ETF-Handel: Europäische Aktien schlagen US-Werte in der Anlegergunst


03.05.17 16:20
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Kauflaune am ETF-Markt hält an, so die Deutsche Börse AG.

"Im Nachgang der Frankreich-Wahl gab es überwiegend Käufe, vor allem von europäischen Aktien-ETFs", erkläre Andreas Bartels, ETF-Händler bei der Commerzbank. Für den heutigen Dienstag sehe er nach dem gestrigen Feiertag "Nachholbedarf" der Anleger - mit vielen Zuflüssen.

Seit dem Sprung am Montag vergangener Woche, ausgelöst durch den Sieg Macrons in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen, bewege sich der DAX seitwärts: Am Dienstagmittag liege der Index bei 12.456 Punkten nach 12.467 vor einer Woche - das Allzeithoch von 12.486,29 Zählern sei weiter in Reichweite.

Die Umsätze würden hoch bleiben: Bartels melde 41.000 Transaktionen für die Vorwoche. Auch Oliver Kilian von der Unicredit Group berichte von einem sehr aktiven Handel.

DAX-, MDAX- und CAC 40-ETFs - das seien die Favoriten der Commerzbank-Kunden. Auch bei der Unicredit stünden DAX- und MDAX-ETFs in der Gunst weit oben, ebenso wie Aktien aus der Schweiz und Großbritannien (ISIN IE0005042456 / WKN 552752). "Erstaunlicherweise ist die Nachfrage nach französischen Aktien bei uns eher gering", stelle Kilian fest. Das Thema Frankreich werde eher über EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN FR0007054358 / WKN 798328), MSCI Europe- und STOXX Europe 600-ETFs gespielt.

Das Interesse an Aktien aus der zweiten oder dritten Reihe zeige sich auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage. Viel sei vor allem mit Anteilen am iShares MDAX, aber auch am iShares STOXX Europe Small 200, der die Entwicklung der 200 kleinsten Unternehmen im STOXX Europe 600 abbilde, umgegangen. Der MDAX sei heute Morgen erstmals über die Marke von 24.700 Punkten geklettert.

Gut würden Bartels zufolge auch MSCI World-Tracker ankommen. Was US-Aktien angehe, bleibe das Bild durchwachsen: Bei der Commerzbank stünden diese auf den Verkaufslisten. Die Unicredit berichte hingegen von einem leichten Käuferüberhang, vor allem in S&P-Indexfonds wie dem iShares Core S&P 500. "Generell wird Europa aber wieder positiver gesehen, während an den USA wegen der Unvorhersehbarkeit von Trump gezweifelt wird", meine Kilian.

Sehr viel Zuspruch würden Kilian zufolge japanische Aktien erfahren. Gesetzt werde vor allem auf den währungsgesicherten iShares MSCI Japan Euro Hedged, aber auch auf Nikkei- oder Topix-Tracker. Der iShares-ETF mit Währungs-Hedge habe sich von seinen jüngsten Verlusten wieder erholt, seit vergangenem Sommer würden Anleger auf ein Plus von über 30 Prozent kommen.

Eindeutig zugegriffen werde laut Kilian auch bei Schwellenländer-Aktien, meist über breit streuende MSCI Emerging Markets-Tracker wie den iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) oder das Pendant von Lyxor. "Nach der Wahl von Trump gab es Bedenken bezüglich der Schwellenländer, jetzt ist man wieder entspannter." Der MSCI Emerging Markets habe seine heftigen Verluste von 2015 und Anfang 2016 sowie den kleinen Rücksetzer nach der US-Wahl mittlerweile wieder wettgemacht. Seit Februar 2016 habe etwa der iShares MSCI Emerging Markets um 42 Prozent zugelegt.

Schwergewichte im Handel mit Branchen-ETFs seien wieder einmal die Banken. "Bei uns haben diese drei Viertel der Umsätze mit Sektoren-ETFs ausgemacht, und die Käufe überwogen", erkläre Bartels. Die Unicredit melde höhere Zuflüsse nach der Wahl, auch in ETFs-, die die Finanzbranche inklusive Versicherungen abbilden würden (ISIN IE00BKWQ0G16 / WKN A1191R). Der iShares EURO STOXX Banks 30-15 habe es sogar unter die Top Five auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt geschafft, ebenfalls rege gehandelt würden der iShares STOXX Europe 600 Banks und der Source EURO STOXX Optimised Banks.

Keine Auswirkungen hätten Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, der offenbar die Wiedereinführung des Trennbankensystems mit Geschäftsbanken auf der einen und Investmentbanken auf der anderen Seite prüfe. In den USA habe das für zwischenzeitliche Verluste bei Bankaktien gesorgt. "Die europäischen Banken sind nicht betroffen", bemerke Bartels. Kilian zufolge könnten europäische Finanzinstitute von einer zunehmenden Regulierung der US-Konkurrenten sogar profitieren, allerdings messe er der Ankündigung keine große Bedeutung zu. "Mittlerweile reagiert der Markt kaum noch auf solche Ankündigungen." Das gerade beschlossene US-Budget habe wieder einmal gezeigt, wie irrational die Politik von Trump sei: "Ausgaben für den Bau der Mauer nach Mexiko sind nicht vorgesehen."

Im Anleihebereich seien bei der Unicredit vor allem US-Treasuries mit Laufzeit von bis zu drei Jahren (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) gefragt, außerdem europäische Unternehmensanleihen. "Auch hier sind Emerging Markets wieder angesagt", stelle Kilian fest. Etwa fänden Staatsanleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung viele Anhänger, zum Beispiel der iShares Emerging Markets Local Government Bond und der SPDR Barclays Emerging Markets Local Bond. "Die Nachfrage nach High Yield-Bonds und Anleihen mit kurzen Durations hält an - allerdings auf kleiner Flamme", berichte Bartels. (Ausgabe vom 02.05.2017) (03.05.2017/fc/a/e)





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