ETF-Handel: Gewinnmitnahmen an der Tagesordnung


17.05.17 10:28
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Während sich der Deutsche Aktienindex schrittweise an die Marke von 13.000 Punkten heranzuarbeiten scheint, streicht so mancher ETF-Anleger lieber die Gewinne ein, so die Deutsche Börse AG.

"Bei starken Umsätzen verbuchen wir insgesamt relativ viele Abgaben", melde Oliver Kilian. Im Anlegerfokus stehe dem UniCredit-Händler zufolge alles, was mit Europa zu tun habe.

Eine deutliche Abkehr registriere Kilian von Produkten auf den marktbreiten MSCI EMU (ISIN FR0010655688 / WKN A0REJN, ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX), der Aktien von Unternehmen aus zehn entwickelten Ländern der Währungsunion enthalte. "Hier hatten wir fast nur Verkäufe." Zugleich gebe es für Tracker des EURO STOXX 50 (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) starke Bewegungen in beide Richtungen, während Produkte auf den STOXX Europe 50-Index mit seinen 50 größten börsennotierten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern in Summe aus den Depots rauskämen. Hinter den überwiegenden Abflüssen aus DAX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0252633754 / WKN LYX0AC) vermute Kilian Gewinnmitnahmen.

Als auffällig rege beschreibe die UniCredit den Zuspruch für italienische Unternehmen. Neben Blue Chips im FTSE MIB-Index kämen besonders häufig Nebenwerte im FTSE Italia Mid Cap-Index zum Tragen. Das Barometer spiegele die Performance von 60 an der Borsa Italiana notierten Aktien mittelständischer Firmen wider und habe seit Anfang Dezember gut 38 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn habe der FTSE Italia Mid Cap-Index immerhin gut 23 Prozent gewonnen und notiere derzeit bei 40.363 Punkten. "Von ETFs anderer Länderindices wie Spanien oder der Schweiz verabschiedeten sich unsere Kunden tendenziell."

Andreas Bartels melde ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Verkäufen und Käufen über alle Anlageklassen hinweg. Mit rund 39.000 bewege sich die Anzahl der ETF-Trades bei der Commerzbank zwar in etwa auf dem Niveau der Vorwochen. An die Volumina nach Runde eins der französischen Präsidentschaftswahl könnten die Umsätze aber nicht anknüpfen. "Die eigentliche Wahl Macrons reichte nicht mehr für zusätzliche Impulse im ETF-Handel."

Zu den Top-platzierten ETFs in der Commerzbank-Statistik würden Standardprodukte etwa auf S&P 500, DAX und EURO STOXX 50 gehören, wie Bartels anmerke. Dabei hätten Aktien mit Bezug auf Indices europäischer Industrienationen tendenziell zu den Gewinnern gezählt. Gleichzeitig hätten sich Investoren unterm Strich von Indexfonds mit US-amerikanischen Unternehmen verabschiedet.

Schwellenländer-Aktien hätten in Bartels Bestenliste einen guten fünften Rang belegt. Überdurchschnittlich häufig hätten Anleger auf Portfolios im breit investierten MSCI Emerging Markets gesetzt. "Hier hatten wir fast ausschließlich Käufe."

Auch Kilian spreche von zunehmendem Interesse an Aktien aufstrebender Staaten verbunden mit dem Handel vieler kleinerer Positionen. Tendenziell kämen MSCI Emerging Markets-ETFs aber in seinem Orderbuch aus den Depots raus.

Portfolios mit Finanzunternehmen hätten bei Bartels Kunden einmal mehr ganz vorn rangiert und würden zu etwa 60 Prozent gekauft. Ebenso hätten Investoren bei Produkten mit Aktien der zweit- und drittplatzierten Energie und Immobilienindustrie überwiegend zugegriffen. "Die drei Bereiche decken über 50 Prozent unserer Umsätze mit Sektor-ETFs ab."

Die UniCredit führe ETFs mit Bankaktien (ISIN DE0006289309 / WKN 628930, ISIN LU0292103651 / WKN DBX1SF) derweil mehrheitlich auf der Abgabenseite.

Im Bereich Fixed Income sei Kilian zufolge einiges los. Etwa würden ein- bis dreijährige Bonds der Eurostaaten besonders häufig abgestoßen. Gleichzeitig hätten Anleger auf Staatsanleihen der Schwellenländer im Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index (ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV, ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV) vertraut. Bewegung in beide Richtungen gebe es bei High Yield-Unternehmensanleihen. "Wir hatten den Eindruck, dass sich Käufer und Verkäufer die Klinke in die Hand geben", beschreibe der Händler das Hin und Her.

Die Abwärtspotenzial des Euro-Bund-Future scheine für ETF-Investoren zunächst gebremst. In Bartels Büchern dominiere die Auflösung von Positionen, die von fallenden Kursen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562) profitieren würden. (Ausgabe vom 16.05.2017) (17.05.2017/fc/a/e)





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