Bei einem Short-ETF werde übrigens kein Aktienportfolio erworben. Das Fondsmanagement verkaufe vielmehr geliehene Aktien ("Leerverkäufe"), um sie günstiger zurückzukaufen, wenn die Kurse fallen würden. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis fließe dem Fonds zu, abgezogen davon werde die Leihgebühr.

Auf den Verkaufslisten finde sich auch der lange sehr beliebte iShares Automation & Robotics. "Da werden Gewinne mitgenommen", erkläre Schröder. Für das laufende Jahr komme der ETF immer noch auf ein Plus von knapp 19 Prozent, allerdings habe der Indexfonds in der Zeit von September bis Dezember 2018 deutlich nachgegeben.

Einige Mutige kauften Schröder zufolge außerdem Banken-ETFs wie den Xtrackers STOXX Europe 600 Banks. "Vielleicht weil Banken am wenigsten vom Handelsstreit betroffen sind", mutmaße der Händler. Auch der Banken-ETF liege mit 7,5 Prozent seit Jahresanfang immer noch deutlich im Plus.

Im Handel mit Anleihen-ETFs stehe Sicherheit ebenfalls wieder an erster Stelle. Zuflüsse melde Schröder etwa in US-Staatsanleihen (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) mit Laufzeiten von sieben bis zehn Jahren, Abflüsse aus Schwellenländeranleihen (ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV) in Lokalwährungen. (Ausgabe vom 14.05.2019) (15.05.2019/fc/a/e)






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